Josh Mayo dominiert in der Crunchtime: Telekom Baskets schlagen Würzburg mit 91:86

Josh Mayo dominiert in der Crunchtime : Telekom Baskets schlagen Würzburg mit 91:86

Auf Josh Mayo konnten sich die Telekom Baskets Bonn einmal mehr verlassen. Der Spielmacher führte seine Baskets in einer spannenden Schlussphase gegen s.Oliver Würzburg zum Erfolg.

Ball unbedingt zu Mayo – Ball auf keinen Fall zu Mayo. So dürften 17 Sekunden vor Schluss die Ansagen der Trainer für den entscheidenden Spielzug gelautet haben. Es stand 87:84 für die Telekom Baskets Bonn gegen s.Oliver Würzburg, der Bonner Yorman Polas Bartolo stand beim Einwurf. Und es gelang ihm, seinen Spielmacher zu finden. Josh Mayo versuchte, sich durch drei Würzburger zu wurschteln. Einer musste zupacken, sonst wäre der Bonner entwischt. Es war ausgerechnet Ex-Basketsspieler Florian Koch, der so gezwungen war, dem Gegner in die Karten zu spielen. Würzburg-Trainer Denis Wucherer blickte an der Seitenlinie resigniert zur Hallendecke und wusste: Das war's. Mayo trifft mehr als 90 Prozent seiner Freiwürfe. Und er rief seine Qualität auch in dieser Situation eiskalt ab.

Schon in die beiden Würfe hin- ein feierten die Fans auf der Stehtribüne den verdienten fünften Sieg in dieser BBL-Saison. Nach dem 91:86 (13:23, 32:18, 22:17, 24:28) sind die Baskets in der Liga zu Hause weiter ungeschlagen.

Die Gäste kamen deutlich besser in die Partie als die Männer von Cheftrainer Predrag Krunic. Als Charles Jackson in der dritten Minute mit zwei Freiwürfen auf 2:5 verkürzte, hatten die ersten drei Bonner Angriffe ein unbefriedigendes Ende gefunden. Der Weg an den Korb versprach Erfolg, aber nach zwei Stolperern von TJ Dileo und Ra'Shad James begann das Bonner Spiel schon wieder zäh zu werden.

Sobald etwas nicht funktionierte, schienen die Baskets wieder jeder mit sich beschäftigt zu sein und das Teamplay aus den Augen zu verlieren. Erst nach einem komplett verschlafenen ersten Viertel und einem 13:23-Rückstand arbeiteten sie sich in die Partie. Sie spielten geduldig ihre Chancen heraus und drehten, auch dank einer starken Leistung der Spieler von der Bank, noch vor der Halbzeit das Spiel.

Mitte des zweiten Viertels musste Polas Bartolo mit einer Verletzung an der Hand kurz in die Kabine. Krunic war gezwungen, etwas zu ändern. Das tat dem Bonner Spiel gut. Die zweite Fünf war es jetzt, die die Bonner Distanz-trefferquote wiederbelebte. Nach nur einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf im ersten Abschnitt legten die Baskets sechs im zweiten Viertel nach, die Defensive packte ausdrucksstärker zu und nutzte das Foul sinnvoll als legitimes Mittel zur Spielunterbrechung. Würzburg war beeindruckt.

Und in der 14. Minute traf auch TJ DiLeo für drei Punkte. Der Applaus fiel lauter aus als zuvor. Nicht, weil es der Anschluss zum 28:29 war, sondern weil die Bonner Fans wussten, dass ihr Publikumsliebling auf der Suche nach seiner alten Form fallende Dreier ebenso gut gebrauchen kann wie positives Feedback. Auch die Starter ließen sich ab Viertel zwei von der Intensität anstecken – und Bonn baute die Führung bis zum Ende des dritten Spielabschnitts auf eine zweistellige Differenz aus (62:51, 28.). Dann allerdings schlichen sich kleine Fehler ein. Im Grunde normal, aber die Baskets haben in dieser Saison noch zu selten bewiesen, dass sie nicht fallen, wenn sie ins Taumeln geraten. Die Stabilität muss noch erarbeitet werden. Es wurde also wieder ein Krimi.

Ein Ballverlust hier, ein Offensivfoul da – Würzburg witterte seine Chance und blieb dran. Allerdings lief den Franken die Zeit davon. Eine Tatsache, die Bonn dann clever forcierte. Als Perry Ellis per Dreier auf 84:85 verkürzte, waren nur noch 17 Sekunden auf der Uhr: Ball zu Mayo. Der Baskets-Plan ging auf.

„Wir waren anfangs zu emotionslos, haben aber dann die Intensität angenommen“, sagte Julian Jasinski, einer derer, die Bonn besser ins Spiel brachten. „Auch wenn es noch einmal unnötig eng wurde, haben wir, glaube ich, verdient gewonnen“, fand der Bruder von Daniel Jasinski, dem Bronzegewinner im Diskuswurf bei den Olympischen Spielen von Rio. Am Vorabend hatte er noch 28 Minuten für den Baskets-Kooperationspartner Rhöndorf auf dem Parkett gestanden. Der für den verletzten Bojan Subotic in den Kader gerückte 22-Jährige machte jedenfalls das Beste aus seiner Spielzeit.

Insgesamt sah die Bonner Leistung aus wie ein Schritt in die richtige Richtung. Ob es tatsächlich so ist, können die Baskets schon am Dienstag beweisen, dann kommt der tschechische Vertreter BK Opava zum siebten Spieltag in der Champions League in den Telekom Dome (20 Uhr).

Telekom Baskets: Shane Gibson 10 Punkte/2 Dreier, Jarelle Reischel 7/1, Ra’Shad James 20/2, Charles Jackson 11, TJ DiLeo 5/1, Martin Breunig 4, Yorman Polas Bartolo 8/2, Josh Mayo 6, James Webb III.11/2, Julian Jasinski 9/3.

Würzburg: Olaseni 2, Hulls 3/1, Richter 8, Cooks 14/1, Loncar 7/1, Koch 4, Wells 22/1, Ellis 21/2, Hoffmann 3/1, Loesing 2.

Trefferquote: Bonn 54% (29/54), Würzburg 48% (31/64); Dreierquote: Bonn 46% (13/28), Würzburg 33% (7/21); Freiwurfquote: Bonn 87% (20/23), Würzburg 77% (17/22); Rebounds: Bonn 27 (Bester: Webb III. 8), Würzburg 35; Assists: Bonn 21 (Bester: DiLeo 5), Würzburg 22; Ballgewinne: Bonn 5, Würzburg 7; Ballverluste: Bonn 12, Würzburg 11; Fouls: Bonn 22, Würzburg 21; Zuschauer: 5250.

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