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Telekom Baskets: Die Basketballer aus Bonn stehen vor Kellerduellen

Basketball-Bundesliga : Telekom Baskets stehen vor Kellerduellen

Die Telekom Baskets Bonn stehen am Samstag in der Basketball-Bundesliga vor dem eminent wichtigen Spiel gegen den Mitteldeutschen BC. Derweil suchen die Vereinsverantwortlichen nach Verstärkung für die Mannschaft.

Hängende Schultern, starre Blicke, schnelle Schritte. Obwohl die Telekom Baskets eine veritable Kabinenpredigt erwartete, hatten sie es eilig, dorthin zu kommen. Raus aus der Halle, weg von dem Parkett, auf dem  Paok Saloniki seinen 85:83-Champions-League-Erfolg mit etwa 3000 enthusiastischen Fans feierte.

„Ja, es war laut in der Kabine“, gab Baskets-Sportmanager Michael Wichterich am Tag nach der unnötigen Niederlage, die die Baskets die Tabellenführung kostete, zu. Wichterich war wütend gewesen nach der Partie, das war ihm anzusehen. „Ich war enttäuscht, wie wir über weite Strecken der ersten drei Viertel agiert haben“, sagte er. „Das kann man sich vielleicht mit der Gewissheit von Siegen im Rücken leisten.“ Aber die haben die Baskets nicht.

Denn deutlich dominanter in der  Wahrnehmung als die immer noch positive Bilanz im europäischen Wettbewerb sind die in der BBL-Tabelle zu Buche stehenden sieben Niederlagen – neben einem knappen 77:76-Sieg gegen Frankfurt, der vom ersten Spieltag datiert. Insofern haben die Baskets es nicht nur verpasst, ihre gute Position in der Champions League zu stärken, sondern auch vor entscheidenden Spielen gegen den Mitteldeutschen BC (Samstag, 20.30 Uhr), in Göttingen (21. Dezember) und gegen die Hamburg Towers (26. Dezember) Selbstbewusstsein zu tanken. Denn davon gibt es gegenwärtig kaum mehr als in ein Gießkännchen passt.

Zudem war die Partie gegen Paok im Gegensatz zu den meisten zuvor spielerisch und kämpferisch ein Rückschritt. Statt zu „laufen, verteidigen, kratzen und beißen“, wie Wichterich und sicher auch Cheftrainer Thomas Päch es gern gesehen hätten, machten die Baskets die Griechen mit nachlassender Intensität stark und standen hernach im hellenischen Dreierregen.

Jetzt also der MBC. Auch im Tabellenkeller, aber mit dem, was den Bonnern fehlt: Rückenwind. Zum einen aus einem Überraschungssieg bei Rasta Vechta am vergangenen Wochenende, zum anderen aus einer namhaften Nachverpflichtung: Center Joey Dorsey  kommt mit 120 Spielen NBA-Erfahrung in Diensten der Houston Rockets, Sacramento Kings und Toronto Raptors zum Team von Trainer Björn Harmsen, der Mitte November Wojciech Kaminski ablöste.

Eine Neuverpflichtung ist inzwischen auch für die Baskets ein Thema. „Es muss etwas passieren“, sagt Wichterich. „Wenn der Impuls vom Team kommt, umso besser, aber sonst müssen wir tätig werden.“ Wie soll der Impulsgeber denn aussehen? „Eine solche Suche beinhaltet zwei Fragen: Was passiert bei uns auf dem Feld und: Was gibt der Markt her?“, erklärt der Sportmanager. „Wir brauchen jemanden, der passt und uns stabilisiert.“

Wichterich hat drei Problemfelder ausgemacht: „Struktur, Ballverluste, Zweierquote.“ Daraus ergibt sich ein viertes: „Das alles mit einer Person zu lösen ist schwierig.“ Vor dem Spiel gegen den MBC wird das nicht passieren, also müssen die Spieler, die am Mittwochabend den Druck noch einmal gesteigert haben, am Samstag noch ohne die mögliche Unterstützung damit umgehen. „Und ich halte den MBC für besser als Paok“, sagt Wichterich. „Ich bin überrascht, dass der MBC da unten drin steht.“ Dann pausiert er kurz. „Aber ich bin auch überrascht, dass wir da unten drin stehen.“