Fiba EuropeCup: Telekom Baskets Bonn verlieren in Nikosia mit 78:84

Fiba EuropeCup : Telekom Baskets Bonn verlieren in Nikosia mit 78:84

In der zweiten Runde des Fiba EuropeCups haben die Telekom Baskets Bonn die erste Niederlage einstecken müssen. Die Mannschaft von Trainer Predrag Krunic unterlag bei Apoel Nikosia nach einer stets engen Partie mit 78:84 (15:16, 22:19, 26:26, 15:21).

Es war ganz offensichtlich kalt in der sehr spärlich besetzten Halle in Nikosia: Josh Mayo und Ken Horton trugen T-Shirts unter ihren Trikots, Ojars Silins hatte gar lange Ärmel zum Drunterziehen gewählt, andere hielten ihre Beine mit langen Hosen warm. Neben all den selten zum Spiel angezogenen Textilien lag bei Antritt der Rückreise aus Zypern eine weiße Weste mit einem Fleck im Koffer der Telekom Baskets Bonn.

Der Basketball-Bundesligist hat in der zweiten Runde des Fiba Europe Cups seine erste Niederlage einstecken müssen. Bei Apoel Nikosia unterlag die Mannschaft von Cheftrainer Predrag Krunic nach einer stets engen Partie mit 78:84 (15:16, 22:19, 26:26, 15:21) – auch ein Double-Double aus 17 Punkten und 13 Rebounds des wieder starken Ken Horton konnte die Niederlage nicht verhindern, denn ansonsten war es von allem ein bisschen zu wenig. Die Baskets bleiben dennoch Tabellenerster der Gruppe M.

Schon der Start in die Partie lief holprig. Gleich den ersten Angriff brachten die Bonner nicht innerhalb der erlaubten Zeit im Korb der zyprischen Hauptstädter unter. Da musste mancher ganz offensichtlich noch mit dem Spiel warm werden, das einzige mit dem Querverweis auf Wärme war die Ersatzbank aus Gartenstühlen.

Die Hausherren verteidigten früh und aggressiv, damit taten sich die Baskets schwer, die Distanzwürfe zierten sich, in den Korb zu fallen. Einzig Spielmacher Josh Mayo konnte einen zum Bonner 11:10 verwandeln (4.). Es zeichnete sich ab, dass es zäh werden könnte. Zum Ende des ersten Durchgangs lagen die Baskets mit 15:16 zurück, und immer öfter war jetzt in der menschenleeren Halle die Stimme eines korrigierenden Bonner Trainers zu hören.

Als Vasilios Kounas per Dreier zum 26:22 für Nikosia traf, nahm Krunic seine zweite Auszeit. Nun ackerten die Männer von der Gartenstuhl-Bank: TJ DiLeo klaute den Ball und schloss das Fastbreak mit dem 25:26 ab, Filip Barovic testete per Dunk die Korbanlage zum 29:31 und Johannes Richter schoss aus der Distanz die erste Führung seit einer ganzen Weile heraus (32:31, 18. Minute). Die Hausherren konnten kontern, doch das letzte Wort vor der Halbzeit hatte Ojars Silins (37:35).

Die Statistik

Es wirkte ein bisschen, als hätten die Baskets nicht das Gefühl, hier verlieren zu können. Sie waren als haushoher Favorit angereist und die Mannschaft von Trainer Dimitrios Koustenis noch ohne Erfolg in der zweiten Gruppenphase. Doch die Tatsache, dass es auch nach dem Seitenwechsel knapp blieb, befeuerte den Glauben der Männer in Blau an einen möglichen Erfolg. Von der Tribüne hörte man jetzt allerdings: „Auf geht's, let's go Baskets Bonn“, ein etwa vierstimmiger mitgereister Chor hatte keine Probleme, die Akustik zu dominieren. Das hatten sie sich nach der Leistung im Hinspiel vermutlich auch von ihren Baskets gewünscht, doch die Hausherren ließen sich nun nicht mehr in irgendwelche Schranken weisen.

Mit einem Dreier von Silins zum 74:74 ging es auf die Zielgerade (37.), im nächsten Angriff bewiese die Baskets die Geduld, auf die beste Option zu warten, sie hieß Horton und überzeugte die Zyprer, dass sie eine Auszeit benötigten. Brandon Mobley glich aus, Horton erhöhte wieder auf 78:76, doch Nikosia fand die passende Antwort an der Freiwurflinie. Als dann Mayo einen Dreier auf den Ring setzte und im Gegenzug Murphy Burnatowski einen eigentlich schon vereitelten Angriff noch per Tip-in verwandelte, führten die nun sehr entschlossenen Gastgeber – und Bonn benötigte Beratungszeit.

Doch das Ausgedachte funktionierte nicht wie gewünscht. Ein Dreierversuch von Silins blieb ein Versuch, die Baskets mussten foulen, und Theron Bussey erhöhte von der Freiwurflinie auf 82:78. Da blieben noch knapp 15 Sekunden, um die unbefleckte Weste zu retten. Doch auch Mayos Dreier fand sein Ziel nicht. Bussey trug Brandon Mobleys Rebound zum Endstand in den Bonner Korb.

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