Basketball Champions League: Telekom Baskets Bonn reisen nach Holon

Basketball Champions League : Telekom Baskets Bonn reisen nach Holon

In der Basketball Champions League müssen die Telekom Baskets am Dienstagabend in Israel ran. Trainer Predag Krunic kann dabei auf alle Baskets-Ausländer einsetzen.

Dass Predrag Krunic seine zentralen Ansätze gerne und oft wiederholt, weiß jeder, der sich ein bisschen genauer mit den Telekom Baskets befasst: „Bereit sein, das Maximum geben, Konzentration aufs nächste Spiel – und nur aufs nächste Spiel.“ Wer auf die Idee kommt, es könnte sich um floskelhaftes Wiederholen handeln, liegt falsch. Dazu eine kleine Anekdote: Als der Bonner Trainer am Sonntag vor der Partie gegen Crailsheim zum Telekom Dome kam, wurde er gefragt, ob er denn die gepackte Tasche für die Champions-League-Reise zum Spiel in Holon (Dienstag, 18.30 Uhr) schon mitgebracht habe – schließlich war die Abfahrt zum Brüsseler Flughafen schon für den Sonntagabend angesetzt. Hatte er natürlich nicht, berichtet eine zuverlässige Quelle, um das übernächste Spiel habe er sich noch nicht gekümmert.

Die volle Konzentration des Akribikers galt Crailsheim. Und das war auch bitter nötig. Denn der 89:87-Erfolg gegen die Merlins war so hart erkämpft, wie Siege gegen Tabellenletzte hart umkämpft sein können, wenn eine Mannschaft mit einem Fragezeichen hinter der eigenen Leistungsfähigkeit unterwegs ist. Und das sind die Baskets gegenwärtig. Selten bringen sie alle ihre PS auf die Straße, nie über 40 Minuten. Eine drohende Blamage gegen einen Tabellenletzten macht die Suche nach der Leichtigkeit nicht einfacher.

Auf der Suche nach der Form

Es gibt zu vieles, so wirkt es derzeit, was die Bonner zum Grübeln und damit aus dem Tritt bringt. Viele Spieler sind noch auf der Suche nach ihrer Rolle. Das betrifft die Neuzugänge, aber auch diejenigen, die schon in der vergangenen Saison im Telekom Dome spielten. TJ DiLeo beispielsweise ist nach dem Verlust seines Startplatzes an Ra'Shad James weit entfernt von seiner Vorjahresform. Er wirkt in seiner unsicheren Spielweise ein bisschen wie ein Pars pro Toto, ein Stellvertreter der mannschaftlichen Suche.

Teil des Problems ist sicher auch die Tatsache, dass Krunic seine Mannschaft bis dato kaum einmal komplett hatte. Anders als andere Teams wie etwa Alba Berlin, das einen fehlenden Spieler positionsgetreu ersetzt, verschiebt Bonn innerhalb der Rotation. Für den fehlenden Center Martin Breunig etwa wurde nicht Alex Möller vom Kooperationspartner Rhöndorf mehr eingebunden, sondern Power Forward Bojan Subotic half auf der „größeren“ Position aus. So wie Breunig jetzt für Subotic einspringt. Da fehlen dann Kontinuität und Stabilität.

Auch Shane Gibson gehört zu den noch Suchenden. „Es ist nicht ganz so einfach“, erklärt der Neuzugang. „Ich bin immer ein Starter gewesen, nie von der Bank gekommen. Das ist eine neue Situation für mich.“ Er hatte wenig Bundesliga-Spielzeit und war in den bisherigen Champions-League-Partien derjenige, der aufgrund der Ausländerregelung aussetzen musste. „Ich versuche, nicht darüber nachzudenken“, sagt der 28-Jährige. „Einfach rausgehen und das Beste geben – egal, wie lange ich auf dem Parkett stehe. Ich versuche, mir immer zu vergegenwärtigen: Qualität geht über Qualität. Auch bei der Spielzeit.“ Das scheint ein sehr vernünftiger Ansatz zu sein: Gegen Crailsheim machte Gibson mit einer starken Trefferquote von unverschämten 83 Prozent (5 von 6) aus der Distanz sehr viel aus seiner Spielzeit: einen Punkt pro Spielminute (17). Nach der Partie erklärte er ganz unaufgeregt, dass genau das sein Job sei. „Ich bin geholt worden, damit ich Dreier werfe. Auch die schwierigen. Aber oft haben mich meine Teamkameraden auch gut freigespielt und ich habe einen guten Pass bekommen.“

Heimstarker Gegner erwartet die Bonner

Beim Tabellendritten der Gruppe B Holon wird er wieder Spielzeit bekommen. Da der Montenegriner Bojan Subotic mit seiner verletzten Schulter ausfällt, haben die Baskets nicht, wie sonst, einen Ausländer zu viel im Team. Niemand muss aussetzen.

Holon hat sich bisher heimstark präsentiert und sowohl Fribourg als auch Paok Saloniki und Opava geschlagen. Auswärts verloren die Israelis bei den beiden stärksten Teams der Gruppe in Venedig und auf Teneriffa. Da Auswärtssiege auf europäischem Parkett ohnehin eher schwierig zu erringen sind, können die Baskets befreit aufspielen und sich vielleicht mit Gibsons Herangehensweise und einer guten Leistung ein wenig mehr Stabilität erarbeiten. Wenn dabei noch ein Sieg herauskommt – umso besser.

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