20 Jahre Baskets

Die Geschichte der Telekom Baskets Bonn

2006

2006 Spatenstich für die Baskets-Halle

Die Arbeiten am Telekom Dome.

Die Arbeiten am Telekom Dome.

 

Die Hallen-Machbarkeitsfrage erschien öffentlich jahrelang vage und düster. Plötzlich Spatenstich: 24. September 2006. Drei Tage zuvor hatte Baskets-Präsident Wiedlich, seit 2001 BBL-Vizepräsident, nicht mehr für das Ligaamt kandidiert – mit Hinweis auf die Zusatzbelastung durch den Hallenbau.

Für den Club beginnt mit dem Spatenstich ein Stress- und Balance-Test eigener Art, denn alle „Baskets-Tätigen“ müssen jetzt gleichzeitig den Liga-Alltag meistern und 1,5 Jahre lang eine der größten Baustellen Bonns kontrollieren – und vor allem deren Kosten. Der Club hat keine finanzielle Reserve.

Ein milder Herbst und Winter beschleunigt den Hallenbau, der in dieser und der nächsten Saison so etwas wie der neue Star am Baskets-Himmel ist. Am 24. Januar 2007 ist Grundsteinlegung: Erbsensuppe, Reden, 500 Gäste, Zelt mit Heizung. Das im deutschen Basketball einmalige Projekt läuft auf Hochtouren und für eine Sport-GmbH, die sich mit Spieleragenten und Basketball-Regeln auskennt, aber kaum mit einer Großbaustelle, überraschend störungsfrei.

 

Die Geschichte zum Hallenbau

Vor 16 Jahren wurden die Telekom Baskets Bonn erstmals mit der Situation konfrontiert, dass ihre Heimspielstätte für die Euroleague keine Zulassung erhalten hätte. Doch die Bonner verloren das fünfte entscheidende Finale und kamen nicht in die Situation einer unangenehmen Euroleague-Absage.

 

Doch es gab noch andere Gründe, das Thema nicht aus den Augen zu verlieren, etwa den chronischen Ticketmangel für die Hardtberghalle. So versprach die damalige Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann im Mai 1999 Tausenden Basketsfans auf der Vizemeister-Party auf dem Münsterplatz, die Möglichkeiten für den Bau einer neuen Halle gründlich zu prüfen. Dabei versuchte die OB, die Pläne für ein Kongresszentrum mit dem Basketsbedarf zu verbinden.

Öffentlich geriet die Diskussion inhaltlich durcheinander: Multifunktionshalle oder reine Basketballhalle? Die Baskets brachten den Sportpark Nord und die SSF Bonn, Bonns größten Sportverein, als Mitinvestor ins Gespräch. Doch als die SSF signalisierten, dass sie nicht investieren, sondern nur mieten wollten, klappten die Telekom Baskets die Akte „Sportpark Nord“ zu.

 

Bezirkspolitiker schlugen Anfang 2002 im Zwei-Wochen-Takt neue Standorte vor: An der Josefshöhe über einer Mülldeponie, Friesdorf, am Mondorfer Bach oder am Römerbad.

Die Baskets schweigen und nehmen den Ball auf, den Hardtbergs Bezirksvorsteher Gerhard Lorth Mitte/Ende 2002 in den Ring wirft: Das Bundesgrenzschutz-Grundstück an der Autobahn-Ausfahrt Bonn-Hardtberg hat den Vorteil, dass das Namensrecht der Halle dort mehr wert ist als beispielsweise am Mondorfer Bach.

Der Club muss mit jedem Euro rechnen, seitdem die Stadt Bonn entschieden hat, sich nun nicht an einer Mehrzweckhalle zu beteiligen.

2006 Kleines Budget - Der Bau ist der Star

Headcoach Koch stellt die Weichen für die Saison 2006/07: Mit Jason Gardner und dem ungewöhnlichen Rookie John Bowler kommen neue Leistungsträger. Dass Bowler „Center kann“, hat er in der US-College-Liga NCAA eindrucksvoll bewiesen und wurde zum „Spieler des Jahres“ (2006) auf seiner Position gewählt. 2006/07 erreicht Koch inmitten starker Liga-Konkurrenz Platz sechs der Hauptrunde und wieder die Playoffs – und wieder ist Bamberg der Gegner im Viertelfinale. Nach hartem Kampf heißt es 3:2 für die Oberfranken.

2006 Boxkampf auf dem Hardtberg

Alles ging blitzschnell: Plötzlich war das Spielfeld eine Ringermatte mit Boxeinlagen. Im 2. Playoff-Viertelfinale zwischen Bonn und Bamberg foult Baskets-Center Michael Meeks. Danach greift er Uvis Helmanis in den Unterleib, woraufhin Steffen Hamann Meeks ein Beinchen stellt. Meeks geht auf Hamann los. Danach Massenschlägerei.

Die Spielunterbrechung dauert fast 20 Minuten. Wer sich nicht an der Rudelbildung beteiligt hatte, darf weiterspielen. Fünf Bamberger und vier Bonner müssen in die Kabine. Fortan spielen fünf Bonner gegen vier Bamberger weiter. Ergebnis: 75:64 für Bonn. Eine Minute und 30 Sekunden darf jeder TV-Sender kostenlos von einem Sportereignis berichten. Diese Szene sendeten alle Sender, so kam es zu einer der höchsten TV-Reichweiten in der deutschen Basketballgeschichte. Die Baskets entließen daraufhin Meeks, der seinerseits, wie eine spätere Auswertung der Filmaufnahmen ergab, von Helmanis mit einem ähnlichen Griff provoziert worden war.