83:78-Sieg bei den Riesen Ludwigsburg: Telekom Baskets Bonn bezwingen Ludwigsburg

83:78-Sieg bei den Riesen Ludwigsburg : Telekom Baskets Bonn bezwingen Ludwigsburg

Die Telekom Baskets haben am Samstagabend in Ludwigsburg zunächst komfortabel geführt, machten es dann noch einmal spannend, bis sie am Ende als Sieger vom Platz gehen konnten.

Während in ihrem Wohnzimmer auf dem Hardtberg die Karnevalisten bei „Bonn steht Kopp“ regierten, haben die Telekom Baskets Bonn bei den MHP Riesen Ludwigsburg einen wichtigen Erfolg im Rennen um die Playoffplätze eingefahren und ihren Aufwärtstrend unter dem neuen Trainer Chris O'Shea fortgesetzt.

Nach dem 83:78 (24:22, 22;14, 22:12, 15:30)-Sieg sagte der zufriedene Trainer: „Das war insgesamt sehr gut. Wir waren darauf gefasst, dass mentale Stärke gefordert sein könnte.“ Dass diese Annahme nach einer 23-Punkte-Führung tatsächlich noch Realität werden sollte, hatten sich die Baskets aufgrund einiger kleiner Fehler und Unaufmerksamkeiten selbst zuzuschreiben. „Aber gerade da haben wir bewiesen, dass wir auch mental Fortschritte gemacht haben“, erklärte O'Shea. „Das war wichtig fürs Selbstvertrauen.“

Insofern war es nach diesem glücklichen Ausgang sogar gut, dass die Baskets sich letztlich selbst gezwungen hatten, diesen Beweis anzutreten. „Wir haben vorher darüber gesprochen, dass die Stimmung in der Halle Ludwigsburg helfen kann, wenn wir sie zulassen“, sagte TJ Dileo, der ein überragendes Spiel machte – und ausgerechnet derjenige war, der in der Krise den Ball verlor. „Am Ende haben wir gesehen, wie es kommen kann. Wir müssen 40 Minuten unser Spiel spielen, nicht weniger“, sagt er. Glücklicherweise fingen er und seine Kollegen sich in der Schlussminute wieder.

Drei Viertel lang hatten die Baskets – erstmals mit Neuzugang Nate Linhart im Kader – dem Konkurrenten ihr teamorientiertes Spiel aufgedrängt. In Defense und Offense agierten sie schlau und effektiv. Beinahe war es nach drei Vierteln schon das, was der Bayer eine gemähte Wiese nennt: Nicht nur, dass die Mannschaft um Topscorer Yorman Polas Bartolo (16 Punkte) mit 20 Punkten Vorsprung in den Schlussdurchgang ging (68:48), sie wirkte auch nicht, als könnten die Riesen sie noch einmal ins Wanken bringen.

Doch Ludwigsburg nutzte einfache Bonner Fehler zu einem 7:0-Lauf, und O'Shea war gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Wo auch immer das selbstbewusste und souveräne Bonner Teamplay hin war – auf dem Parkett war in dieser Phase nichts davon zu sehen, und die Hausherren witterten ihre Chance. Jetzt fielen ihre zuvor so spärlichen Dreier, und Bonn hatte längst angefangen, nachzudenken. Bis auf drei Zähler kam das jetzt wie immer unkonventionell, aber deutlich aggressiver spielende Team von Trainer John Patrick an die Bonner heran. Als Kelan Martin zwei Dreier in Folge zum 74:77-Anschluss im Bonner Korb unterbrachte (39.), dürfte es auf dem jecken Hardtberg kaum lauter gewesen sein.

Aber der wieder starke Baskets-Center Martin Breunig beendete mit zwei schwierigen Punkten zu Beginn der Schlussminute den Ludwigsburger Lauf (79:74), auch Polas Bartolo besann sich der Qualitäten, die drei Viertel lang wenig Zweifel am Sieger dieser Partie gelassen hatten. Der Deutsch-Kubaner und Bojan Subotic blieben an der Freiwurflinie eiskalt – und den Hausherren rann die Zeit durch die Finger.

Während die Bonner sich gut gelaunt bei der kleinen Gruppe mitgereister Fans bedankten, wurden die Jecken im Telekom Dome über das Ergebnis informiert und feierten den Sieg mit einem Alaaf aus dem Rheinland Richtung Schwaben. Tags darauf mischten sich einige Baskets um DiLeo und Charles Jackson nach dem Training im Ausbildungszentrum dann tatsächlich unter das feiernde Volk im Telekom Dome.

Nebenan war O'Shea in seinem Büro schon wieder mit der Vorbereitung auf die Champions-League-Partie in Opava befasst. „Sie haben es sich verdient“, sagte er, „außerdem finde ich es gut, wenn die Jungs sich mit der Kultur ihres Vereins und ihrer Umgebung befassen.“

Statistik

Ludwigsburg: Kelan Martin 18 Punkte/2 Dreier, Lamont Jones 16, Marcos Knight 12, Jordon Crawford 10/2, Donatas Sabeckis 8, Adam Waleskowski 6, Owen Klassen 5, David McCray 3/1, Christian von Fintel.

Telekom Baskets: Nate Linhart, Jarelle Reischel 3, Olivier Hanlan 4, Bojan Subotic 11 (5 Rebounds), Sefan Bircevic 5, TJ DiLeo 15 (3 Dreier/9 Assists), Martin Breunig 12, Yorman Polas Bartolo 16/2, Josh Mayo 6/2, James Webb III 6/1.

Trefferquote (Zweier): Ludwigsburg 60% (24/40), Bonn 60% (18/30); Dreierquote: Ludwigsburg: 25% (5/20), Bonn 32% (8/25); Freiwurfquote: Ludwigsburg 75% (15/20), Bonn 82% (23/28); Rebounds: Ludwigsburg 30 (21 def./9 off.), Bonn 31 (23 def./8 off., Bester:Subotic 5); Assists: Ludwigsburg 16, Bonn 22 (Bester: DiLeo 9); Ballgewinne: Ludwigsburg 6, Bonn 4; Ballverluste: Ludwigsburg 13, Bonn 13; Fouls: Ludwigsburg: 25, Bonn 18. Zuschauer: 4016.

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