Kommentar zu den Telekom Baskets

Stillstand ist Rückschritt

Es war nicht seine Serie: Oldenburg schaffte es, Josh Mayo, den zentralen Bonner Spieler, weitestgehend aus zweieinhalb der drei Partien zu nehmen.

Es war nicht seine Serie: Oldenburg schaffte es, Josh Mayo, den zentralen Bonner Spieler, weitestgehend aus zweieinhalb der drei Partien zu nehmen.

Bonn. Gemessen an ihrem Etat haben die Telekom Baskets Bonn eine gute Saison gespielt. Regelmäßiges Ausscheiden im Viertelfinale ist auf Dauer dennoch zu wenig, findet GA-Redakteurin Tanja Schneider.

Geld wirft auch Körbe: Nicht erst mit dem Ende der Playoffserie der Telekom Baskets gegen Oldenburg ist klar, dass diese Fußballweisheit abgewandelt auch im Basketball ihre Gültigkeit hat. Gemessen am (angenommenen) Finanz-Ranking der BBL haben die Telekom Baskets Bonn die Saison besser abgeschlossen, als es zu erwarten war. Platz sieben, Saisonziel erreicht. Oldenburg hielt die Bonner mit der beeindruckenden Qualität eines Tabellenzweiten – resultierend aus einem ebenso beeindruckenden Etat – auf Distanz.

„Chapeau, Bonn“, könnte man sagen. Und dennoch hinterlässt diese Mannschaft eine gewisse Unzufriedenheit, weil sie immer wieder ihr Potenzial angedeutet hatte – in besonderen Spielen. Mit den Mühen des Alltags hingegen, sprich: Pflichtsiegen gegen Außenseiter, hatte sie so ihre Schwierigkeiten. Niederlagen gegen Underdogs, so darf man angesichts dieses Potenzials unterstellen, resultierten aus einem Motivationsproblem. Nichts passt weniger zum so gerne beschworenen Baskets-Spirit.

Aber der Spirit alleine reicht inzwischen auch nicht mehr. Die Baskets haben im Laufe der Jahre viele Teams vorbeiziehen sehen. Mannschaften, zu denen auch herausragende Baskets-Spieler wechselten, weil dort der besser dotierte Vertrag lockte. Die Fans waren geduldig, weil die vereinseigene Halle abbezahlt wurde, die Baskets mehr in Steine als in Beine investierten. Langsam ist die Geduld aufgebraucht. Man sieht es auf den nur noch selten ausverkauften Rängen, liest es in den Foren, hört es nach den Spielen.

20 Mal Playoffs in 23 Jahren BBL bedeuten Kontinuität. Die Baskets haben seit der Vize-Meisterschaft 2009 zweimal die Playoffs verpasst und sind sieben Mal im Viertelfinale ausgeschieden. Irgendwann wird aus Kontinuität aber Stillstand. Die Baskets müssen sich bewegen.

Mit Erfolg nur durch Glück in der Kaderzusammenstellung und Spirit zu überraschen, ist inzwischen viel seltener geworden, als es einmal war. Gegenwärtig ist Aufsteiger Rasta Vechta dafür das beste Beispiel. Wenn die Baskets irgendwann wieder mehr erreichen wollen, als das Minimalziel, führt an einem höheren Etat kein Weg vorbei.