Bonn: WCCB-Neubau muss saniert werden

Schaden am Glasdach : WCCB-Neubau muss saniert werden

Bonns Stadtverwaltung legt eine Prioritätenliste für die Sanierung von Veranstaltungsstätten vor. Die Stadthalle Godesberg und die Godesburg sollen zuerst angepackt werden. Auch beim WCCB wird Bedarf gesehen.

Der Neubau des World Conference Center Bonn (WCCB) hat vier Jahre nach seiner Eröffnung schon Sanierungsbedarf. Das geht aus einer Mitteilungsvorlage für den Rat hervor, in der die Stadtverwaltung den Zustand kommunaler Veranstaltungsstätten bewertet. Den größten Handlungsdruck sieht sie allerdings bei der Stadthalle Bad Godesberg und der Godesburg, gefolgt vom Parkrestaurant Rheinaue, der Halle Beuel, dem CJD-Tagungshaus in Castell und der Redoute. In der Vorlage zum Hallenkonzept geht es um „Objektdaten, Sanierungsbedarfe und erste Priorisierungen“.

Im WCCB finden die jährlichen Arbeitskonferenzen des UN-Klimasekretariats und viele Tagungen wie die Jahreshauptversammlungen von Konzernen wie Bayer und Telekom statt. Kürzlich sei festgestellt worden, „dass eine Sanierung der Stahlträgerkonstruktion des Foyerdachs im Hauptgebäude erforderlich“ sei, heißt es in der Vorlage. Laut Presseamt sind die innen liegenden Regenrinnen im Glasdach betroffen. Eine Spezialfolie zur Abdichtung sei an einer Stelle beschädigt gewesen, so dass Wasser eindrang und von der Decke tropfte.

Die schadhafte Stelle sei inzwischen mit Flüssigkunststoff repariert worden. „Ein Gutachter wird alle innen liegenden Regenrinnen, die die Dachentwässerung sicherstellen sollen, auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüfen“, so Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann. Erst danach könne man den Sanierungsaufwand abschätzen. Das Dach wurde bereits in den Jahren 2007 und 2008 errichtet, bevor „Investor“ Man-Ki Kim Insolvenz anmeldete und die Baustelle über Jahre still stand. Gewährleistungsfristen sind längst abgelaufen.

■  Stadthalle Bad Godesberg: Hier schlägt die Stadt eine Sanierung ab 2022 vor, weil dann der bisherige Pächter in Ruhestand geht. Zu den Kosten im denkmalgeschützten Gebäude sagt die Vorlage, entstanden unter Federführung der Wirtschaftsförderung, nichts. 2011 sprach die Verwaltung von Sanierungsbedarf im Umfang von 13 Millionen Euro. Inzwischen soll er bei 25 Millionen liegen.

■  Godesburg: Die Gastronomie ist an die Godesburg Event GmbH verpachtet.  Von 2012 bis 2014 hat die Stadt den Bergfried für rund eine Million Euro in Ordnung gebracht. Jetzt soll eine Vollsanierung folgen. Küche, Entsorgungsleitungen, Heizung, Lüftung – alles muss laut Vorlage erneuert werden. Kosten: unklar.

■  Parkrestaurant Rheinaue: Zwischen 2010 und 2013 hat die Kommune am 1976 errichteten Pavillon das Dach sowie Zu- und  Abluft in der Küche erneuert, was etwa eine Million Euro kostete. Das an Dirk Dötsch verpachtete, denkmalgeschützte Restaurant soll nun eine Vollsanierung erhalten. Die Stadt führt Heizung, Lüftung und eine energetische Erneuerung der Fassaden auf. Kosten: unklar.

■  La Redoute/Redüttchen: Im Ensemble von 1792 sollen für rund 300 000 Euro die Lüftung der Küche erneuert, die Terrasse im Gartensaal und die WC-Anlagen saniert werden.

Beim Brückenforum sieht die Stadt erst mittelfristig Handlungsbedarf. Eine gute Gebäudesubstanz bescheinigt sie dem Kunstmuseum, dem Kulturzentrum Hardtberg, dem 2015 eröffneten Haus der Bildung und dem Schumannhaus. Die Gebäude des städtischen Theaters werden in der Mitteilungsvorlage nur knapp abgehandelt, weil dazu ein gesondertes Verfahren laufe. Ursprünglich hatte Oberbürgermeister Ashok Sridharan eine Bürgerbeteiligung zur Zukunft dieser Gebäude angekündigt, sie dann aber auf Eis gelegt – zuerst sollen die Fehler bei der Sanierung der Beethovenhalle ausgewertet werden.

Auch das Opernhaus steht in der Vorlage unter Vollsanierung mit akutem Handlungsbedarf, „um den Weiterbetrieb sicherstellen zu können“. Eine Kostenschätzung ist nicht angegeben, obwohl die externen Gutachter von Actori bereits rund 80 Millionen Euro ermittelt hatten. Unter „Halle Beuel/Pantheon“ führt die Wirtschaftsförderung dagegen 13.4 Millionen Euro an, die wohl auch von Actori stammen. Beim Schauspielhaus wiederum ist man sich in der Verwaltung nicht einig: Während das Städtische Gebäudemanagement einen Bedarf von 21,8 Millionen Euro anmeldet, veranschlagt das Kulturamt  27,2 Millionen. Bei den meisten Objekten, räumt die Stadtverwaltung in der Vorlage ein, gebe es nur „erste Einschätzungen zu den Sanierungsbedarfen“. Es seien weitere Untersuchungen nötig.