Training an Silvester und Neujahr: Telekom Baskets wollen die Talfahrt in Gießen stoppen

Training an Silvester und Neujahr : Telekom Baskets wollen die Talfahrt in Gießen stoppen

Die Telekom Baskets wollen die Bundesliga-Talfahrt an diesem Mittwoch bei den Gießen 46ers stoppen. An Silvester und Neujahr wurde trainiert.

Der Jahreswechsel bedeutete für die Telekom Baskets Bonn viel Arbeit. „Wir haben an Silvester und an Neujahr trainiert“, sagte Predrag Krunic, der Trainer des Basketball-Bundesligisten. In einer besseren sportlichen Situation hätten die Bonner Profis vielleicht einen Tag freibekommen, doch nach fünf Niederlagen in Folge, darunter eine besonders bittere 67:80-Schlappe am vergangenen Sonntag beim Tabellenvorletzten Mitteldeutscher BC, und das immens wichtige Spiel bei den Gießen 46ers am Mittwoch (20.30 Uhr, Halle Ost) vor der Brust war an eine Pause nicht zu denken.

Nicht nur Training stand auf dem Programm, es wurden auch Gespräche „mit der Mannschaft und mit einzelnen Spielern“ geführt, verriet Krunic. Der Bosnier, der mit kurzer Unterbrechung seit Ende der 1990er Jahre, als er in Bonn Co-Trainer von Bruno Socé wurde, in der Liga unterwegs ist, arbeitet daran, die Köpfe seiner Spieler wieder aufzurichten. Die Talfahrt, die Bonn in der Tabelle bis auf Rang zwölf abrutschen ließ, will er unbedingt stoppen. Und er habe den Eindruck, teilte er mit, dass die Mannschaft voll mitziehe. Krunic: „Am Trainingseinsatz ist nichts zu beanstanden. Alle arbeiten hart dafür, endlich wieder zu gewinnen.“ Auch aus den Gesprächen nehme er den Eindruck mit, dass das Team intakt sei und alle an einem Strang zögen. „Ich sehe da überhaupt keine Probleme“, versicherte Krunic.

Auf dem Feld gibt es dagegen genug davon. Gerade beim MBC offenbarten die Baskets große Verunsicherung. Das gipfelte in einer nur 13-prozentigen Dreierquote (3/24). Krunic: „Wir brauchen die Dreier, aber beim MBC gingen auch viele freie Würfe nicht in den Korb.“ Dazu kamen eine deutliche Unterlegenheit im Rebound und wieder einmal Phasen, in denen die Bonner einem enthusiastisch aufspielenden und aufopferungsvoll kämpfenden Gegner nicht die nötige Intensität entgegensetzten. Am Ende verlor sich die Offensive in Einzelaktionen. „Wir wissen, dass wir uns in diesen Bereichen verbessern müssen. Wir müssen es vor allem schaffen, unsere Konzentration und Intensität über 40 Minuten hochzuhalten“, blickte Krunic auf das Spiel in Gießen. „Wenn wir eine so offensivstarke Mannschaft nicht stoppen, riskieren wir höhere Rückstände.“

Die 46ers befinden sich derzeit in der gleichen Lage. Die Mannschaft von Trainer Ingo Freyer hat in der BBL die vergangenen fünf Spiele nicht gewonnen. Was die Situation beim Tabellenzehnten ebenfalls vergleichbar macht, ist der Ausfall von Center John Bryant. Der 2,11-Meter-Hüne führt die BBL bei den Schützen mit im Schnitt mehr als 20 Punkten an und ist mit elf Rebounds pro Spiel auch in dieser Kategorie vorn. Wegen einer Achillessehnenreizung setzte „Big John“ aber die beiden vergangenen Partien in Berlin und in Ludwigsburg aus. Und glaubt man den Mitteilungen des Vereins auf der Homepage, ist der Einsatz des 31-Jährigen gegen die Bonner sehr fraglich.

„Wir bereiten uns auf alles vor. Ob mit oder ohne Bryant, wir müssen den Ausfall von Charles Jackson, der uns hart getroffen hat, durch Teamarbeit kompensieren“, sagte Krunic. Martin Breunig macht zwar einen exzellenten Job, doch von den Mitspielern kam bisher noch nicht die nötige Unterstützung. Dabei wird in Gießen einiges darauf ankommen, im Kampf unter den Brettern zu bestehen und in der Defensive Ballgewinne zu generieren, „um unser schnelles Umschaltspiel zu Punkten nutzen“.

Zudem dürfe man die gefährlichen Schützen der 46ers nicht heiß laufen lassen, die Gießen zu einem der besten Angriffsteams (88,6 Punkte pro Spiel) machen. „Ein Sieg wäre für unser Selbstvertrauen sehr wichtig“, sagte der 51-jährige Coach mit Blick auf das schwere Heimspiel gegen Ludwigsburg. Angst um seinen Job, habe er nicht. Krunic: „Ich bin ja nicht zum ersten Mal in einer solchen Situation. Ich konzentriere mich auf die Arbeit mit dem Team. Mehr kann ich nicht tun.“