Basketball-Bundesliga

Telekom Baskets Bonn schlagen BG Göttingen 76:68

James Webb gehörte zu den besten Werfern der Telekom Baskets Bonn gegen Göttingen.

James Webb gehörte zu den besten Werfern der Telekom Baskets Bonn gegen Göttingen.

Bonn. Die Telekom Baskets Bonn haben am Sonntagnachmittag einen Start-Ziel-Sieg gegen die BG Göttingen gefeiert. Mit einem 76:68 erfüllten sie ihre Pflichtaufgabe in eigener Halle.

Die Telekom Baskets Bonn sind wieder die Telekom Baskets: Nachdem der Basketball-Bundesligist noch am Mittwoch wie eine lustlose Doppelgängertruppe seiner selbst bei Alba Fehervar in Ungarn aus dem europäischen Wettbewerb ausgeschieden war, erkämpfte sich das Bonner Team gegen die BG Göttingen einen im Playoff-Rennen wichtigen 76:68 (21:16, 20:19, 17:20, 18:13)-Arbeitssieg und verschaffte sich auf Rang sechs einen Hauch von Luft gegenüber der eng gestaffelten Konkurrenz. Am Ende machte es die Mannschaft von Cheftrainer Chris O'Shea noch einmal spannend, brachte den Sieg aber ins Ziel – wie die Original-Baskets 2018/19.

„Wir waren von Beginn an bereit, die nötige Energie aufs Feld zu bringen, hatten in den kritischen Phasen immer eine Antwort parat, sagte O'Shea hinterher. „Unser Ziel, auf Michael Stockton mit verschiedenen Verteidigern permanent Druck auszuüben, ist aufgegangen und war einer der Schlüssel zum Erfolg.“

Es war ein Spiel wie eine Ziehharmonika: Bonn zog davon, Göttingen arbeitete sich wieder ran, Bonn zog davon, Göttingen arbeitete sich wieder ran. Nach vier Minuten führten die Baskets nach zwei Dreiern von TJ DiLeo und Josh Mayo sowie einem ansehnlichen Zug zum Korb DiLeos mit 8:0, schon jetzt deutete sich an, was eines der Göttinger Probleme werden sollte: die Dreierquote. Die Niedersachsen trafen einfach nicht von draußen. Am Ende waren es insgesamt weniger Distanztreffer (4 bei 32 Versuchen) als sie Baskets-Spielmacher Josh Mayo (5/6) alleine in den Korb warf.

Die Bonner leisteten sich in der Offensive zu viele Flüchtigkeitsfehler, und so war Göttingen wieder auf Augenhöhe, musste aber zum Ende des Viertels wieder einen Rückstand (16:21) hinnehmen. Was die Gäste im Spiel hielt, war die Überlegenheit beim Rebound und das Aufgehen ihres Defensivkonzepts. Nur selten erlaubten sie den Bonnern die ganz einfachen Punkte.

Im zweiten Viertel das gleiche Spiel: Bonn zog weg (34:24, 17.), Göttingen antwortete und schloss durch Dominic Lockhart mit dem ersten getroffenen Dreier im 13. Versuch auf (35:33, 18.). Was Bonn auch versuchte, die Gäste ließen sich nicht abschütteln. Insbesondere die Phasen, in denen DiLeo auf der Bonner Bank saß, nutzten die Veilchen zu ihren kleinen Läufen. Ohne den umsichtigen Spielmacher fehlten den Baskets die ordnende Hand.

Überhaupt schien O'Shea, der im Rahmen der Ausländerregelung der BBL dieses Mal auf Stefan Bircevic verzichtete, zeitweise zu Experimenten aufgelegt zu sein. Da waren ungewöhnliche Formationen auf dem Parkett, Nate Linhart bekam viel Spielzeit. Denn noch ist der Neuzugang nicht so angekommen, wie man sich das erhofft hat. Noch nutzen die Baskets sein Potenzial nicht genug, weil sie zu wenig eingespielt sind. Eine Partie gegen den Tabellen-14. bietet da eher Chancen als eine gegen einen Playoff-Konkurrenten.

Im Schlussviertel sah es dann so aus, als müsste der Außenseiter abreißen lassen, aber eine Flaute in der Bonner Offense erlaubte ihm, doch wieder Tuchfühlung aufzunehmen. Als Derek Willis mit zwei verwandelten Freiwürfen auf 65:67 verkürzte (39.), war es DiLeo, der mit einem aus Bonner Sicht wichtigen Dreier zum 70:65 antwortete. Einen Steal von James Webb III stopfte Yorman Polas Bartolo dann wie ein Statement zum 74:65 in den Gästekorb, so, als wollte er deutlich machen, dass die Partie jetzt gelaufen war. Er hatte Recht. Es war das Ende des Ziehharmonika-Spiels, der Punkt am Ende der Göttinger Aufholjagden.