Kommentar zu Flixtrain: Ein bisschen Wettbewerb

Kommentar zu Flixtrain : Ein bisschen Wettbewerb

Mit neuen Zugverbindungen und Billig-Tickets macht Flixtrain auf sich aufmerksam. Den Riesen Deutsche Bahn bringt das nicht ins Wanken, doch muss er Antworten finden. Ein Kommentar.

. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Langsam baut Flixtrain sein Netz an Bahnverbindungen aus. Eine bedrohliche Konkurrenz für den Fernverkehr der Deutschen Bahn ist der Anbieter damit noch nicht. Gleichwohl sollte der Staatskonzern das Unternehmen mit den alten, knatschgrün lackierten Zügen nicht unterschätzen: Flixtrain spricht mit seinen Angeboten eher eine junge Zielgruppe an, die für kleines Geld reisen möchte, die nicht unbedingt den Komfort eines ICE 4 verlangt und der es auf eine Stunde Fahrtzeit mehr oder weniger nicht ankommt. Hauptsache, die WLAN-Versorgung ist gewährleistet.

Natürlich wird bei Flixtrain nicht jeder Städtetrip für 9,90 Euro zu haben sein. Es kommt (ähnlich wie bei der Deutschen Bahn) darauf an, wann man ein Ticket bucht. Auch die Auslastung der Züge entscheidet über die Höhe des Preises. Die Zielgruppe des Billigzuganbieters ist jedoch flexibel und pragmatisch genug, um sich auf dieses Geschäftsmodell einzulassen.

Und noch einen Trumpf kann Flixtrain ausspielen: Das Bahnangebot des Unternehmens lässt sich mit dem bereits etablierten Fernbusangebot von Flixbus verknüpfen. Den Riesen DB wird das alles zwar nicht ins Wanken bringen, doch wird er Antworten finden müssen. Diese Konstellation belebt den Wettbewerb im Fernverkehr ein wenig – immerhin. Wenn diese Entwicklung am Ende dazu beiträgt, dass die Deutsche Bahn günstiger und zuverlässiger wird, ist dagegen überhaupt nichts einzuwenden.

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