Niederlage gegen Bamberg: Telekom Baskets Bonn rutschen auf Platz zehn ab

Niederlage gegen Bamberg : Telekom Baskets Bonn rutschen auf Platz zehn ab

Die Telekom Baskets haben in Bamberg mit 70:77 verloren und rutschen auf Platz zehn ab. Die Bonner wurden im dritten Viertel überrollt.

Der Abwärtstrend hält für die Telekom Baskets Bonn an. Die 70:77-Niederlage (22:22, 19:14, 11:25, 18:16) bei Brose Bamberg war bereits die sechste in den vergangenen acht Spielen in der Basketball-Bundesliga. Nimmt man die Champions League dazu, haben die Bonner seit vier Spielen nicht mehr gewonnen. Fortschritte sind zwar zu erkennen, doch sie schlagen sich nicht in positiven Ergebnissen nieder. Wie schon am Dienstag beim 92:99 gegen Teneriffa spielten die Bonner auch in Bamberg über weite Strecken auf Augenhöhe, doch ein völlig verpatztes drittes Viertel brachte die Mannschaft von Predrag Krunic um ihre Siegchancen. In der Tabelle sind die Baskets damit auf den zehnten Platz und damit aus den Playoff-Rängen gerutscht.

Der Bonner Trainer machte in Bamberg mit seiner Startformation gleich klar, dass die Personalie Ra'Shad James eine größere Rolle spielt, als er unter der Woche glauben machen wollte. TJ DiLeo begann an der Seite von Josh Mayo im Aufbau, während sich Bonns Topscorer zunächst auf der Bank wiederfand. Gegen Teneriffa war James von seinem Coach aussortiert worden und hatte aufgrund der Ausländerbeschränkung in diesem Fiba-Wettbewerb die Zuschauerrolle einnehmen müssen.

Bonner drückten aufs Tempo

Und es sah zunächst sehr gut für die Gäste vom Rhein aus, die ohne Olivier Hanlan (Leistenprobleme) auskommen mussten. Hochkonzentriert und mit einer sehr aggressiven Verteidigung setzten sie den Gegner von Beginn an unter Druck. Nach dem Geschmack der Schiedsrichter legten sich die Bonner allerdings ein wenig zu sehr ins Zeug. Es war noch nicht mal eine Minute gespielt, da hatten die Baskets drei Fouls auf ihrem Konto. Die Foulproblematik sollte sie bis zur Schlusssirene begleiten. Auch wenn Center Martin Breunig später am Mikrofon von Telekom Basketball die seiner Meinung nach kleinliche Auslegung der Unparteiischen monierte, entscheidend für die Niederlage war das nicht.

Bamberg profitierte zwar zunächst davon und ging durch fünf Punkte in Folge von Ricky Hickman in Front, doch Bonn ließ sich davon weder defensiv noch offensiv beeindrucken. DiLeo etwa bedankte sich bei seinem Trainer mit einer starken Vorstellung als Spielgestalter und als Schütze.

Die Bonner drückten auch im Angriff aufs Tempo und belohnten sich für ihre Ballgewinne. DiLeo schloss mit dem Dreier zum 14:10 zum wiederholten Mal einen Fastbreak ab. Und später bediente der Guard am Korb Breunig, der den Ball per Alley-oop zur 18:12-Pausenführung durch den Ring stopfte.

Krunic ließ seine Starter lange auf dem Feld. Die ersten Wechsel brachten Sand ins Getriebe der Baskets, wobei vor allem Bojan Subotic keine glückliche Figur machte. Bamberg nutzte das, um zum 22:22 auszugleichen. Noch aber brachte das den Gast nicht aus der Balance. Angetrieben von einem überragenden Yorman Polas Bartolo, der Brose-Spielmacher Tyrese Rice unerbittlich bekämpfte, es fast auf ein Double-Double brachte (15 Punkte, neun Rebounds) und zudem vier Assists lieferte, zog Bonn auf 39:32 davon. Beim 41:36-Halbzeitstand musste man feststellen: Die Baskets waren die bessere Mannschaft.

Ein rabenschwarzer Tag

Doch nach der Pause drehten die Hausherren innerhalb von neun Minuten das Spiel, überrollten ihren Gegner und lagen mit 63:52 in Front (30.). Sie attackierten den Korb aggressiver, wobei sich besonders Topscorer Augustine Rubit (17) und Elias Harris (15) hervortaten, und stoppten den Bonner Vorwärtsdrang mit intensiverer Verteidigung und schnellerem Umschaltspiel. Die Baskets litten vor allem unter ihrer Ladehemmung aus der Distanz. Bestes Beispiel war Mayo. Der Bonner Kapitän, einer der besten Dreierschützen der Liga, hatte einen rabenschwarzen Tag und kam nur auf zwei Punkte. Aber auch die Mitspieler trafen nicht so gut, wie es angesichts der Bonner Unterlegenheit am Korb hätte sein müssen. Und James tat sich nach wie vor schwer.

Immerhin: Die Baskets gaben nicht auf, starteten eine Aufholjagd und kamen noch einmal bis auf drei Punkte heran. Bartolo schloss einen Fastbreak zum 69:72 ab (37.). Doch die Schlussphase gehörte Bamberg.

Krunic trauerte der verpassten Chance nach. „Kleine Fehler im dritten Viertel haben uns den Sieg gekostet. Wir haben einiges liegen lassen und dadurch Bamberg aufgebaut“, sagte er.

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