Basketball-Bundesliga: Telekom Baskets Bonn unterliegen Alba Berlin

Basketball-Bundesliga : Telekom Baskets Bonn unterliegen Alba Berlin

Offensiv stark, defensiv schwach: Die Telekom Baskets Bonn haben den einen noch nötigen Sieg für die sichere Playoff-Qualifikation vorerst verpasst. Bei Alba Berlin verloren die Bonner mit 98:110.

Der Kampf um den Einzug in die Playoff-Runde der Basketball-Bundesliga entwickelt sich für die Telekom Baskets Bonn zu einem Zitterspiel. Die Mannschaft von Trainer Chris O'Shea schaffte es gestern bei Alba Berlin nicht, den einen noch erforderlichen Sieg einzusammeln. Bei der 98:110-Niederlage (24:24, 29:29, 17:29, 28:28) waren die Baskets vor allem defensiv nicht in der Lage, dem Gegner Einhalt zu gebieten. Überragende Bedeutung hat für die Bonner nun die Partie bei s.Oliver Würzburg am Freitag (20.30 Uhr, s.Oliver Arena). Die Franken sind gut drauf, haben am Dienstag in Bayreuth souverän mit 99:84 gewonnen, sind auf Platz acht geklettert und haben zudem einen Tag mehr Pause.

Offensiv hatten sich die Gäste vom Rhein in der ersten Halbzeit nichts vorzuwerfen. Sie hatten zunächst Vorteile unter den Brettern, wo Center Charles Jackson einen guten Job machte und seinen Gegenüber Landry Nnoko beherrschte. Sie ließen auch den Ball gut laufen und attackierten entschlossen den Korb. So kamen die Bonner nach einem 2:6-Rückstand durch einen 7:0-Lauf zur 9:6-Führung, auch weil Bojan Subotic den ersten seiner vier Dreier bis zur Pause versenkte.

Nach Derrick Waltons Dreier zum 9:9-Ausgleich für Berlin markierte Jackson jeweils das 11:9 und 13:11 für die Baskets. Die Krux: Sie ließen immer mal wieder zu einfache Körbe ihres Gegners zu. Wie frei etwa Luke Sikma und Niels Giffey jeweils zweimal abschließen konnten, das konnte Bonns Trainer Chris O'Shea nicht gefallen.

Aber auch sein Gegenüber Garcia Reneses wird seine Spieler nach den ersten 20 Minuten an ihre defensive Verantwortung erinnert haben. Denn bis zum Seitenwechsel lieferten sich beide Teams ein munteres Scheibenschießen, wobei die Bonner sich vor allem von der Dreierlinie aus warmschossen und dabei auf eine gute Quote von zwischenzeitlich rund 50 Prozent kamen. Insbesondere Bojan Subo-tic hatte Zielwasser getrunken und versenkte zum 56:58 kurz nach dem Seitenwechsel seinen fünften Dreier.

Löchrige Verteidigung als Manko

„Gefühlt wäre mehr für uns möglich gewesen. Wir waren in der ein oder anderen Situation defensiv zu unaufmerksam“, sagte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich am Mikrofon von Telekom Basketball. „Wenn wir mit der gleichen Offensive weiterspielen und defensiv etwas drauflegen, können wir es Alba schwer machen.“

Doch die Bonner Verteidigung blieb löchrig, dazu kamen sich schnell addierende Fouls, die Berlin in jedem Viertel früh an die Freiwurflinie gehen ließen. Und es waren dann auch die Albatrosse, die den defensiven Schlüssel zu diesem Spiel fanden und sich im dritten Viertel sukzessive absetzten.

Die 76. Auflage der „Mutter aller Spiele“ entwickelte sich aus Bonner Sicht alles andere als erfreulich. Es häuften sich Ballverluste, Fehlwürfe und Fehlpässe. Coach O'Shea verzweifelte an der Linie, winkte oft ab und ließ dann seinen Frust an den Schiedsrichtern aus. Folgerichtig wurde er mit einem technischen Foul bestraft.

Doch das war nur eine Randnotiz. Bonn hatte mit Subotic (22 Punkte), Olivier Hanlan (20) und Jackson (20) seine Aktivposten, einige ihrer Mitspieler sorgten aber zu selten für Akzente. Kapitän Josh Mayo setzte nur ein paar Nadelstiche, Yorman Polas Bartolo hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt, wirkte im Ballvortrag fahrig und unsicher, während Stefan Bircevic an der Dreierlinie nur Fahrkarten schoss.

All das wäre zu verkraften gewesen, denn es war auch so genug offensive Power da, nur entwickelten die Berliner davon deutlich mehr, weil die Bonner sie gewähren ließen. Berlin hatte mehr Waffen. Gleich sieben Spieler punkteten zweistellig. Beim 101:83 stellte Alba bereits Mitte des vierten Viertels seine Ausbeute auf dreistellig und markierte die höchste Führung. Die Bonner hielten aber noch mal dagegen, ohne die Alba-trosse noch einfangen zu können – zu hoch waren sie davongeflogen.

Alba Berlin: Saibou 15 Punkte/2 Dreier, Siva 12/2, Giffey 13/1, Walton 12/1, Schneider 10/1, Hermannsson 4/1, Wagner, Giedraitis 13/3, Thiemann 8, Nnkoko 9, Sikma 14/2.

Telekom Baskets: Linhart 3/1, Reischel 4, Hanlan 20/4, Subotic 22/5, Bircevic 2, Jackson 20, DiLeo 6, Breunig 10, Polas Bartolo, Mayo 11/2, Jasinski.

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