GA-Weihnachtslicht: Donald Duck schießt bei Versteigerung den Vogel ab

GA-Weihnachtslicht : Donald Duck schießt bei Versteigerung den Vogel ab

5085 Euro kommen bei der Versteigerung von Theater- und Opernrequisiten für die GA-Aktion "Weihnachtslicht" zusammen.

Ein Raunen ging durchs Publikum: Zwei Besucher der Versteigerung ausgemusterter Theater- und Opernrequisiten zugunsten der Aktion Weihnachtslicht des General-Anzeigers überboten sich immer wieder, dass einem schwindelig wurde. Das Objekt der Begierde: eine fast ein Meter hohe Donald-Duck-Figur aus Plastik. Am Ende hatte Ulrich Linden aus Oberwinter den längeren Atem und erhielt für 650 Euro den Zuschlag. Die Figur war mit Abstand das einträglichste Stück der Auktion am Sonntagmittag in der Oper Bonn.

Und die war ausgesprochen erfolgreich: Alle Ausstellungsstücke gingen weg, insgesamt 5085 Euro fließen in die Kasse der Aktion Weihnachtslicht, fast 3000 Euro mehr als bei der ersten Auktion im Jahr 2017.

Den Grund für den Erfolg sehen die beiden Moderatoren, Opernsängerin Anjara Bartz und GA-Redakteur Holger Willcke, in Zeit und Ort der Veranstaltung, die dieses Jahr in einem schöneren Ambiente ausgerichtet wurde, nämlich als eine Art Matinee im Foyer der Bonner Oper, wo sich über die Auktion verteilt mehr als 120 Menschen aufhielten.

Nicht alle waren gekommen, um zu bieten: Carina und Ralf Müller waren extra aus Niederhülzing bei Bad Breisig in Rheinland-Pfalz angereist, weil Sohn Phillipp (10) mal eine Auktion sehen wollte. Und sie sei neugierig auf die Objekte gewesen, die versteigert wurden.

Erste Auktion fand in der Halle Beuel statt

Die erste Auktion für die Aktion Weihnachtslicht fand an einem Montagabend in der Halle Beuel statt, und zwar im Dezember 2017. Dieses Mal waren die Leute nicht im Vorweihnachtsstress und hatten Karneval vor Augen. Dörte Schall hat sich für 180 Euro ein aufwendiges Ballkleid mit aufgenähten Rosen gesichert, das für eine Operninszenierung angefertigt wurde. „Ich hoffe, dass mir das passt, dann ziehe ich das an Karneval an“, sagte die 41-jährige Sozialdezernentin der Stadt Mönchengladbach, die in Bonn wohnt. Sie habe etwas mit Blumen gesucht. Ihre jugendliche Tochter freute sich auch schon und kann es gar nicht erwarten, in das Kleid hineinzuwachsen.

Helga Fischer hatte sich ein Erinnerungsstück an ihre vielen Besuche im Godesberger Schauspielhaus gesichert: eine großformatige Aufnahme von Theaterfotograf Thilo Beu, der auch bei der Auktion anwesend war. „Das Theater liegt uns auch am Herzen, und da hing das Bild früher.“ Sie und ihr Mann bauen ein Haus und wollen das Foto in der Tiefgarage aufhängen.

Neben Kostümen und Fotografien wurden Malereien, Masken und Kulissenteile versteigert, viele davon für dreistellige Beträge. Die Stücke seien allesamt handgearbeitete Unikate und stammten aus abgespielten Produktionen. „Der Fundus hat eine bestimmte Lagerkapazität“, erklärte Bartz. „Von Zeit zu Zeit muss man sich von Objekten verabschieden.“ Aus dem Rahmen fielen die Donald-Duck-Figur und eine von Mickey Mouse in der gleichen Größe. Dass ausgerechnet der Disney-Enterich so viel Geld einspielte, freute Bartz, denn diese Figur hatte einst ihr Sohn als Übung während seiner Ausbildung als Plastiker angefertigt.

Donald Duck kommt in Schiffswerft

Der Käufer Ulrich Linden will sie in sein Büro stellen. „Uns gehört unter anderem ein großer Teil der Schiffswerft in Oberwinter“, sagte er. Da Donald Duck ein Matrosen-Outfit trage, passe er da gut hinein. Aber wichtiger sei ihm der soziale Aspekt des Ganzen, die Unterstützung der Aktion Weihnachtslicht. „Uns geht es relativ gut, wir hatten ein schönes Weihnachtsfest. Da kann man auch mal anderen Leuten etwas Gutes tun.“

Das ist auch die Motivation von Anjara Bartz, die spontan für den erkrankten Schauspieler Bernd Braun eingesprungen war. Sie habe gerne dabei mitgemacht, weil die Aktion Weihnachtslicht, durch die bedürftige ältere Menschen in Bonn und Umgebung unterstützt werden, eine tolle Initiative sei. „Ich finde, dass wir in der Gesellschaft die, die am Rand stehen, nicht vergessen sollten. Wenn ich dazu einen Beitrag leisten kann, diesen Menschen eine Freude zu machen, dann tue ich das gerne.“ Sie schenke am liebsten Freude, ob auf der Bühne oder im Leben.

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