Faktencheck zum Playoff-Spiel: X-Faktor Ryan Thompson

Faktencheck zum Playoff-Spiel : X-Faktor Ryan Thompson

Baskets-Ex-Coach Mike Koch unterzieht das Playoff-Duell der Bonner mit Bamberg dem Faktencheck. Der Experte stellt die Startformationen auf und vergleicht die Positionen.

Michael Koch hat acht Jahre an der Seitenlinie der Telekom Baskets gestanden. Der ehemalige Cheftrainer der Bonner ist im Telekom Dome immer noch ein oft und gerne gesehener Gast. Nach einem Engagement bei Medi Bayreuth hatte er jetzt eine Basketball-Auszeit, während der er sich mit Begeisterung um den großen Garten an seinem Haus im Siebengebirge kümmerte und seinen Sport als Zuschauer verfolgte. „Ich besuche gern meine ehemaligen Spieler. Es tut auch mal ganz gut zu entspannen. Aber so langsam kribbelt es wieder“, sagt der 51-Jährige, „eine Aufgabe mit Perspektive könnte mich reizen.“

Für den GA hat er die Playoff-Paarung zwischen den Telekom Baskets und Brose Bamberg (erstes Spiel am Samstag, ab 14.45 Uhr im GA-Liveblog, in Bamberg) einem Faktencheck unterzogen und die Formationen verglichen, mit denen er an den Start gehen würde.

„Bonn hat wenig überraschende Wechsel vollzogen“, sagt Koch, „die zentralen Spieler stehen um die 30 Minuten auf dem Feld, bei den Bambergern sind es eher gute 20 Minuten. Trainer Trinchieri hat eine tiefe Bank und aufgrund der Belastung in BBL und Euroleague viel gewechselt. Ich würde Bonn mit Mayo, Thompson, Bartolo, Horton und Gamble starten lassen und Bamberg mit Strelnieks und Zisis auf den Guardpositionen sowie Miller, Melli und Radosevic.

Das sieht nach einer eindeutigen Angelegenheit aus. Koch sieht dennoch drei Bonner Chancen: Ein mögliches Überraschungsmoment, das Heimrecht im zweiten Spiel und den X-Faktor Thompson. „Wenn Bonn ein Spiel gewinnen will, muss Thompson liefern“, sagt der Europameister von 1993. „Er ist ein Spieler, der ein Spiel drehen kann – ob das für eine Serie reichen kann, ist die andere Frage. Ich denke eher nicht. Aber Thompson hat schon in und auch gegen Bamberg gezeigt, was er drauf hat.“

Beiden Offensiven bescheinigt Koch ordentlich Potenzial, Bamberg ist mit der drittbesten Angriffsmaschinerie unterwegs, die Baskets rangieren hier auf Platz sechs. „Den Unterschied wird die Defensive machen“, glaubt der ehemalige Baskets-Coach. „Da gibt es keine bessere als die der Franken und Bonn liegt nur auf Rang elf. Die Differenz der kassierten Punkte liegt bei 13, 69:82. Was die Zweipunktewürfe und die Freiwurfquote betrifft, agieren beide Teams ähnlich, aber bei den Dreiern haben die Bamberger wieder einen extremen Vorteil. Sie machen 9,5 pro Spiel bei einer Quote von 40,5 Prozent – jeweils zweitbester Wert in der Liga.“

Im ersten Spiel erwartet der gebürtige Licher keine großen Überraschungen. „Da wird man sich auf das konzentrieren, was man kann. Bamberg wird versuchen, langsam zu spielen, Bonn eher schnell.“ Das, so glaubt er, wird umso mehr in Spiel zwei in Bonn der Fall sein, wenn der Telekom Dome trotz höheren Drucks vor den Heimfans einen Vorteil darstellen könnte. „Dann muss Bonn versuchen, das Tempo hochzuhalten und so viele einfache Punkte wie möglich zu generieren. Und die Optionen am Korb müssen funktionieren. Dann ist ihre Chance am größten. Aber eine Serie gegen Bamberg zu gewinnen, ist schwer bis unmöglich.“

Eine Überraschung könnte helfen. „Man muss versuchen, irgendetwas besonderes hinzubekommen.“ Er selbst hat das geschafft. Beinahe genau vor fünf Jahren, als Benas Veikalas Spiel eins in Bamberg klaute. Geht doch.

LIVE: Das ganze Spiel können Sie am Samstag ab 14.45 Uhr im Liveblog auf ga-bonn.de erleben.