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Kaum Wind in der Silvesternacht: Meteorologe warnt vor extremen „Böller-Nebel“

Kaum Wind in der Silvesternacht : Meteorologe warnt vor extremen „Böller-Nebel“

Da in dieser Silvesternacht kaum mit Wind gerechnet wird, könnte diese Nacht extrem nebelig werden. Der wegen der aktuellen Wetterlage zu erwartende „Böller-Nebel“ könnte laut eines Experten dabei für Probleme sorgen - im Straßenverkehr und auch gesundheitlich.

Der Wetterbericht für den Jahreswechsel ist auf den ersten Blick gar nicht so schlecht: Zwar wird es mit sieben bis drei Grad recht kalt, doch Regen ist nicht zu erwarten. Dazu soll es fast windstill werden. Und das könnte zum Problem in der Silvesternacht werden, sagt Matthias Habel von WetterOnline: „Vor allem aufgrund der Windstille droht in der Silvesternacht die Gefahr von ‚Böller-Nebel’“, so der Meteorologe.

"Die bodennahe Kaltluft wird sich innerhalb von Minuten durch das Feuerwerk mit großen Mengen von Feinstaub anreichern“, so Habel. Vor allem in Flusstälern und in Orten, wo intensiv Feuerwerk abgebrannt wird, bilde sich in kürzester Zeit dichter Nebel. Dabei wurde die Sichtweite abrupt auf unter zehn Meter sinken. Dies schränkt nicht nur die Sicht auf das Feuerwerk ein, sondern stellt auch eine Gefahr für den Straßenverkehr dar.

Auch gesundheitlich sei der „Böller-Nebel“ nicht zu unterschätzen: „Die hohen Feinstaubmengen können gesundheitsschädlich sein, da der nicht vorhandene Wind die Schadstoffe nicht großflächig verbreitet."

In diser Silvesternacht könnte es extrem nebelig werden. Foto: dpa/Matthias Balk

Und wie genau entsteht dieser ‚Böller-Nebel“? Habel: „Der Rauch der Silvesterböller und Raketen trägt Milliarden feinster Partikel in die Atmosphäre. An diese als primäre Aerosole bezeichneten Staubteilchen dockt die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit an. In der Folge kann sich in kürzester Zeit dichter Nebel bilden.“

Wegen der verbreitet vorherrschenden Windstille könne diese Situation bis weit nach Mitternacht andauern. Die Feinstaubkonzentration dürfte in vielen Orten die höchsten Werte des ganzen Jahres erreichen.

Besonders extrem war der Nebel zum Jahreswechsel 2014/2015. Damals sank die Sichtweite unter anderem in Hamburg und Köln auf teils unter fünf Meter. Autos fuhren nur noch im Schritttempo durch den "Böller-Nebel", die Fahrer mussten teils von Fußgängern gelotst werden, die sich am Randstreifen der Straße orientierten. Bei Köln wurden damals sogar Autobahnen gesperrt.