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Telekom Baskets: Bonner verlieren Heimspiel gegen Würzburg

Niederlage gegen Würzburg : Trainer kritisiert Telekom Baskets nach Niederlage hart

Die Telekom Baskets haben ihr Heimspiel gegen Würzburg verloren. Der Abstiegskampf der Bonner wird damit noch ein Stück härter. Doch es gab auch eine gute Nachricht.

Auf die Ehrenrunde verzichteten die Telekom Baskets Bonn am Sonntagnachmittag. Der Coronavirus hinterlässt auch auf dem Hardtberg seine Spuren. Hände abklatschen war da verboten. Es gab aber auch keinen Anlass zum Abklatschen, weil der Abstiegskampf den fünfmaligen Vizemeister fest im Griff behält. Nach dem gefeierten 112:96-Sieg im Karnevalsspiel gegen die Giessen 46ers folgte im Heimspiel gegen s.Oliver Würzburg wieder ein Rückschlag: 86:95 (15:26, 28:19, 19:25, 24:25). Immerhin verloren die Hamburg Towers ihr Heimspiel gegen die Crailsheim Merlins mit 91:92, sodass Bonn weiterhin zwei Punkte Vorsprung auf die Norddeutschen und den diesmal spielfreien Mitteldeutschen BC hat.

Die Baskets mussten sich vor 5405 Zuschauern im Telekom Dome in das Spiel beißen. Bereits nach sieben Minuten lagen sie mit 17 Punkten in Rückstand: 5:22. „Es ist dann schwer zurückzukommen. Wir waren das gesamte Spiel gezwungen hinterherzulaufen“, stellte Baskets-Trainer Will Voigt fest. Der Gegner, der um den Playoff-Einzug kämpft, spielte trotz dreier Niederlagen in Serie und einer dreiwöchigen Spielpause mit viel Selbstvertrauen auf, machte gleich Druck und Tempo. Vor allem die Guards Cameron Wells und Skyler Bowlin sowie Power Forward Luke Fischer machten den Bonnern Probleme. Allerdings taten sie sich auch selbst weh. Sie erarbeiteten sich freie Würfe, verwandelten sie aber nicht, oft auch nicht im zweiten oder dritten Anlauf – Nervensache. Als Voigt seine zweite Auszeit nahm, hatte sein Team nur zwei von 14 Korbversuchen in Zählbares umgemünzt.

Voigt machte keinen Hehl daraus, dass er mit vier seiner Starter nicht zufrieden war, „auf beiden Seiten des Feldes“. Voigt: „Sie haben uns hängen lassen.“ Damit meinte er Geno Lawrence, Trey McKinney-Jones, Ben Simons und Branden Frazier. Nur Martin Breunig spielte gewohnt stark.

Der Bonner Trainer lobte aber seine Bankspieler, „sie haben uns ins Spiel zurückgebracht“. Auch Donald Sloan, in dieser Woche frisch verpflichtet, zeigte gute Ansätze und kam auf 14 Punkte, doch Wunderdinge waren von ihm in so kurzer Zeit nicht zu erwarten. „Ich wollte ihn gar nicht so viele Minuten spielen lassen, aber ich hatte keine Wahl“, meinte Voigt.

Der Coach wirkte ein wenig ratlos, weil die Aufholjagd seines Teams die Schwächen nur kurzzeitig überdeckte. Der Gegner wurde zunächst häufiger gestoppt, und die Trefferquote ging nach oben. Bis zum Ende des ersten Durchgangs war Magenta auf 15:26 herangekommen. Vor allem Breunig lief heiß. Er wurde von seinen Mitspielern gesucht und gefunden und war entscheidend am 11:0-Lauf bis zum 20:26 und an der ersten Führung beim 34:33 beteiligt. Mit 13 Punkten war der Center bester Schütze der ersten Halbzeit.

Beim 43:45 zur Pause schien es so, als sollten die Hausherren auf Augenhöhe spielen können. „Doch dann ist dasselbe wieder passiert“, sagte Voigt. Würzburg riss das Spiel an sich, trat kompakter und mit der reiferen Spielanlage auf. Der Coach nahm kein Blatt vor den Mund: „86 Punkte können reichen, um ein Spiel zu gewinnen, aber unsere Defense war schlecht, unsere Intensität war schlecht, unsere Rotationen waren schlecht.“ Der richtige Fokus und die Intensität hätten gefehlt. Die Baskets setzten zwar immer mal wieder Nadelstiche, beispielsweise durch Sloan und Alec Brown (sechs Dreier), doch Würzburg dominierte die Begegnung. Im Aufbau diktierte Wells das Geschehen und markierte insgesamt 23 Punkte, unter dem Korb war Fischer einfach nicht zu halten und avancierte mit 26 Punkten zum Topscorer. Trotz aller Ruhe in seinen Statements, merkte man Voigt an, dass ihn das maßlos ärgerte: „Bei allem Respekt vor Fischer, er kam immer so frei an den Balll, selbst ich hätte die Würfe verwandelt.“

Die Bonner mussten sich zu sehr auf ihre Dreier verlassen, weil in Korbnähe für sie zu selten ein Durchkommen war. So blieben die Baskets nach Distanzwürfen von Ben Simons und Trey McKinney-Jones zunächst noch dran (52:55), mussten dann abreißen lassen. Der Gast trat geschlossener und zielgerichteter auf. „In der zweiten Halbzeit haben wir 15 Assists verteilt und auch am Brett das Duell gewonnen“, sagte Würzburgs Coach Denis Wucherer. Ein gutes Spiel machte für Würzburg der Ex-Bonner Florian Koch. Sein Dreier zum 89:77 gut drei Minuten vor dem Ende war eine Art Vorentscheidung.

Für die Baskets ist in der Bundesliga zwei Wochen Pause. Sie können sich auf die Champions League konzentrieren. Am Mittwoch (20.30 Uhr) treten sie zum Achtelfinal-Hinspiel bei AEK Athen an, das Rückspiel folgt am Dienstag nächster Woche (20 Uhr, Telekom Dome).

Statistik

Telekom Baskets: Saibou 9 Punkte, McKinney-Jones 5/1, Lawrence, Sloan 14/4 Dreier, Lischka 5, Frazier 3/1, Breunig 18, Polas Bartolo 12, Brown 17/6, Simons 371.

Würzburg: Etou, Hulls 8, Obiesie 5/1, Haßfurther 2, Bowlin 8, Koch 12/2, Wells 23/3, Chapman 9, Hoffmann 2, Fischer 26.

Trefferquote: Bonn 43 Prozent (30/70), Würzburg 61 Prozent (42/69). Zweierquote: Bonn 40 Prozent (18/45), Würzburg 67 Prozent (36/54). Dreierquote: Bonn 48 Prozent (12/25), Würzburg 40 Prozent (6/15). Freiwurfquote: Bonn 88 Prozent (14/16), Würzburg 45 Prozent (5/11). Rebounds: Bonn 33 (Bester: Breunig 10), Würzburg 36 (Bester: Fischer 12). Assists: Bonn 19 (Bester: Frazier 7), Würzburg 26 (Bester: Fischer 8). Ballverluste: Bonn 9, Würzburg 6. Ballgewinne: Bonn 4, Würzburg 4. Fouls: Bonn 18, Würzburg 19.