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seit 1845: Die Historie des Beethovenfestes Bonn

seit 1845 : Die Historie des Beethovenfestes Bonn

Das erste Beethovenfest fand bereits 1845 zum 75. Geburtstag Beethovens statt. Seitdem hat sich das Musikfestival zu einem festen Bestandteil der Bonner Kulturlandschaft entwickelt.

-1845-
Das erste Beethovenfest zum 75. Geburtstag Beethovens

Die Tradition des Beethovenfestes Bonn reicht zurück bis in das Jahr 1845, als zur Einweihung des Beethoven-Denkmals auf dem Münsterplatz anlässlich des 75. Geburtstags des Komponisten ein dreitägiges Musikfest stattfand. Dirigenten waren Louis Spohr und Franz Liszt, der auch als Komponist, Veranstalter und Mäzen zum Gelingen des Festes beitrug. Unter den Gästen sind besonders König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, die englische Königin Victoria, Alexander von Humboldt und Hector Berlioz hervorzuheben. In der Rekordzeit von nur elf Tagen war eine erste Beethovenhalle gebaut worden, die dieser Beethovenfeier von 1845 den angemessenen Rahmen bot. Die aus Holz errichtete Halle wurde im Anschluss an das Musikfest wegen Feuergefahr wieder abgerissen.

-1870-
Beethovenfeste zum 100. Geburtstag und 100. Todestag Beethovens

Das zweite Beethovenfest wurde zum 100. Geburtstag des Komponisten geplant. Wegen des Deutsch-Französischen Krieges fand es jedoch nicht 1870, sondern ein Jahr später in einer neu erbauten Beethovenhalle statt.

Der 1889 gegründete Verein Beethoven-Haus initiierte die beiden folgenden Kammermusikfeste von 1890 und 1893. Unter Leitung und Mitwirkung des berühmten Geigers Joseph Joachim feierte der Verein mit dem Fest 1890 den Erwerb des Geburtshauses von Beethoven und 1893 die Eröffnung der Beethoven-Gedenkstätte in dem Haus.

1894 fand wiederum ein größeres Beethovenfest Statt: Erstmals wurden alle neuen Beethoven-Symphonien aufgeführt, Interpreten waren das Kölner Gürzenich-Orchester unter der Leitung von Franz Wüllner.

1927 gedachte man mit dem “Deutschen Beethovenfest Bonn 1927„ unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des deutschen Reichspräsidenten und des österreichischen Bundespräsidenten des 100. Todestages Beethovens.

-1931-
Beginn der Reihe der regelmäßigen Bonner Beethovenfeste

Die Bedeutung der Beethoven-Stadt Bonn in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gründet sich vornehmlich auf dem Ruhm der von Joseph Joachim ins Leben gerufenen Kammermusikfeste. Die Bonner Beethovenfest moderner Prägung, von der Pianistin Elly Ney gegründet, begannen 1931 mit drei “volkstümlichen Beethoventages in Bonn„. Die Kammermusikfeste des Vereins Beethoven-Haus wurden ab 1934 bis zum Kriegsende zeitlich und organisatorisch in die immer mehr durch die Nationalsozialisten vereinnahmten, der Orchester- und Chormusik gewidmeten Beethovenfeste integriert.

-1947-
Nach Kriegsende

Nach Kriegsende erlebte das Beethovenfest einen Neubeginn – mit der Stadt als Trägerin und der Übertragung der künstlerischen Verantwortung an den jeweiligen Generalmusikdirektor. 1947 beschloss die Stadt Bonn, das Beethovenfest und das Kammermusikfest des Vereins Beethoven-Haus alternierend im Zweijahresrhythmus stattfinden zu lassen.

Schon 1959 konnte man aus verschiedenen Provisorien in die neue Beethovenhalle übersiedeln, die von dem 29 Jahr alten Berliner Architekten Siegfried Wolske entworfen worden war. Das Fest wanderte endgültig in den Herbst des Jahres.

Im Zwei- oder Drei-Jahres-Rhythmus kam es zu Aufführungen mit Spitzeninterpreten. Einen Höhepunkt erlebte das Beethovenfest anlässlich des 200. Geburtstages Beethovens im Jahr 1970, das als das großartigste und bedeutendste aller Beethovenfeste bezeichnet werden kann. Mit drei über das Jahr verteilten Konzertzyklen und internationalen Koryphäen der Beethoven-Interpretation wurde der große Sohn der Stadt gebührend gefeiert.

Ab 1974 fand das Beethovenfest alle drei Jahre statt und widmete sich inhaltlich zunehmend der Gegenüberstellung der Werke Beethovens mit zeitgenössischer Musik.

Eine angespannte Haushaltslage zwang die Stadt Bonn, den Zuschuss für das Fest 1995 zu streichen. Ein von Bonner Bürgern initiierter Verein, die bis heute existierenden “Bürger für Beethoven„ organisierte daraufhin einen “Beethoven-Marathon„, der dreimal – zuletzt 1998 – stattfand.

-1999-
Der Neuanfang

Seit 1998 ist die von der Bundesstadt Bonn gegründete und finanziell ausgestattete Internationale Beethovenfeste Bonn gGmbH Träger des Musikfestivals. Zweiter Gesellschafter ist die Deutsche Welle, die mit ihrer Medienleistung für die weltweite Verbreitung des Festivals sorgt. Darüber hinaus gibt es eine enge Kooperation mit dem städtischen Beethoven Orchester Bonn, dem Theater Bonn und dem Beethoven-Haus. Mit verschiedenen Konzerten im Rhein-Sieg-Kreis ist das Festival auch in der Region präsent.

Charakteristikum des Festivals, bei dem jedes Jahr weltberühmte Interpreten und junge, hoch talentierte Musiker in Bonn zu Gast sind, sind neben den herausragenden Interpreten die thematischen Leitlinien, die sich immer aus Beethovens Leben und Œuvre ableiten, sowie die Vielfalt der Spielstätten. Diese reicht von historischen bis zu modernen Sälen, vom Beethoven-Haus und der Beethovenhalle bis zum Alten Wasserwerk, von der Godesberger Redoute bis zur Straßenbahnhalle und zum T-Mobile Forum.

Franz Willnauer übernahm die Intendanz für die Beethovenfeste Bonn 1999 bis 2003. Seine Nachfolgerin war Ilona Schmiel, die das Festival von 2004 bis 2013 leitete. Seit Januar 2014 ist Nike Wagner Intendantin des Beethovenfestes Bonn.

Hier finden Sie den offiziellen Programmflyer zum Beethovenfest 2019.