Ratgeber für die Feiertage: Worauf Verbraucher bei Ostereiern achten sollten

Ratgeber für die Feiertage : Worauf Verbraucher bei Ostereiern achten sollten

Mit der Osterzeit werden abermals fleißig Eier bemalt, dekoriert und versteckt. Dabei gilt es aber, einige Dinge zu berücksichtigen- vom Kauf über das Einfärben bis hin zum Verzehr.

Auch an diesem Ostersonntag begeben sich Klein und Groß wieder einmal auf die Suche nach hübsch dekorierten Eiern im Grünen. Damit diese zum Erfolg wird, geben wir Tipps und Tricks rund ums Osterei.

Woher kommen die Ostereier?

Das Ei gehört seit jeher fest zu den Ostertagen. Allerdings erschließt sich nicht auf den ersten Blick, wie es mit der Auferstehung Jesu Christi zusammenhängt, die das christliche Osterfest feiert. Das Ei gilt Christen als ein Symbol der Wandlung und weist so auf die Auferstehung hin. Des Weiteren wurden in der österlichen Fastenzeit traditionell keine Eier gegessen - erst zu Ostern kamen sie dann erneut auf den Tisch.

Was ist beim Kauf von Eiern zu beachten?

Soll die Farbe möglichst intensiv wirken, sind weiße Eier geeigneter, erläutert die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Auf einer braunen Schale strahlt die Farbe hingegen nicht so kräftig. Beim Kauf greifen Verbraucher am besten zu Eiern mit einer glatten Schale: Ist die Schale rau, haftet die Farbe weniger gut. Zum Färben sind kleinere Eier geeignet, weil Sie eine dickere Schale haben und so beim Kochen oder Färben weniger empfindlich sind. Schon durch kleinere Sprünge können Keime ins Ei eindringen, die es schnell verderben lassen, wenn es als Dekoration bei Zimmertemperatur herumliegt. Viele Verbraucher kaufen möglichst frische Eier. Ideal zu Ostern sind sieben bis 14 Tage alte Exemplare. Die Luftkammer im Ei-Inneren ist dann schon etwas größer und ermöglicht beim Kochen einen guten Druckausgleich. Kaufen Verbraucher die Eier abgepackt, können sie anhand des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) den Legezeitpunkt errechnen: Dazu einfach 28 Tage vom MHD zurückzählen.

Was ist bei der Lagerung von Eiern zu beachten?

Rohe Eier werden am besten im Eierfach des Kühlschranks aufbewahrt. Sie bleiben länger frisch, wenn sie mit dem spitzeren Ende nach unten lagern. Der Dotter ist dann in der Mitte des Eis und die Luftkammer oben. Andersherum steigt die Luftblase ans andere Ende. Dadurch kann sich Eihaut ablösen und Keime können eindringen, erläutert die Initiative "Zu gut für die Tonne!". Der Frischegrad lässt sich ermitteln, indem das Ei in ein mit Wasser gefülltes Glas gelegt wird. Ein frisches Ei bleibt am Boden. Ein älteres Ei richtet sich teilweise auf oder steigt langsam nach oben. Die Ursache dafür ist eine Luftkammer, die umso größer wird, je älter dieses Ei ist. Schwimmt ein Ei unter der Wasseroberfläche, ist es für einen Verzehr nicht mehr geeignet.

Was ist beim Kochen von Eiern zu beachten?

Eier sollten rechtzeitig vor dem Kochen aus dem Kühlschrank genommen werden, um dann Raumtemperatur anzunehmen. Sinnvoll ist es, sie mit einer Nadel oder einem Eipikser an der stumpfen Seite anzustechen. So kann die Luft aus der Luftblase entweichen - und das Ei platzt nicht. Die Eier kommen am besten in das bereits kochende Wasser. So lässt sich zum einen die Garzeit genau messen, zum anderen verteilt sich das Eiweiß besser ums Eigelb, als wenn das Ei bereits im kalten Wasser liegt.

