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Griechenland-Rettung: Die Mühe lohnt

Griechenland-Rettung : Die Mühe lohnt

Ja, sie ist mühsam, bleiern, quälend langsam. Die Griechenland-Rettung ist eine Zumutung. Vor allem für diejenigen Politiker, die sich seit Jahren Nächte um die Ohren schlagen müssen.

Ja, sie ist mühsam, bleiern, quälend langsam. Die Griechenland-Rettung ist eine Zumutung. Vor allem für diejenigen Politiker, die sich seit Jahren Nächte um die Ohren schlagen müssen. Seit Jahren hängt das Land am Tropf der Europäer und des Internationalen Währungsfonds. Eine Rückkehr an die Finanzmärkte ist in weiter Ferne.

Die wirtschaftlichen Probleme Griechenlands sind komplex, die Verkrustungen und Selbstblockaden im politischen System schwer aufzubrechen. Wenn sich so ein Land in die Arme einer internationalen Gemeinschaft wie der EU begibt und einen Ausweg sucht, gibt es keine einfachen Lösungen. Bei allem Verdruss, es lohnt sich. Das zeigt sich aus der Distanz: Vor nicht einmal einem Jahr stand die Eurogruppe vor dem Abgrund. Ein Ausstoßen Griechenlands konnte nur knapp abgewendet werden. Damit hätten sich nicht nur die Europäer ein schlechtes Zeugnis ausgestellt, darunter hätten die Akzeptanz von Demokratie und die europäische Idee massiv gelitten. Man muss es anerkennen: Heute ist dieses Horrorszenario nicht mehr wahrscheinlich.

In der Sache bewegt sich etwas. Griechenland leistet Reformarbeit. Es werden für die Bevölkerung schmerzhafte Einschnitte vorgenommen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft verbessern. Es gilt wachsam zu bleiben, dass Athen die Gesetze nicht nur verabschiedet, sondern auch umsetzt. Wahr ist auch: Die harte Hand, für die der deutsche Finanzminister bekannt ist, hat sich gelohnt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich in Griechenland nur dann etwas bewegt, wenn Druck da ist. Weiter machen!