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Kommentar zu Minuszinsen: Zeit zur Umkehr

Kommentar zu Minuszinsen : Zeit zur Umkehr

Die Europäische Zentralbank sollte eher früher als später aus der Null- und Negativzins-Politik aussteigen. Das würde Renten- und Lebensversicherungen helfen. Ein Kommentar.

Es ist ein unschönes Ergebnis, zweifellos: Die Deutsche Rentenversicherung hat im vergangenen Jahr auf ihre Anlagen kein Geld bekommen, sie musste Strafgebühren aufgrund von Minuszinsen zahlen. 50 Millionen Euro allerdings sind noch kein Beinbruch. Nur zeigen sie: Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank führt in verrückte und bis dato unbekannte Welten. Noch vor wenigen Jahren hätte man es sich schwer vorstellen können, für das Sparen bezahlen zu müssen. Dort, wo das Geld auf der hohen Kante eigentlich Zinsen abwerfen sollte, so dass Otto-Normal-Sparer zumindest sein Vermögen erhalten kann, dort hat sich der Wind gedreht. Dass die Rentenversicherung nicht ausgenommen ist, verwundert nicht, sollte aber zu denken geben.

Hiobsbotschaften dieser Art häufen sich. Dass Banken weniger Profite erwirtschaften, könnte man noch als Berufsrisiko abtun. Dass Lebensversicherungen in Schieflage geraten, ist schon ein größeres Problem, denn daran hängt die Altersvorsorge von Millionen Menschen. Deswegen wäre es aus deutscher und aus Sicht aller Sparer in Europa gut, wenn die EZB eher früher als später aus der Null- und Negativzins-Politik aussteigen würde. Im Zweifel würde übrigens nicht nur der Rentenversicherung, den Lebensversicherungen und allen Sparern helfen, die Geld auf der hohen Kante haben. Es wäre auch im Interesse der EZB. Dann nämlich hätte sie mehr Instrumente in der Hand, auf kommende Unbilden der Konjunktur zu reagieren.