Überraschend starker Aufsteiger: Telekom Baskets Bonn zu Gast bei Rasta Vechta

Überraschend starker Aufsteiger : Telekom Baskets Bonn zu Gast bei Rasta Vechta

Die Telekom Baskets stehen am Donnerstag (20.30 Uhr) beim starken Aufsteiger Vechta vor einer großen Herausforderung. Für das Team von Headcoach Chris O'Shea gilt es, an den Playoff-Plätzen dranzubleiben.

Die Telekom Baskets Bonn haben in den vergangenen Wochen seit dem Wechsel auf der Trainerposition einiges gelernt. In ihnen steckt mehr, als sie unter ihrem ehemaligen Headcoach Predrag Krunic gezeigt haben. Unter seinem Nachfolger Chris O'Shea haben sie deutliche Fortschritte gemacht und wieder etwas mehr Selbstvertrauen aufgebaut. Das ist die eine Erkenntnis.

Eine weitere nicht zu unterschätzende Erkenntnis ist, dass im Kampf um den angestrebten Playoff-Platz in der Basketball-Bundesliga noch lange nichts entschieden ist. Auf Platz zwölf liegen die Bonner nur zwei Minuspunkte von den unteren drei Playoff-Plätzen entfernt. Denn für den ein oder anderen Konkurrenten läuft es ebenfalls nicht rund. Bestes Beispiel ist die jüngste Niederlage von ratiopharm Ulm im Heimspiel gegen Jena. Beim Tabellenachten hat sich die jüngste Verpflichtung des Ex-Bonners Ra'Shad James noch nicht so wie gewünscht bezahlt gemacht.

"Es ist noch vieles möglich. Wir haben uns gut entwickelt, und jeder hat das Gefühl, dass wir kurz davor sind, einen Durchbruch zu schaffen. Mit einer kleinen Siegesserie könnten wir uns schnell nach oben arbeiten. Aber was viel wichtiger für uns wäre: Wenn man Erfolg hat, wird oft alles viel einfacher, dann gelingen auch mal Dinge, die sonst nicht gelungen sind", sagt O'Shea.

Mit der Siegesserie würden die Bonner gerne schon an diesem Donnerstag (20.30 Uhr) bei Rasta Vechta anfangen. Allerdings ist der Aufsteiger aus besonders hartem Holz geschnitzt. Mit erst fünf Niederlagen rangiert Vechta völlig überraschend auf Platz drei und hat die Konkurrenz vor allem mit seinen Verteidigungskünsten das Fürchten gelehrt. Nur Spitzenreiter München, die EWE Baskets Oldenburg und Alba Berlin bewegen sich in puncto Abwehr auf besserem oder ähnlich gutem Niveau.

Viel Defensiv-Arbeit für die Bonner

Aber auch offensiv hat Rasta im bisherigen Saisonverlauf große Qualität bewiesen. Nicht von ungefähr haben die Niedersachsen den Baskets im Hinspiel den Zahn gezogen, als sie im Telekom Dome als 92:87-Sieger nach Verlängerung vom Parkett gingen.

"Vechta ist eine der wenigen Mannschaften in der Liga, die sehr konstant auf hohem Niveau spielen", urteilt O'Shea. Eine Konstanz, auf die er auch für seine Truppe in den nächsten Wochen hofft. Damit der erste Schritt bereits in Vechta gemacht wird, "müssen wir uns einer großen Herausforderung stellen, weil wir auf das heißeste Team der Liga treffen, das richtig guten Basketball spielt", blickt O'Shea voraus.

Es wird seiner Ansicht vor allem darauf ankommen, "den Ball gut zu kontrollieren. Vechta hat die meisten Ballgewinne der Liga. Wenn wir die Ballverluste minimieren, haben wir schon einen wichtigen Schritt getan". Aber auch defensiv wird einiges an Arbeit auf die Bonner zukommen. Trainer Pedro Calles hat nach anfänglichen Problemen eine geschlossen auftretende Mannschaft aufgebaut und darf sich dabei auf eine große Rotation verlassen. Die Einsatzzeit wird in Vechta gleichmäßig verteilt, nur einer von elf Spielern im Kader, die zuletzt eingesetzt wurden, liegt im einstelligen Minutenbereich.

Für die entscheidenden Akzente sorgt eine Gruppe von starken Guards, angeführt von Austin Hollins - Vechtas Topscorer mit im Schnitt 16,3 Punkten - und Thomas Bray (13,4 Punkte und 7,4 Assists). In Korbnähe verfügt Vechta mit Michael Kessens, Tyrone Nash und Set Hinrichs ebenfalls über sehr kompetentes Personal, wobei Hinrichs den Bonnern im Hinspiel mit 21 Punkten besonders wehtat. O'Shea lobte den US-Amerikaner als einen "Spieler mit hohem Basketball-IQ".

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