Kommentar zur Baskets-Krise

Es ist höchste Zeit für einen Trainerwechsel

Bonn. Es ist gut, dass die Telekom Baskets nicht dazu neigen, panische Entscheidungen zu treffen. Das hat den Verein im Laufe der Jahre ausgezeichnet. Doch für einen Anschub der Saison durch einen Personalwechsel wird es höchste Zeit, kommentiert GA-Redakteurin Tanja Schneider.

Wenn die Entscheider der Telekom Baskets auf dem Bonner Hardtberg der aktuellen Saison noch einen Anschub in die richtige Richtung geben wollen, ist es jetzt höchste Zeit. Wie so oft in solchen Krisenzeiten bleibt da nur eine Lösung: ein Trainerwechsel. Predrag Krunic ist beileibe nicht der allein Schuldige an dieser Misere, aber auch er hat einiges falsch gemacht.

In der Spielanlage des Bosniers gibt es wenig Überraschendes, die Auszeiten verpuffen zu häufig. Vieles wirkt hilflos. Auf dem Feld und an der Seitenlinie. Die Nachverpflichtung von Stefan Bircevic erweist sich bis dato nicht wirklich als hilfreich. Verantwortlich: Krunic und Sportmanager Michael Wichterich. Das größte Manko aber ist, dass Krunic es nicht schafft, seine Mannschaft 40 Minuten mit der richtigen Einstellung aufs Feld zu schicken.

Das ist schlecht für die sportlichen Ziele und damit auch für den Zuschauerzulauf. Das Spiel gegen Fribourg fand – natürlich auch der Konkurrenz durch das Handball-WM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Frankreich geschuldet – vor der Minuskulisse von 2030 Zuschauern statt. „Ihr spielt die Zuschauer aus der Halle“, schrieb ein langjähriger Fan in den sozialen Medien. Dem ist wenig hinzuzufügen.

Erst bei der Nachverpflichtung Bircevics hatte Wiedlich betont, wie wichtig das Erreichen der Playoffs sei und dass der Club sich dafür finanziell aus dem Fenster gelehnt habe. Insofern muss der Vereinsboss vor der Partie in Bamberg reagieren. Die Mannschaft braucht einen neuen Impuls – und hat dann keine Ausreden mehr für uninspirierte Leistungen.