Wetter in Bonn: Rekordverdächtige Hitze und tropische Nächte

Wetter in Bonn und der Region : Der Wochenbeginn bringt Abkühlung

Die Erleichterung scheint zum Greifen nahe – bis zum Dienstag gehen die Temperaturen auf etwa 24 Grad zurück. Bis dahin gilt es, der Hitzewelle weiterhin zu trotzen. Die Behörden warnen weiterhin vor erhöhter Waldbrandgefahr.

Seit dem kalendarischen Sommeranfang am 21. Juni bestimmt der Hochsommer Bonn und die Region – doch schon bald folgt die von vielen Menschen lang ersehnte Abkühlung: Während nach dem schwül-heißen Sonntag am Montag noch mit Höchsttemperaturen bis 29 Grad zu rechnen ist, sollen die Thermometer am kommenden Dienstag laut den Wetterdiensten nur noch Höchstwerte bis maximal 24 Grad anzeigen.

Wer jetzt erleichtert durchatmet, sei allerdings vorgewarnt: Schon am Mittwoch schiebt sich das nächste Hochdruckgebiet mit noch mehr Wärme heran. Dabei bleibt es überwiegend trocken. Heißt auch: Die Waldbrandgefahr bleibt bestehen. In NRW gilt am Sonntag teilweise die Höchstwarnstufe.

Was tun bei Hitze?

Reihen sich mehrere Hitzetage und Tropennächte aneinander, ist die Belastung für den menschlichen Körper extrem – vor allem Kleinkinder, ältere Menschen und gesundheitlich beeinträchtigte Personen sind gefährdet. „Wer kann, sollte raus aus der Stadt,“ empfiehlt Matthias Habel vom Bonner Wetterdienst Wetter Online. Im Siebengebirge, Kottenforst oder am Rheinufer sei die Wärme deutlich erträglicher.

Die Stadt Bonn empfiehlt, Aktivitäten im Freien auf die Morgen- und Abendstunden zu beschränken und körperliche Anstrengung – auch Sport – zu vermeiden. Wer kann, soll sich zudem möglichst im Schatten oder möglichst kühlen Räumen aufhalten, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und alkoholische, sowie sehr kalte Getränke meiden. Räume sollten nach Möglichkeit tagsüber mit Rollläden und Vorhängen abgedunkelt werden.

Hitzetage und tropische Nächte im Rheinland

Für Habel handelt es sich bei der Hitzewelle keineswegs um ein außergewöhnliches Phänomen. Erst bei 40 Grad im Juni müsse man sich Gedanken machen. Bis dahin gelte für Habel: „Nicht über das Wetter schimpfen, sondern genießen und die Füße ins Wasser halten.“ Es handele sich um trockene und deshalb relativ gut erträgliche Hitze. „Manch einer bezahlt viel Geld, um so ein Wetter in Südspanien zu erleben.“ Sinken die Temperaturen nachts nicht unter die 20-Grad-Marke, sprechen die Meteorologen von „tropischen“ Nächten.

Im Grunde beibt dann nur noch die Flucht aufs Land. Denn während in Randbereichen wie Röttgen, Ückesdorf oder dem Süden von Ippendorf kalte Luft von den Hängen und aus den Seitentälern des Kottenforstes die aufgeheizten Stadtteile erfrischt, staut sich die Hitze etwa in Neu-Tannenbusch, Duisdorf, Beuel, Bad Godesberg und in der Innenstadt wie in einem Glutofen.

Dieser sogenannte "Wärmeinseleffekt" hat in Bonn und der Region mitunter Temperaturunterschiede von 5 bis 10 Grad zur Folge, erklärt Habel. Allein im Hofgarten werde es am Dienstagabend gefühlt wahrscheinlich 3 bis 4 Grad kühler sein, als auf dem Münsterplatz. Übrigens: Wer etwa 44 Grad vom Thermometer an der eigenen Hauswand oder im Auto abliest, solle sich nicht über den vermeintlichen Rekord wundern, sagt Habel. Mit meterologischen Messungen habe dies nämlich nicht viel zu tun.

Hitzerekorde in Bonn

Erst 2018 hatte Bonn mit 39,1 Grad einen neuen Hitzerekord erreicht. Es war die zweithöchste je in Bonn gemessene Temperatur seit 1895, dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Rekord steht bei 39,2 Grad, die am 12. August 2003 gemessen wurden.

Der Juni 2019 schickt sich an, der wärmste Juni seit 1895 zu werden. Die bisher erreichte Monatstemperatur (20,4 Grad) liegt nur noch um 0,1 Grad hinter dem Rekordhalter Juni 2017 zurück.

Die bislang höchste jemals Juni-Temperatur lag bei 38,1 Grad – gemessen am 22. Juni 2017. Warm war außerdem der 18. Juni 2002 mit 38 Grad. Die dritthöchste Juni-Temperatur betrug 37,9 Grad, gemessen am 27. Juni 1947 in Köln-Stammheim – und in Bonn. Am Dienstag, 25. Juni, konnte mit 37,6 Grad Celsius die bisher höchste Temperatur des Jahres 2019 beobachtet werden.

Aktuelle Informationen zum Wetter gibt es auf www.ga-bonn.de/wetter, Tipps zum richtigen Umgang mit Hitze finden sie hier. (mit Inhalten von dpa)

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