Zum Kochen genügt es, wenn das Wasser lediglich zwei Zentimeter hoch steht. Wichtig sei es aber, dass der Deckel auf dem Topf liegt, betont die Landwirtschaftskammer. Sobald das Wasser kocht, kann die Kochplatte auf mittlere Temperaturstufe zurückgeschaltet werden. Je nachdem, wie weich oder hart das Ei werden soll, muss es daraufhin vier bis acht Minuten garen.

Ist es sinnvoll, die Ostereier selbst einzufärben?

Die gekochten und eingefärbten Eier aus dem Supermarktregal müssen keinen Stempel bezüglich der Haltungsart und ihrer Herkunft tragen. Sie stammen gemäß Verbraucherschützern allerdings oft aus Käfighaltung. Wer auf artgerechte Tierhaltung Wert legt, sollte seine Ostereier daher lieber selbst färben. Wer hier nicht die handelsüblichen künstlichen Ostereifarben nutzen möchte, kann das mit natürlichen Mitteln tun. Das eigene Bemalen der Ostereier garantiert überdies alle Gestaltungsfreiheiten.


Wie lassen sich die Ostereier natürlich einfärben?

Je nach Farbe wählt man die passende Gemüsesorten und zerkleinert diese. Daraufhin mischt man 200 Gramm des Gemüses mit einem Liter Wasser und einem Esslöffel Essig. Die Eier werden auch mit Essig eingerieben und für dreißig Minuten gekocht.

  • für blaue / lila Eier: Holundersaft oder Rotkohl
  • für orange Eier: Möhren
  • für grüne Eier: Spinat, Brennnessel und Petersilie
  • für rote Eier: Rooibos-Tee, rote Zwiebelschalen oder rote Beete
  • für gelbe / braune Eier: Kümmel, Kamille oder schwarzer Tee

Bleibt die Schale intakt, können die gefärbten Ostereier bis zu drei Wochen im Kühlschrank lagern.

Wie viele Eier sind (un-)gesund?

"Das Ei ist ein Kraftpaket", sagt die Ökotrophologin Manuela Marin aus Berlin. Denn es enthält Eiweiß, Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Kohlenhydrate - "also fast alles, was der Mensch braucht." Hühnereier liefern allerdings nach wie vor reichlich Cholesterin. Deswegen mache, wie Marin sagt, die Dosis das Gift. Gemäß der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten es nicht mehr als drei Eier pro Woche sein - Eier im Kuchen oder Auflauf mit eingerechnet. In der Osterwoche können es aber einmal mehr als drei Eier sein, sagt Marin: "Es handelt sich ja nur um eine kurze Episode", das verkrafte der Körper.

Dies gilt auch für kleinere Familienmitglieder. Bis drei Jahre sind regulär ein bis zwei Eier pro Woche in Ordnung; bei Vier- bis Sechsjährigen zwei. Jedoch: "Wenn Kinder beispielsweise an Ostern mehr essen, hat das aber nicht gleich gesundheitliche Auswirkungen", erklärt Ernährungswissenschaftlerin Nadia Röwe vom Netzwerk Junge Familie. Einzelne Abweichungen seien unproblematisch, wenn der Wochenschnitt ungefähr stimmt. Um den Cholesterinspiegel müssen sich die Eltern deshalb auch keine Sorgen machen.

Welche Alternativen gibt es zu tierischen Eiern?

Wer aus unterschiedlichen Gründen keine Hühnereier essen kann oder will, muss nicht zwangsläufig auf Ostereier verzichten. Neben schmackhaften Alternativen aus Schokolade oder Marzipan im Handel gibt es auch hier die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden: Die Stuttgarter Buchautorin Sandra Müller ("Verrückt nach Cakepops") kreiert ihre Ostereier etwa auf der Basis von Cakepops. Die kleinen Kugelkuchen, im Prinzip eine Kombination aus Kuchenbrösel und einer Art Buttercrememischung, füllt sie zum Beispiel mit Eierlikör. Dazu werden die Kugeln zunächst einmal am Stiel in eine Glasur getaucht, geöffnet und etwas ausgehöhlt. Dann wird der Eierlikör hineingegeben, beide Seiten zusammengefügt und die gesamte Kugel wieder eingetaucht.

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