Angemessene Bereifung: Worauf Autofahrer bei Winterreifen achten sollten

Angemessene Bereifung : Worauf Autofahrer bei Winterreifen achten sollten

Langsam kündigt sich die kalte und nasse Jahreszeit an. Für Autofahrer bedeutet das auch, auf die richtige Wahl der Reifen zu achten. Seit vergangenem Jahr gelten neue Vorschriften. Wir sagen, worauf es ankommt.

Auf einen heißen Sommer folgt bald die kalte und nasse Jahreszeit. Für Autofahrer bedeutet dies auch, den Blick auf eine angemessene Bereifung ihrer Fahrzeuge zu werfen. Einen festen Zeitraum für Winterreifen gibt es nicht. Führer von Kraftfahrzeugen müssen ihre Bereifung den Straßenverhältnissen entsprechend anpassen.

Bei winterlichen Straßenverhältnissen gilt ein Verbot für das Fahren mit Sommerreifen. Wer sein Fahrzeug mit Sommerreifen bei Schnee und Eis lediglich parkt, muss aber keine Strafe befürchten. Wer dennoch mit Sommerreifen fährt, dem droht ein Bußgeld von mindestens 60 Euro und ein Punkt im Verkehrszentralregister. Ein zusätzliches Bußgeld und ein Punkt in Flensburg kommen zudem auf den Fahrzeughalter zu, der jemand anderes mit seinem falsch bereiften Auto fahren lässt.

Seit 2017 gelten zudem neue Regeln. In Zukunft reicht es nicht mehr aus, wenn die Reifen mit einer M+S-Kennzeichnung versehen sind. Wer neue Winterreifen kauft, sollte deshalb unbedingt darauf achten, dass sie das sogenannte Alpine-Symbol auf der Flanke tragen. Es zeigt eine Schneeflocke in einem dreigezackten Bergpiktogramm. Darauf weist der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) hin. Tragen bereits vorhandene Winterreifen nur das M+S-Symbol, dürfen Autofahrer diese noch bis zum September 2024 fahren. Seit 1. Januar 2018 hergestellte Reifen müssen laut ADAC das Alpine-Symbol tragen.

Keine einheitliche Antwort gibt es auf die Frage, ob Ganzjahresreifen sinnvoll sind. Denn wo sie einerseits günstig sind und sich von Winterreifen nicht stark unterscheiden, wird der Bremsweg mit Ganzjahresreifen im Sommer kürzer. Der ADAC empfiehlt: Die Allrounder seien nur für Fahrer empfehlenswert, die keinen Ski- oder Sommerurlaub im Süden planten. "Die jeweiligen Spezialisten - reinrassige Sommer- beziehungsweise Winterreifen - sind immer die bessere Wahl bei extremen Wetterbedingungen", sagt ADAC-Sprecher Johannes Boos.

Auch Tests sprechen nicht grundsätzlich gegen die Allrounder: Viele bewältigten mittlerweile den Spagat der kurzen Bremswege sowohl auf Eis und Schnee als auch auf trockener, warmer Fahrbahn, hält der ADAC anlässlich eines Reifentests fest, schränkt aber ein: Obwohl manche Ganzjahresreifen beim Bremsweg entweder an die Messwerte der Sommer- beziehungsweise Winterreifen sogar heranreichten, seien die Spezialisten für ihren Einsatzzweck noch immer die besseren Reifen, die Allwetterlösung sei nach wie vor ein Kompromiss.

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