Glosse zu Studie über Legofiguren: Wettrüsten im Kinderzimmer

Glosse zu Studie über Legofiguren : Wettrüsten im Kinderzimmer

Eine Studie aus Neuseeland belegt, dass Lego-Figuren immer aggressiver werden und Lego-Kataloge zunehmend auf Gewalt setzen.

Was haben wir gelacht, als unser Lieblings-Satireportal „Der Postillon“ vor Jahren mit der Schlagzeile herauskam: „Lego stellt Verkauf komplett ein, weil Kinder damit alles Mögliche bauen könnten.“ Festgemacht war die Meldung an einem realen Bausatz aus der Star-Wars-Reihe, „Jabbas Palast“, in dem die Figur Jabba als orientalischer, Wasserpfeife rauchender Bösewicht auftritt.

Was die türkische Kulturgemeinde Österreichs als „Kulturrassismus“ einstufte. „Al Jabbar“ bedeute im Arabischen zudem „der Allmächtige“, einer von 99 Namen für Allah.

Lego verwahrte sich gegen den Vorwurf, nahm jedoch den Bausatz aus dem Programm, um anderen „spannenden Lego-Star-Wars-Produkten Platz zu machen“, wie es hieß. Vielleicht für solche Figuren, vor denen nun eine aktuelle Studie warnt. Neuseeländische Forscher monieren eine Brutalisierung der bunten Figürchen aus Dänemark, ein wahres Wettrüsten in dieser heilen Kinderwelt, in der 1978 erstmals Waffen auftauchten – Schwerter, Lanzen und Beile, mithin das gewohnte Werkzeug in Ritterkreisen.

Seit jenem Einbruch in die pazifistische Spielewelt werde das Programm immer blutrünstiger. Sogar die Physiognomien der Legomännchen – das fand eine ältere Studie heraus – seien finsterer und brutaler geworden. Der Konzern setze in seinen Katalogen, so die Forscher, zunehmend auf Gewalt. Wohl um sich auch gegen die Konkurrenz der Spielekonsolen und Computerspiele durchzusetzen.

Die Vorwürfe erinnern fatal an den immer wieder aufflammenden Feldzug gegen Kriegsspielzeug, der an der schwachen Beweislage krankt. Knarren, Lanzen und Gewehre allein machen aus dem Kind noch keinen Wüterich. Die Kleinen haben ein feines Gespür für den Unterschied zwischen Spiel und Realität. Und sie bauen ohnehin, was sie wollen.