Schutz vor Terroranschlägen: Neue Sicherheitsideen für Weihnachtsmärkte in NRW

Schutz vor Terroranschlägen : Neue Sicherheitsideen für Weihnachtsmärkte in NRW

Die Weihnachtsmärkte beginnen. Das Thema Sicherheit gehört inzwischen dazu – auch in NRW. Massive Sicherheitsmaßnahmen gibt es auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, auf den vor zwei Jahren ein Anschlag verübt wurde.

Die Weihnachtsmarktsaison bringt neue Sicherheitskonzepte in Nordrhein-Westfalens Städte: Bochum zum Beispiel versperrt die Zufahrten zur Innenstadt mit 86 Wassersäcken, die sogar Lkw aufhalten sollen. Das zertifizierte System ersetze die bisherigen Sandsäcke, sagte ein Sprecher von Bochum Marketing. Im vergangenen Jahr waren die Sandhindernisse berühmt geworden, weil sie wie in Geschenkpapier verpackt an den Eingängen der Märkte platziert waren.

Bochum setzt zudem an drei Punkten Sperren ein, die sich von Fahrzeugen nicht durchbrechen lassen. Die Barrieren stammten aus Israel und ähnelten Gattern, die sich beim Aufprall verformen und einen Angriff aufhalten, berichtete der Sprecher. Die Gatter können auch geöffnet werden - etwa für Linienbusse. Wenn diese auf die Weihnachtsmeile gelassen werden, dann werden die Fahrer nach Angaben der Verkehrsbetriebe Bogestra überprüft. Das mindere die Gefahr vor Terroranschlägen wie den auf den Berliner Weihnachtsmarkt vor rund zwei Jahren.

Kuttenverbot auf dem Hagener Weihnachtsmarkt

Auch Duisburg, dort startete der Weihnachtsmarkt bereits, hat alte Systeme durch neue ersetzt: An den wichtigen Eingängen zur Innenstadt versperren 25 rot-weiß gestreifte Betonstelen die Straßen. Zudem sind an mehreren Standorten auch feste Poller im Aufbau. Auf Wassersäcke wurde verzichtet.

Diese werden weiterhin in der Stadt Hagen positioniert, um die Innenstadt zu sichern. Zudem wurde erstmals ein Kuttenverbot auf dem Weihnachtsmarkt verhängt. „Damit wollen wir Provokationen von Mitgliedern bekannter Rockergruppen vorbeugen“, sagte eine Sprecherin.

Ohne Barrieren kommt Bielefeld aus. Eine sinnvolle Installation von Sperren sei aus Sicht der Sicherheitsorgane nicht möglich, ohne den Weihnachtsbetrieb lahm zu legen, sagte ein Sprecher des Stadtmarketings. Der Innenstadtbereich sei für die Marktbesucher trotzdem sicher. Veranstalter, Standbetreiber und Schausteller hätten die Aufmerksamkeit geschärft. Auffälligkeiten würden sofort an das Ordnungspersonal gemeldet. Vereinzelt gebe es zusätzliche Wachleute.

Generell wird die Anschlagsgefahr laut Düsseldorfer Polizei nicht höher eingestuft als in den Vorjahren. Demnach sehen die Sicherheitskonzepte der Weihnachtsmärkte in der Altstadt und der Innenstadt verstärkt zivile und uniformierte Einsatzkräfte vor und auch eine Gefahrenabwehr durch Betonklötze.

"Einzigartiger Zufahrtsschutz"

Zwei Jahre nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt werden von diesem Montag an umfangreiche Absperrungen gegen mögliche Angriffe an der Gedächtniskirche aufgebaut. Dazu gehören schwere Metallpoller, Stahlgitterkörbe mit Sandsäcken sowie Stahl- und Betonsockel, die an den Zufahrten zum Breitscheidplatz im westlichen Stadtzentrum Berlins stehen sollen.

Die Sperren wurden für ein Pilotprojekt ausgewählt. Sie sollen laut Berliner Senat einen in Deutschland bislang „einzigartigen Zufahrtsschutz“ gegen Lastwagen bieten. Die ersten Aufbauten für den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche hatten in der vergangenen Woche begonnen. Eröffnung ist am 26. November.

Beim Anschlag des tunesischen Islamisten Anis Amri mit einem Lastwagen waren am 19. Dezember 2016 insgesamt zwölf Menschen ums Leben gekommen und mehr als 70 verletzt worden.