Die B9 heute

Bonn hat die Lampen an

Eine Straßenlampe vom Typ Siemens 5NA 4802-1A 1×15-23 Watt (Semperlux).

Eine Straßenlampe vom Typ Siemens 5NA 4802-1A 1×15-23 Watt (Semperlux).

Bonn. Die Beleuchtung in Bonn hat schon eine ganze Menge durchgemacht. Und damit sind nicht nur Wind und Wetter gemeint, sondern vor allem die Entwicklung was technischen Fortschritt und den Geschmack der jeweiligen Zeit angeht.

Und so kommt es, dass eine Vielzahl von Lampentypen aus unterschiedlichen Epochen der Stadtentwicklung an den Wegesrändern zu beobachten sind: unauffällige, hübsch designte, moderne oder einfach schlicht zweckmäßige.

Auch an der B 9 finden sich einige unterschiedliche Lampentypen. Sie reihen sich ein in das Meer von rund 35.000 Lichtpunkten, wie die Straßenlaternen im Beamtendeutsch genannt werden, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. Der Betrieb kostet natürlich Geld – und zwar eine ganze Menge: Rund 6,2 Millionen Euro pro Jahr überweist die Stadt an die SWB, damit in Bonn die Lichter nicht ausgehen. Die Stadtwerke haben den Betrieb der Lampen von der Stadt übernommen und erhalten dafür „pro Lichtpunkt eine Pauschale von 177 Euro jährlich“, sagt der Leiter des Tiefbauamtes, Peter Esch. Davon wird einerseits die Wartung bezahlt, andererseits Rücklagen gebildet, um die Laterne irgendwann einmal ersetzen zu können.

„So eine Lampe hält 40 bis 50 Jahre“, erklärt Stefan Pieper, der als Sachgebietsleiter im Tiefbauamt auch für die Beleuchtung zuständig ist. „Je nach Birnentyp schwankt die Lebensdauer.“ Von einigen Gaslampen abgesehen, die aus historischen Gründen noch in Bad Godesberg stehen, sind die meisten Straßenlaternen mit Quecksilberlampen oder Leuchtstoffröhren bestückt, die im Laufe der Zeit von den deutlich effizienteren Natriumdampflampen abgelöst wurden und noch werden. „Das sind die mit dem gelblichen Licht“, sagt Pieper.

Wann wurde welche Beleuchtung entlang der Bundesstraße installiert? Um Informationen zu erhalten, klicken Sie sich durch die Galerie mit den einzelnen Leuchten.

 

Der aktuelle Trend sind LED-Lampen. Dass diese noch nicht im ganzen Stadtgebiet leuchten, liegt vor allem daran, dass ein Austausch der vorhandenen Lichter noch keinen Sinn ergeben würde: Zum einen ist es aus Sicht der SWB unsinnig, noch funktionierende Lampen vorzeitig auszutauschen, zumal die Energieeinsparung der LEDs sich derzeit in nicht nennenswerten Beträgen niederschlägt. Zudem ist dieser Bereich auch für die Hersteller noch ein großes Experimentierfeld. „Wenn man sich festlegt, möchte man natürlich einen Hersteller haben, der garantiert, dass es seine Produkte noch lange gibt“, sagt Pieper. Denn ein Grund für den Flickenteppich aus Lampen ist auch, dass nahezu jede Birne ein anderes Gewinde hat und nicht mal eben so an andere Laternen angepasst werden kann. Daher sind im Laufe der Jahrzehnte durch die lange Haltbarkeit der Birnen immer wieder an den Zeitgeist, den technischen Fortschritt und den gewünschten Nutzen angepasste Lampenmodelle installiert worden. Erst in den vergangenen Jahren haben die Planer darauf geachtet, bei der Gestaltung auf eine gewisse Einheitlichkeit Wert zu legen. Zu sehen zwischen dem Godesberger Tunnel und dem Trajektkreisel.

Doch auch an der B 9 gibt es Probleme: An der Olof-Palme-Allee streut das Licht der Lampen so nach oben, dass sich Tierschützer Sorgen um irritierte Vögel machen. Davon mal abgesehen sagt Tiefbauamtsleiter Esch ganz grundsätzlich: „Bonn ist eine relativ helle Stadt.“