Kommentar zum Klimaschutz: Taten statt Worte

Kommentar zum Klimaschutz : Taten statt Worte

In den Konzernen hat ein Umdenken hin zu mehr Klimaschutz begonnen. Sich grün zu geben darf für Unternehmen aber nicht zum Marketinggag verkommen.

Eine gute Schlagzeile ist es allemal: Es gebe eine „Allianz für mehr Klimaschutz“, titelte das Handelsblatt am Montag. Die großen deutschen, weltumspannend tätigen Konzerne unterstützen das Zwei-Grad-Erwärmungsziel, sind für feste Preise auf Kohlendioxid und eine Reform des Emissionshandels, der aus verschiedenen Gründen zu einem wenig wirksamen Instrument im Kampf gegen die Klimagase geworden ist.

Aber es ist auch verständlich, wenn sie mit Blick auf den Welthandel und ihre Präsenz auf allen Kontinenten nach einem global anzuwendenden System von CO2-Bepreisung rufen. Denn wenn der Ausstoß von Kohlendioxid so richtig teuer wird, weil die von ihm verursachten Umweltschäden in den Preis eingerechnet werden, gerät auch die Wettbewerbsfähigkeit unter Druck. Die Europäische Union macht schon die Erfahrung, wie die Flutung des Marktes durch ausländische CO2-Zertifikate das System ad absurdum führt.

Mehr als Worte, die eine Klimaschutzalllianz beschwören, zählen ohnehin die Taten. Und da gibt es Gutes wie Schlechtes zu berichten. Ja, in den Unternehmen tut sich was, weil immer mehr Verbraucher und Aktionäre das hemmungslose Zerstören unseres Planeten nicht mehr hinnehmen. Sich grün zu geben darf für Unternehmen aber nicht zum Marketinggag verkommen.