Telekom Baskets Bonn

Thomas Päch bittet die Baskets zum ersten Training

BONN. Die Baskets weichen alte Prinzipien bei der Vergabe der Rückennummern auf und haben nun erstmals die Nummern 1, 23 und 41 vergeben. Die Profis absolvierten außerdem medizinische Tests.

Als wäre die Aussagekraft der Zahlen 23 und 41 für Basketballer nicht groß genug: Bei den Telekom Baskets Bonn stehen sie jetzt beinahe symbolhaft für die neuen Wege, die der Basketball-Bundesligist beschreiten will. Nichts soll mehr einfach nur so bleiben, weil es immer so war. Jahrelang sind die Baskets erzkonservativ mit der Vergabe der Rückennummern umgegangen, die Zahlen von 4 bis 15 waren Standard, höher ging es für die Youngster – und nur in der Reihenfolge. 1,2 und 3 wurden nie vergeben. In der kommenden Saison läuft Ben Simons mit der 23 des legendären Michael Jordan auf, Stephen Zimmerman hat sich Dirk Nowitzkis 41 ausgesucht. Eine Kleinigkeit als Indikator für einen Umbruch.

Die meisten Spieler waren schon am Donnerstag angereist und hatten die medizinischen Untersuchungen beim Internisten Peter Martin Klassen sowie beim Orthopäden und Mannschaftsarzt Michael Volkmer hinter sich gebracht. Ben Simons hatte noch ein wenig der verlorengegangenen Hälfte seines Gepäcks hinterherrecherchiert und alle ihren Jetlag bekämpft. Rückkehrer Bojan Subotic hatte seine neuen Kollegen gleich am ersten Abend beim Stamm-Italiener versammelt und erste Fragen der gespannten Neulinge beantwortet.

Mit Tagesbeginn landete dann am Sonntag auch Mannschaftskapitän TJ DiLeo in Deutschland und fuhr im Prinzip gleich vom Flughafen zur ersten Einheit auf den Hardtberg. Neu eingekleidet und mit den für Baskets-Verhältnisse revolutionären Zahlen auf den Jerseys starteten der neue Cheftrainer Thomas Päch und sein Team dann in die erste Trainingseinheit der Saison.

Im Mittelkreis des Parketts im Telekom Dome begrüßte Päch die Spieler und stellte noch einmal sein Team mit Co-Trainer Chris O'Shea, Athletiktrainer Georgios Chatzidamianidis, Teambetreuer Daniel Seffern und Physiotherapeut Bogdan Suciu vor, ehe eine kleine Athletikeinheit die Saison 2019/20 der Bonner eröffnete. Nach dem Aufwärmen ging Päch zügig zur Defense über, wobei der 36-Jährige viel erklärte. Sehr ruhig, sehr präzise, sehr klar. Er sprach viel mit der Gruppe und mit Einzelnen und er machte vor, was er sehen wollte.

Am Montag muss gleich O'Shea übernehmen, denn Päch muss zum Meeting der Bundesliga-Trainer nach Frankfurt. Am Mittwoch ist sein aktueller Kader dann komplett: Joshiko Saibou, Neuzugang von Pächs Ex-Verein Alba Berlin, stößt als letzter Spieler zum Kader. Bundestrainer Henrik Rödl hatte den Nationalspieler schon vor dem Testspiel am Sonntag gegen Schweden aus seinem WM-Kader gestrichen.

Bitter für den Aufbauspieler, aber in Bonn freuen sich die Kollegen auf seine Ankunft. „Schade, dass er es nicht in den WM-Kader geschafft hat – ich hätte es ihm gegönnt“, sagt Benjamin Lischka, Neuzugang aus Gießen. „Er hat in den letzten zwei Jahren richtig guten Basketball gespielt. Sein Cut ist, denke ich, der Tatsache geschuldet, dass wir einen so großen Talentpool in Deutschland haben. Ich freue mich dennoch, dass wir ihn bald in Bonn begrüßen dürfen, weil er bei uns eine große Rolle spielen wird.“

Und das wird er im Trikot mit der Nummer 1 tun.