Scheibe zerbricht während der Fahrt

Fünfjährige stürzt in Bad Godesberg aus Linienbus

Das Mädchen lehnte sich während der Fahrt an eine der hinteren rechten Scheiben des Busses. Die Fünfjährige war in Begleitung ihres achtjährigen Bruders unterwegs.

Das Mädchen lehnte sich während der Fahrt an eine der hinteren rechten Scheiben des Busses. Die Fünfjährige war in Begleitung ihres achtjährigen Bruders unterwegs.

Bad Godesberg. Am Donnerstag hat ein fünfjähriges Mädchen bei einem Sturz aus einem Linienbus schwere Schnittverletzungen erlitten. Die Stadtwerke bedauern den Vorfall und wollen ihn voll umfänglich aufklären.

Ein fünfjähriges Mädchen hat am Donnerstag bei einem Sturz durch das Seitenfenster eines fahrenden Linienbusses schwere Schnittverletzungen erlitten. Nach Auskunft der Polizei könnte das unachtsame Verhalten des Fahrers die Ursache für den tragischen Unfall gewesen sein.

Wie die Ermittler am Freitag mitteilten, hatte sich das Mädchen, das mit seiner Mutter und dem achtjährigen Bruder mit der Linie 615 in Richtung Waldkrankenhaus unterwegs war, gegen 14.55 Uhr während der Fahrt auf der Brunnenallee an eine der hinteren rechten Scheiben des Busses gelehnt. Als diese zerbrach, fiel die Fünfjährige aus dem fahrenden Bus auf die Straße. Das Mädchen zog sich laut Polizei Schnittverletzungen am Oberkörper und eine Platzwunde am Kopf zu. Ein Notarzt brachte die Fünfjährige in ein Krankenhaus.

Laut dem aktuellen Stand der Ermittlungen soll die zersplitterte Scheibe kurz zuvor beschädigt worden sein. Auf der Fahrt von Mehlem in Richtung Schweinheim passierte der Bus die Rheinallee. Dort soll der Fahrer bei einem Manöver mit dem Bus mit der Scheibe, an die sich das Mädchen später gelehnt hat, gegen den Ast eines Baumes gestoßen sein. Offenbar hatte die Scheibe dabei größeren Schaden genommen als zunächst angenommen.

Dass der 43-jährige Fahrer seine Fahrt fortsetzte, ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern, wie es zunächst die Polizei berichtet hatte, stimmt indes nicht ganz. Hingegen bestätigten die Stadtwerke (SWB) eine Information des General-Anzeigers, der zufolge sich der Fahrer nach der Kollision mit dem Ast bei der SWB-Leitstelle gemeldet hatte. Allerdings wurde der erkennbare Schaden offenbar von niemandem als Anlass angesehen, die Fahrt zu unterbrechen. Inwieweit der Fahrer die Scheibe in Augenschein genommen hat, blieb zunächst offen. Als sich das Mädchen bei der Fahrt durch die Brunnenallee an die Scheibe lehnte, geschah dann das Unglück.

Die Stadtwerke bedauern den Vorfall und wollen ihn voll umfänglich aufklären. Als besonders unglücklich bezeichnete es SWB-Pressesprecherin Veronika John, dass ausgerechnet ein kleines Kind an der defekten Scheibe Platz nahm, zumal ein Erwachsener vermutlich nicht so leicht hinausgestürzt wäre.

Der Busfahrer, der seit gut fünf Jahren für die SWB fahre, gelte als zuverlässig und wurde laut SWB zunächst einmal krank geschrieben. Gegenüber seinen Vorgesetzten habe er noch keine Erklärung in der Sache abgegeben. Das Mädchen befindet sich noch in stationärer Behandlung. Mögliche Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Wer Hinweise geben kann, erreicht die zuständigen Ermittler unter 0228/150.

 

Das Video ist Teil einer Kooperation zwischen dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) und dem General-Anzeiger.