Aktion Weihnachtslicht: Die Rente allein reicht nicht zum Leben

Aktion Weihnachtslicht : Die Rente allein reicht nicht zum Leben

Spender der Aktion Weihnachtslicht helfen Senioren in Bonn und der Region in größter Not.

Die Angst vor Altersarmut wächst. Allein in Bonn beziehen mehr als 3700 Senioren Grundsicherung im Alter. Tendenz steigend. Sie leben am Existenzminimum. So wie Helga B. Die gebürtige Bonnerin hat Anfang des vergangenen Jahres ihren Mann verloren Der Verlust nach mehr als 50 Ehejahren wiegt schwer, hat sich Helga B. doch in den zurückliegenden Jahren sehr intensiv um ihren kranken Mann gekümmert. Aus der Ehe sind zwei Töchter hervorgegangen.

Besonders liebevoll hat sich die Bonnerin von Beginn an um ihre Enkelkinder gekümmert - die Kinder wurden ihr damals zur Betreuung gegeben. Bis heute hat die 85-Jährige einen sehr guten Kontakt zu ihren Enkeln.

Helga B. ist auch im hohen Alter noch karitativ engagiert. Obwohl sie nur wenig Geld zur Verfügung hat, arbeitet sie seit vielen Jahren für die Tafel und kümmert sich um andere bedürftige Senioren, hilft manchmal mit den "Notgroschen" aus. Diese ehrenamtliche Tätigkeit bedeutet ihr sehr viel. "Was soll ich denn zu Hause alleine hocken?" Langeweile kommt bei ihr nicht auf. Auch nach dem Tod ihres Mannes ist sie täglich in ihrem Viertel zu Fuß unterwegs.

Über die finanzielle Unterstützung durch die Aktion Weihnachtslicht hat sich die Seniorin riesig gefreut. "Ich danke allen edlen Spendern von ganzem Herzen. Jetzt kann ich mir ein neues Bett und eine neue Jacke kaufen", sagt die Bonnerin überglücklich. mga

Seit fast 20 Jahren lebt die 80-jährige Gabriele N. allein im vierten Stock eines Hochhauses in Bad Godesberg. "Als ich hier 1999 eingezogen bin, waren das alles noch Seniorenwohnungen, heute geht es hier eher kunterbunt zu", berichtet sie. "Ich habe mein Leben praktisch allein gemeistert", blickt die gebürtige Bad Godesbergerin zurück auf die vergangenen Jahrzehnte.

Ihre Ehe scheiterte früh, und sie blieb allein mit vier Kindern zurück. Zwar gibt es mittlerweile acht Enkel und fünf Urenkel, aber der Mutter, Oma und Urgroßmutter steht nun nur noch ein Sohn nah, der auch in der Nähe lebt. "Mein ältester Sohn ist selbst schwer krank, aber der vergisst mich nicht - alle anderen schon", sagt sie.

Körperlich zu schaffen macht ihr vor allem ihre Arthrose. In ihrer kleinen Wohnung mit 40 Quadratmetern kann sie sich nur noch auf Krücken bewegen, draußen auf der Straße mit dem Rollator. Vor einigen Monaten stürzte sie schwer und musste ins Krankenhaus. "Ich habe wochenlang gelitten." Um die Familie über die Runden zu bekommen, arbeitete sie einst unter anderem im Einzelhandel im Verkauf.

Doch bereits mit Anfang 50 verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand wegen der Arthrose, mittlerweile hat sie Pflegegrad zwei. "Meine Rente ist sehr klein, den Rest zum Leben erhalte ich über die Grundsicherung. Aber ich habe immer sehr sparsam gelebt - man kann, man muss", sagt sie. Die Spende der Aktion Weihnachtslicht hat sie deshalb sehr gerührt. Unter Tränen sagt sie, das Wichtigste für sie sei: "Man darf sich nicht hängen lassen." wem

Es war ein folgenreicher Sturz, der ihr weiteres Leben grundlegend verändern sollte: Brigitte H. hatte gerade ihre Nachbarin verabschiedet, da stürzte sie auf der Straße sehr unglücklich und konnte nicht wieder selbstständig aufstehen. Die Diagnose im Krankenhaus: ein komplizierter Trümmerbruch. An diesen Unfall erinnert sich Brigitte H. noch genauso gut wie an jenen Tag, als sie während ihrer Arbeit in einer Arzneifabrik mit dem Rücken auf den Steinboden gefallen war. Die Verletzungen waren so heftig, dass sie arbeitsunfähig wurde und frühzeitig in Rente gehen musste.

Nach den zahlreichen Operationen nahmen die Schmerzen nicht ab. "Danach tat alles noch mehr weh", sagt die Seniorin, die heute mit einer Prothese im Knie und einer Prothese in der Schulter lebt. Schlafen kann sie nachts nur auf der Seite. "Mit den Schmerzen im Bein zu schlafen ist die reine Katastrophe", sagt sie. Wegen ihrer Unfälle musste die Seniorin frühzeitig in Rente gehen.

Mit schlimmen Folgen: Das Geld, das sie jetzt im Alter erhält, reicht gerade so für die Miete. In ihrer Wohnung müssten eigentlich die Wände gestrichen werden, zudem bräuchte sie dringend einen neuen Wohnzimmerschrank, weil der alte schon fast auseinanderfällt. Diese beiden Wünsche kann sich die Seniorin jetzt dank der Spende vom Weihnachtslicht erfüllen. (fls)