Fehlende Beteiligung: Der Bürgergemeinschaft Bachem droht die Auflösung

Fehlende Beteiligung : Der Bürgergemeinschaft Bachem droht die Auflösung

In Bachem will bislang niemand die Nachfolge von Erwin Schumacher als Vorsitzender der Bürgergemeinschaft antreten. Ein großes Problem, denn falls es im Sommer keinen Vorsitzenden gibt, kann der Verein nicht bestehen bleiben. Und auch für die zweite Vorsitzende Edith Natschke sowie Geschäftsführer Wilfried Lenz müssen Nachfolger gefunden werden.

380 Mitglieder stark ist die 1977 gegründete Bürgergemeinschaft Bachem. 360 von ihnen blieben der jüngsten Mitgliederversammlung fern. War es Desinteresse oder vielmehr die Angst, mit einem Vorstandsposten nach Hause gehen zu müssen? Letzteres war zumindest die Vermutung unter den wenigen, die in die Alte Schule gekommen waren. Denn der Vorsitzende Erwin Schumacher, der seit 31 Jahren Vorstandsarbeit leistet, hatte schon vor einem Jahr angekündigt, keine zweijährige Amtszeit mehr anzutreten und nur wegen des 40-jährigen Jubiläums noch ein Jahr dem Verein vorzustehen.

Soll heißen: In diesem Jahr ist Schluss. So war auch der Plan der zweiten Vorsitzenden, Edith Natschke. Und auch für Geschäftsführer Wilfried Lenz musste ein Nachfolger gefunden werden.

„Das ist ein trauriges Erscheinungsbild hier, viele im Verein wollen nur mitfeiern, einige wenige helfen wenigstens noch mit, wenn es ums Auf- und Abbauen geht“, fand Pressewart Klaus Jäger klare Worte.

Letztendlich waren Erwin Schumacher und Edith Natschke bereit, ihre Rücktritte noch um ein weiteres Jahr zu verschieben. Einen neuen Geschäftsführer fand die Versammlung aber nicht. Nach den Sommerferien will man sich zu einer außerordentlichen Generalversammlung treffen, um die Problematik zu besprechen. Denn wenn es keinen Vorsitzenden gibt, kann der Verein auch nicht bestehen bleiben.

Die Bürgergemeinschaft aber ist ein wichtiger Teil des Bachemer Vereinswesens, macht im Karnevalszug und beim Weinfest mit. Die Gemeinschaft engagiert sich im Ort, richtet den Dreck-weg-Tag aus oder lädt zum Backesfest ein. Am Martinsfest ist der Verein präsent, zur Weihnachtszeit gibt es eine Seniorenfeier. Das kleine Winzermuseum im Backes wurde alleine im vergangenen Jahr an 34 Tagen geöffnet und begrüßte insgesamt 315 Besucher. Soll das alles zu Ende sein?

Das abgelaufene Vereinsjahr hat man noch über die Runden bekommen, im geraden angelaufenen dürfte es schon schwieriger werden. Da nützen auch die geschaffene Infrastruktur und die gut gefüllte Kasse wenig. In dieser bilanzierte Doris Schmitt für 2017 ein leichtes Minus. Kassenprüfer Rainer Sturm und Wolfgang Heinen bestätigten die ordnungsgemäße Kassenführung, der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Bei den Wahlen fanden sich zumindest für die Posten im erweiterten Vorstand Kandidaten. Nicole Persie wurde für weitere zwei Jahre im Amt der zweiten Finanzverwalterin bestätigt.

Heinz Kurth, Sonja Guse und Ursula Bodenheim bleiben Beisitzer. Die Kasse wird im kommenden Jahr von Rainer Sturm und Ursula Huter geprüft, Ersatzprüferin ist Petra Münch. Ende Juli begibt sich die Bürgergemeinschaft auf eine einwöchige Tour nach Schleswig-Holstein. Möglicherweise findet sich dort Zeit, über die Nachfolgeregelungen im Vorstand zu beraten.

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