Telekom Baskets Bonn: Baskets gewinnen gegen Falco Szombathely in Bonn

Telekom Baskets Bonn : Baskets sichern sich ersten Sieg des Jahres

Die Telekom Baskets Bonn überzeugen beim 91:77-Sieg gegen den ungarischen Meister Falco Szombathely. Es war der erste Sieg in diesem Jahr und er schaffte Erleichterung auf dem Hardtberg.

Die Voraussetzungen waren lausig, aber eine Partie ohne die ganz großen Erwartungen hat die Telekom Baskets zurück in die Spur gebracht. Dank einer starken Teamleistung, in der jeder seinen Beitrag leistete, aus der aber Spielmacher Geno Lawrence herausstach, der seine Mitspieler mit zehn Assists bediente. Aber auch dank Topscorer Ben Simons (23 Punkte) und Joshiko Saibou, bei dem endlich der Knoten platze, besiegte der Basketball-Bundesligist in der Champions League Falco Szombathely mit 91:77 (24:19, 17:16, 24:17, 26:25) und hat damit die Chancen auf das Weiterkommen in die nächste Runde erheblich gesteigert.

Lawrence verewigte sich mit seinen zehn Assists in den Geschichtsbüchern der Champions League; kein Spieler hat in dem europäischen Wettbewerb mehr Korbvorlagen verteilt als der Mann aus Brooklyn mit insgesamt 249.

„Mit kurzer Bank gegen Szombathely“ hatten die Telekom Baskets ihre Vorschau überschrieben. Das bedeutet in Basketballerkreisen nicht, dass sich jemand mit der Säge am Sitzmöbel zu schaffen gemacht hat, sondern dass es aufgrund Personalmangels spärlich besetzt ist und die hinteren Plätze frei bleiben. Zwar war Stephen Zimmerman nach auskurierter Infektion in der Hand wieder dabei, dafür fielen Yorman Polas Bartolo und TJ Di Leo mit am Freitag gegen Braunschweig erlittenen Verletzungen aus.

DiLeo erlitt einen Bänderriss und fehlt den Baskets mehrere Wochen, Polas Bartolo kann möglicherweise in der wichtigen Partie bei den Giessen 46ers am Samstag (20.30 Uhr) wieder spielen. Auch bei Martin Breunig stehen die Chancen gut, dass er dann nach seiner Gehirnerschütterung wieder mitwirken kann.

Drei fehlende Starter

Die Chance also für andere, sich nicht nur in den Vordergrund zu spielen, sondern vielleicht auch mit dem Willen, für die Fehlenden in die Bresche zu springen, endlich im Bonner Spiel anzukommen. Drei fehlende Starter bedeuteten zwangsläufig eine stark veränderte Anfangsformation. Trainer Thomas Päch begann mit Rückkehrer Eugene Lawrence, Benjamin Simons, Kilian Binapfl, Bojan Subotic und Alec Brown.

Das Hinspiel hatten die Baskets mit 59:91 verloren, die Kräfteverhältnisse spiegelten das in keiner Weise wider; die Baskets waren trotz durchgemischten und mit den Nachverpflichtungen noch mäßig eingespielten Kaders auf Augenhöhe und mit mehr Gelassenheit als in all den vorherigen Zitterpartien. Nach und nach zogen die Baskets den Ungarn mit ansehnlichem Team-Basketball davon. Als Benjamin Lischka kurz vor der Halbzeit trotz Fouls einen Korb nicht verhindern konnte, schlug er den Ball wütend über die Bande. Er hatte Glück, dass er kein technisches Foul kassierte, aber die Situation zeigte deutlich: In dieser Mannschaft war ein ganz anderer Spirit als zuletzt.

Weil die Bonner Offense sich eine wilde Phase gönnte, kamen die Gäste zur Halbzeit auf 36:41 heran.

Konzentriert nach Seitenwechsel

Die Baskets machten aber nach dem Seitenwechsel konzentriert weiter. Die Ungarn nahmen eine frühe Auszeit, der Bonner Start in die zweite Halbzeit hatte Wirkung erzielt. Schnelle Punkte, der nächste schicke Assist von Lawrence, ein gewaltiger Block von Brown am eigenen Brett, Die Baskets führten mit zwölf Punkten (48:36, 22.). Im Grunde war es beinahe egal, wer auf dem Feld stand, jeder leistete seinen Beitrag, mancher war kaum wiederzuerkennen. Irgendwann war die zuletzt so verunsicherte Mannschaft in Magenta mit 19 Punkten vorn (59:40, 27.) und es hatte so selbstverständlich ausgesehen, dass mancher sich vielleicht einen verstohlenen Blick auf den mit 32 Punkten Differenz möglichen Sieg im direkten Vergleich erlaubte.

Mit 13 Punkten Vorsprung gingen die Baskets in den Schlussdurchgang, Saibou baute die Führung mit Zug zum Korb und einem Dreier auf 18 aus. Dann allerdings gelang es den Gästen, bis auf elf Zähler heranzukommen. Und die Dramaturgie konstruierte eine Situation, die die Baskets noch vor einer Woche ins Wanken gebracht hätte. Ausgerechnet der Ex-Bonner Ron Curry zwang Päch per Dreier zu einer Auszeit. Jetzt sollte sich zeigen, ob die neu gewonnene Stabilität auch diesem Druck standhielt.

Und als wollten sie das Bonner Zitter-Déjà-vu perfekt zu machen, streuten die Schiedsrichter jetzt auch zwei bis drei strittige Entscheidungen zu Bonner Ungunsten ein. Auch das focht die Baskets nicht mehr an: Sie blieben stabil und fuhren den für die Champions League und noch viel mehr fürs Selbstbewusstsein und die Köpfe wichtigen Sieg nach Hause. In der Schlussminute starteten die Fans ihre Siegesfeier, Teamkapitän TJ DiLeo machte sich startklar um mit seinen Krücken aufs Feld zu humpeln und seine Kollegen zu beglückwünschen. Er strahlte übers ganze Gesicht. Und war nicht der Einzige.

Telekom Baskets: Joshiko Saibou 22 Punkte/4 Dreier, Trey McKinney Jones 2, Geno Lawrence 6/10 Assists, Bojan Subotic 6, Benjamin Lischka 5, Branden Frazier 13/3, Alec Brown 12/1, Kilian Binapfl, Benjamin Simons 23/4, Stephen Zimmerman 6.