Champions League: Telekom Baskets verlieren mit 92:99 gegen Teneriffa

Champions League : Telekom Baskets verlieren mit 92:99 gegen Teneriffa

Die Telekom Baskets Bonn haben ihre starke Leistung in der Champions League nicht belohnt und nach Verlängerung mit 92:99 gegen Teneriffa verloren. Über weite Strecken zeigte das Team eine engagierte Leistung gegen das spanische Top-Team.

In die Telekom Baskets ist wieder Leben zurückgekehrt. Obwohl es zum Rückrundenstart der Champions League nicht zum Sieg gegen Tabellenführer Iberostar Teneriffa reichte, präsentierten sich die Bonner im Vergleich zur 78:98-Niederlage gegen Oldenburg wie ausgewechselt. Nach einer engagierten Leistung mussten sie sich dem spanischen Top-Team mit (23:24, 20:16, 22:19, 17:23, 10:17) geschlagen geben, hatten aber reichlich Kredit bei ihren Fans zurückgewonnen.

Der sonst nicht unbedingt für Überraschungen bekannte Baskets-Headcoach Predrag Krunic hatte für die Partie gegen den Champions-League-Sieger von 2017 eine faustdicke in petto: Von den sieben Internationalen in seinem Team musste er aufgrund der Ausländerregelung der Champions League einen Spieler draußen lassen und entschied sich für Ra'Shad James. Die lapidare Begründung von Sportmanager Michael Wichterich: „Einer muss halt draußen bleiben.“

Abgesehen davon, dass die beiden Neuzugänge Olivier Hanlan und Stefan Bircevic im Bestreben, sie ins Team zu integrieren, wohl eher keine Option für die Bank waren, kann die Nichtberücksichtigung eines der potenziell besten Bonner Basketballer auch als Quittung für einen uninspirierten Auftritt gegen Oldenburg interpretiert werden.

TJ DiLeo rückte in die Startformation, und Krunic hielt eine emotionale Ansprache. Im stoischen Kreis weißer Trikots zappelte der Mann im grauen Anzug, ruderte mit den Armen, ballte die Fäuste. Seine Mannschaft hatte alle Hinweise verstanden. Das war offensichtlich. Von Beginn an hielten die Baskets dagegen und agierten mit einem der Titelfavoriten auf Augenhöhe.

Zwar war die Offensive zunächst ein wenig pechgebremst, doch Martin Breunig hatte einen Sahnetag erwischt und profitierte von den Zuspielen DiLeos. Als er in der Verteidigung den Ball klaute, nach vorn trug und nach einer Drehung um seinen spanischen Kontrahenten zum 7:12 in den Korb legte, sprang die Bonner Bank auf und wedelte mit den Handtüchern. Auch den dazu fälligen Freiwurf verwandelte der Bonner Center. Als Krunic ihn bei 15:17 vom Feld holte, erntete er die verdiente Anerkennung von den Rängen, denn elf der Punkte und reichlich Defense gingen auf sein Konto.

Die Baskets agierten konsequent – an beiden Enden des Feldes. Was man am Sonntag gegen Oldenburg kaum für möglich hielt: Diese Halle ist mit einem einfachen Mittel in Wallung zu bringen – Einsatz. Das schlug sich auch im Ergebnis nieder: Zur Pause führten die Baskets mit 43:40 und hatten eine der besten Halbzeiten dieser Saison gezeigt. Zum Abschluss hatte Mayo den Spaniern den Ball geklaut und ihn in rasender Geschwindigkeit und mit der Halbzeitsirene in den Korb getragen.

Auch im dritten Viertel machten die Baskets dem Favoriten, der seit dem Ende des ersten Viertels ohne den verletzten Spielmacher Thaddus McFadden auskommen musste, das Leben schwer. Immer wieder nutzten sie die Option Breunig und steigerten ihre Dreierquote. Doch der Gast legte in der Verteidigung mächtig zu und brachte Bonn im Schlussdurchgang mit einem 16:1–Lauf mit zehn Punkten ins Hintertreffen (65:75, 34.). Doch die Baskets gaben nicht auf, und sie kämpften sich wieder heran.

Als Yorman Polas Bartolo einen zu kurzen Dreier von Mayo einsammelte und auf 75:76 verkürzte, gab die Uhr den Hausherren noch eine Minute und 38 Sekunden und die Halle lautstarke Unterstützung. Es begann das Foulen, Zeit von der Uhr nehmen, Spielzüge in Auszeiten besprechen, was in zwei Freiwürfen gipfelte, die Breunig zum 82:82 und zur Verlängerung verwandelte.

Krunic ballte die Fäuste Richtung Stehtribüne, von wo aus er einen erhobenen Daumen des strahlenden Baskets-Präsidenten Wolfgang Wiedlich zurückbekam. Spiel und Einsatz waren auch nach seinem Geschmack. In der Verlängerung behielt Teneriffa aber vor allem an der Freiwurflinie die Nerven. Der Bonner Einsatz blieb unbelohnt.

Telekom Baskets: Jarelle Reischel 3 Punkte/1 Dreier, Olivier Hanlan 5/1, Bojan Subotic 5/1, Stefan Bircevic 5, TJ DiLeo 12, Martin Breunig 19, Yorman Polas Bartolo 7/1, Josh Mayo 25/4, James Webb III 11/3.

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