20 Jahre Baskets

Die Geschichte der Telekom Baskets Bonn

1991 bis 1994

1991 „Elefantenhochzeit“ in Bonn

In Bonn dominiert der Realitätssinn gegenüber dem Konkurrenzdenken. Hinter den Kulissen reift die Idee zur Fusion. Ende 1991 ist es so weit: Nach einigen Ab- und Verstimmungen fusionieren die Basketball-Abteilungen von GTV (96 Aktive) und Fortuna (164) – „Elefantenhochzeit“ schreibt der General-Anzeiger. Auch die abgebenden Hauptvereine haben alles abgesegnet. Der neue Verein heißt BG Bonn 1992 e.V. und sein Präsident Dr. Hans Braun. Zur Saison 1992/93 startet das Herrenteam in der 2. Liga Nord unter einem neuen Trainer: Achim Fischer. So hatte man sich den linksrheinischen Neubeginn nicht vorgestellt: Abstiegsrunde. Alle Alarmglocken läuten. Der einstige GTV-Star Stevenson wird nachverpflichtet und der Klassenerhalt gesichert.

1993 Endlich Derbys!

Auch in der darauf folgenden Saison hält die BG Bonn die Zweitklassigkeit. Doch im Basketballkreis Bonn beginnt mit der Saison 1993/94 eine neue Ära: Rhöndorf ist in die zweite Liga aufgestiegen und zwei Herren-Zweitligisten, wer hat das schon? Im Sommer 1993 ist klar, was in der kommenden Spielzeit ansteht: Lokalderbys  auf  bisher  höchstem Niveau.

Emotionen pur in der Hardtberghalle, nachdem Baskets-Scharfschütze Jan Rohdewald am 6. April 1997 den Siegtreffer und damit das Aus für Tatami Rhöndorf in der Playoff-Viertelfinalserie besiegelte. Fotograf Jörn Wolter (rechts) sucht Rohdewald vergeblich – begraben unter einer Menschentraube.

 

Die schon in den Kinder- und Jugendteams in Schule und Verein gepflegte Lokalkonkurrenz zwischen Rhöndorf und Bad Godesberg/Bonn springt auf eine neue emotionale Stufe. „Rhöndorf gegen Bonn“ steht an zur Entscheidung.

Vor der Saison ist das Derby aber erst einmal nicht auf dem Schirm der BG-Bonn-Verantwortlichen. „Basketball-Bonn“ sortiert sich abermals neu. Der männliche BG-Teil wechselt zum Post-SV Bonn und spielt unter diesem Namen in der 2. Liga, während die BG sich auf Damen-Basketball konzentriert.

Dann ist es soweit, die Saison 1993/1994 beginnt. Zwar hat der Post-SV Bonn nun die Telekom als „Pflichtsponsor“, aber Tatami Rhöndorf gilt als wirtschaftlich stärker. In den sechs kampfbetonten Lokalderbys bis Ende der Spielzeit 1994/95 führt das selten zu deutlichen Ergebnissen. Viermal gewinnt Rhöndorf, zweimal Bonn.

1994 Rhöndorf wird erstklassig

 

In Bonn wird eine Basketball-Begeisterungswelle los getreten. Der Grund: Bonns neuer Trainer Dan Palmer hat den erstligaerfahrenen Eric Taylor mitgebracht. Der virtuos aufspielende 1,78-Meter-Mann begeistert die Fans.

Indes hat in der Tabelle immer Rhöndorf die Nase vorn. Im April 1995 schwebt man am Menzenberg auf Wolke sieben, der Aufstieg ist perfekt. Bald wird das Team von Cheftrainer Michael Laufer gegen Berlin und Leverkusen in Rhöndorf antreten. Ein Dämpfer für alle Fans: Die Lokalderbys sind erstmal aus dem Basketball-Programm der Region gestrichen. Dafür hält der RTV in der ersten Bundesliga-Spielzeit dank acht Siegen aus 26 Spielen die Klasse.