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Basketball in Bonn: Telekom Baskets klarer Außenseiter bei AEK Athen

Basketball in Bonn : Telekom Baskets klarer Außenseiter bei AEK Athen

Im Hinspiel des Achtelfinals treten die Telekom Baskets Bonn beim ehemaligen Champions-League-Sieger AEK Athen an. Sportmanager Wichterich weiß um die Außenseiterrolle, sagt aber: „Gegen die besseren Teams haben wir in dieser Saison auch immer besser gespielt. Wir haben eigentlich nichts zu verlieren.“

Für die Flugreise nach Griechenland verteilte Physiotherapeut Bogdan Suciu erst einmal Schutzmasken an jeden Spieler und Reiseteilnehmer. Was die Telekom Baskets Bonn in ihrer schwierigen sportlichen Situation derzeit überhaupt nicht gebrauchen können, wären Infektionen mit dem Coronavirus. Es gilt, sich voll und ganz auf das Sportliche zu konzentrieren. Und das heißt aktuell, am Mittwoch (20.30 Uhr) in der 19.000 Zuschauer fassenden Olympiahalle das Hinspiel des Achtelfinals der Champions League bei AEK Athen zu bestreiten.

Viel Zuversicht hat die Mannschaft von Trainer Will Voigt nicht im Gepäck. Baskets-Sportmanager Michael Wichterich brachte es auf den Punkt: „Athen ist für mich mit Hapoel Jerusalem eine der beiden Topmannschaften des Wettbewerbs.“ Die Griechen liegen derzeit in der heimischen A1-Liga auf dem zweiten Platz hinter Stadtrivale Panathinaikos und das bereits mit einem Drei-Siege-Polster auf Verfolger Peristeri.

In der Vorrunde war AEK Zweiter der Gruppe B hinter Jerusalem und wäre vermutlich in jeder anderen Gruppe als Erster weitergekommen. 2018 gewannen sie die Champions League im Finale gegen Monaco. „Wir sind ganz klarer Außenseiter“, blickte Wichterich voraus. Um in einem Atemzug noch damit zu hadern, dass eine bessere Ausgangsposition für die Runde der letzten 16 verpasst wurde. Wichterich: „Wir haben es uns am letzten Spieltag der Gruppenrunde selbst verbaut.“ Gegen den Drittplatzierten einer anderen Gruppe wäre die Aufgabe deutlich einfacher gewesen.

„Wir haben eigentlich nichts zu verlieren“

Aber kampflos ergeben wollen sich die Baskets gegen das von Starspieler Keith Langford (19 Punkte pro Spiel) angeführte griechische Team nicht. „Es ist großartig, dass wir uns überhaupt qualifiziert haben, und natürlich gehen wir die Spiele auch so an, unsere Chance nutzen zu wollen“, machte der Sportmanager klar und offenbarte dann doch eine Spur von Zuversicht: „Gegen die besseren Teams haben wir in dieser Saison auch immer besser gespielt. Wir haben eigentlich nichts zu verlieren.“

Das könnte die Crux in der Bundesliga sein. Da haben die Baskets viel zu verlieren, und das scheint den ein oder anderen Spieler zu lähmen. Voigt reagierte fast schon geschockt, wie sich einige Leistungsträger bei der 86:95-Niederlage im Heimspiel gegen Würzburg präsentierten und nahm auch kein Blatt vor den Mund. Bis auf Martin Breunig hätten die anderen Starter ihr Team hängen gelassen, offensiv und defensiv. „Die Kritik war berechtigt“, urteilte Wichterich. Voigt sei auch im Training sehr direkt und offen. Er macht klare Ansagen. Er spricht aus, was für den ein oder anderen vielleicht unangenehm ist, aber anders kommen wir auch nicht weiter.“ Das Würzburgspiel sei ein Rückschlag gewesen, und „den müssen wir schleunigst korrigieren“.

Deshalb steht für die Baskets die Aufgabe in der Champions League auch vor dem Hintergrund, „die Mannschaft für den Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga weiterzuentwickeln“. Wichterich unterstrich dabei den kämpferischen Aspekt. Die Spieler könnten sich nicht darauf verlassen, Spiele über die individuelle Qualität zu gewinnen, „die Basis für alles ist im Moment die Bereitschaft, den Kampf um den Klassenerhalt anzunehmen. Und da war das, was wir gegen Würzburg zu Spielbeginn und zu Beginn der zweiten Halbzeit an Engagement gezeigt haben, zu wenig“.

In Athen sollen sich die Bonner gegen ein AEK-Team, das neben Langford über weitere europäische Topspieler wie die griechische Basketball-Legende Nikolaos Zisis verfügt, vor allem in der Defensive stabiler präsentieren. Später soll das dann auf die Bundesliga übertragen werden. Da hat die Mannschaft erst einmal zwei Wochen Pause. Wichterich: „Nach dem Spiel gegen Würzburg ist das vielleicht ganz gut so.“