Spiel gegen s.Oliver Würzburg

Baskets erreichen Playoffs trotz Niederlage

Die Baskets verlieren ihr Auswärtsspiel gegen s.Oliver Würzburg und müssen um die Playoffs bangen.

Die Baskets verlieren ihr Auswärtsspiel gegen s.Oliver Würzburg und müssen um die Playoffs bangen.

BONN. Trotz der 75:80-Niederlage in Würzburg am Freitagabend stehen die Baskets sicher in der K.o.-Runde. Doch als Gegner droht den Bonnern jetzt München.

Playoffs ja, Ziel erreicht nein: Durch eine 75:80-Niederlage bei s.Oliver Würzburg und dank der Ergebnisse der Konkurrenz stehen die Telekom Baskets in der K.o.-Runde um die deutsche Meisterschaft. Eine Niederlage mit nur vier Punkten Differenz hätte ihnen zum Absichern des siebten Platzes gereicht und damit zur Vermeidung des Duells mit dem Hauptrundenersten FC Bayern. Die letzte Chance, diesem David-gegen-Goliath Duell noch aus dem Weg zu gehen bietet sich zum Abschluss der regulären Saison am Sonntag – gegen den FC Bayern (18 Uhr, Telekom Dome).

„Das ist eine bittere Niederlage. Wir wollen den siebten Platz, das ist jetzt schwer“, sagte der sichtlich enttäuschte TJ DiLeo. „Wir haben das Spiel im dritten Viertel verloren, da haben wir zu schlecht gespielt.“ Da hatte DiLeo recht, sein Team hatte sich von bissigeren Würzburgern in dieser Phase den Schneid abkaufen lassen.

O'Shea machte keine Experimete; der Baskets-Trainer ließ wie zuletzt Josh Mayo, Nate Linhart, Yorman Polas Bartolo, Bojan Subotic und Charles Jackson in die Partie starten. Schon als diese fünf eine schnelle 6:0-Führung herausspielten, hatte sich die Bonner Ausgangslage zusätzlich verbessert: Braunschweig spielte den Baskets mit einem 95:77-Sieg gegen Frankfurt in die Karten, damit waren die Hessen aus dem Playoff-Rennen und damit der für Bonn gefährlichste Konkurrent, wenn die direkten Vergleiche herangezogen werden müssen. Denn die Baskets gaben beide Partien gegen die Skyliners ab. Zudem kam, während in Würzburg das zweite Viertel lief, die Nachricht, dass Ludwigsburg nach einer Niederlage in Göttingen ebenfalls Federn gelassen hatte und nun auf einen Baskets-Sieg angewiesen war.

Auf dem Feld erholten sich die Hausherren schnell von der kleinen Bonner Anfangsoffensive und schlugen zurück – unter reger Beteiligung des echten Bonners in ihrem Kader: Florian Koch trafin der 8. Minute zur Zehn-Punkte-Führung für die Franken (21:11). Nach einem schicken Assist von TJ DiLeo schloss Martin Breunig zum 20:23 nach dem ersten Viertel ab.

Doch Würzburg war jetzt besser im Spiel und nutzte das entsprechend. Der Bonner Dreier fiel nur spärlich, die Baskets versuchten ihn zu oft, sodass sich die Hausherren dank der besseren offensiven Entscheidungen und höheren Intensität ein Polster erarbeiteten, das zur Pause sechs Punkte stark war (41:35).

Martin Breunig interessierten die Nachrichten aus den anderen Hallen nicht: „Wir wollen den siebten Platz sicher haben, also müssen wir auch entsprechend spielen“, sagte der Bonner Center in der Halbzeit.

Als hätte er es heraufbeschworen, passierte das Gegenteil. Die Würzburger kamen deutlich wacher aus der Kabine, die Bonner Center-Verteidigung suchte noch nach Orientierung und als Mike Morrison schnell auf 47:35 erhöhte, stellte O'Shea seinem Team persönlich den Wecker: Auszeit. Breunig hielt jetzt dagegen und agierte clever am Korb.

Mit acht Punkten Rückstand ging es in den Schlussabschnitt (55:63). Bonn war jetzt sicher in den Playoffs, aber auf dem unbeliebten achten Platz. Es drohte der FC Bayern in der ersten Runde – und damit eine kurze Postseason.

Würzburg hatte viel Energie verbraucht, das hatte zwischenzeitlich nach mehr Willen als bei den Bonnern ausgesehen, doch die Baskets hatten sich ihre Kräfte gut eingeteilt und kamen im Schlussviertel nach einem 16-Punkte-Rückstand (55:71, 31.)Zähler um Zähler zurück.

Als Mayo drei Minuten vor Schluss per Dreier zum 70:74 traf, drehte er den Lautstärkeregler der Halle auf Null. Jetzt war Bonn wieder auf Platz sieben. Die Würzburger begannen, Kraft und Nerven zu verlieren. Bonn traf jetzt die besseren Entscheidungen, war aufmerksamer im Rebound, hatte die ruhigere Hand, kam bis auf zwei Punkte heran.

Dann war es Skyler Bowlin, der mitten ins Bonner Herz traf. Die Baskets hatten den Angriff gut verteidigt, aber Bowlins Dreier fiel mit dem Ende der Angriffszeit durchs Netz – fünf Punkte Differenz, Bonn auf Platz acht.

Noch neuen Sekunden blieben den Baskets, doch der letzte Angriff vermochte nicht mehr, den Bonnern ein Ticket-upgrade für Platz sieben zu bringen. Jetzt muss ein Sieg gegen die Bayern her, sonst drohen – die Bayern.

Telekom Baskets: Nate Linhart 8/1 Dreier, Jarelle Reischel, Olivier Hanlan 3/1, Bojan Subotic 1, Stefan Bircevic 10/2, Charles Jackson 8, TJ DiLeo 11/1, Martin Breunig 12, Yorman Polas Bartolo 8/2, Josh Mayo 14/4.