Telekom Baskets Bonn: 83:85 gegen Paok Saloniki in Champions League

83:85 gegen Saloniki in der Champions League : Erste europäische Heimniederlage für die Baskets

Die Telekom Baskets Bonn haben ihr Champions-League-Spiel gegen Paok Saloniki in eigener Halle mit 83:85 verloren - und das, obwohl sie sich in der Schlussphase zunächst zurückgekämpft hatten.

Die Abklatschrunde an den Fans vorbei fand mit hängenden Köpfen statt, die weiße Heimweste hatte den ersten Fleck. Die Telekom Baskets Bonn haben die Tabellenführung in Gruppe D der Champions League eingebüßt.

Nach einer spannenden Partie mussten sie sich dem aus der Distanz wie entfesselt spielenden Tabellenletzten Paok Saloniki mit 83:85 (25:15, 25:30, 19:28, 14:12) geschlagen geben. Die in den Vierteln zwei und drei nicht ganz so intensive Verteidigung wie im ersten und letzten Abschnitt und eine ihrerseits schwache Quote aus der Distanz kosteten die Baskets den bis zur Schlusssirene noch möglichen Sieg.

In der Champions League bis dato Tabellenletzter, in der griechischen Liga ebenfalls nur Elfter: Der Traditionsclub aus Thessaloniki kam mit der Gefahr des unterschätzbaren Außenseiters im Gepäck nach Bonn – und mit reichlich Unterstützung. Denn Paok hat auch im Rheinland eine breite Fanbasis. Und wie immer, wenn der Gegner versucht, die Lautstärkeregelung in der Halle zu übernehmen, fühlten sich Bonner unter den 3010 Zuschauern angestachelt gegenzusteuern. Die Atmosphäre für einen trotz nur halbvoller Halle stimmungsvollen Basketball-Abend war bereitet.

Und die Baskets sorgten bald dafür, dass der Gästefanblock kein Oberwasser gewann. Was sich fünf Minuten lang als ausgeglichene Partie angelassen hatte, machten die Bonner nach einer Auszeit, in der Cheftrainer Thomas Päch mehr Tempo forderte, mit einem 16:4-Lauf zu einer 25:15-Führung nach dem ersten Viertel.

Die Griechen allerdings ließen das nicht unbeantwortet: Nachdem TJ DiLeo Viertel zwei Oberkellner-gleich mit dem 27:15 eröffnet hatte, fanden die Hellenen ihren Distanzwurf. Apollon Tsochlas nutzte gleich zweimal die nicht mehr ganz so intensive Bonner Defensive, Amanze Egekeze setze noch einen drauf – schnell waren es nur noch fünf Zähler Vorsprung (29:24, 12.). Und der Dreipunktewurf sollte die Gäste im Spiel halten. Noch vier weitere trafen sie bis zur Halbzeit – 21 ihrer insgesamt 30 Punkte.

Doch die Bonner agierten variabel in der Offensive, gingen konsequent an die Freiwurflinie und waren aufmerksam beim Rebound, sodass Branden Frazier bei noch wenigen Sekunden auf der Uhr durch den dichten Verkehr unter den griechischen Korb zog und akrobatisch die 50:45-Führung zur Pause durchs Netz zirkelte.

Aber die Gäste, bis dato nicht unbedingt für ihre Treffsicherheit aus der Distanz gefürchtet, trieben die Dreierquote weiter in die Höhe: Als Adam Smith, einer der Topscorer der Champions League, zum 55:55-Ausgleich traf (24.), waren es stattliche 71 Prozent, einen Dreier weiter, wieder von Smith, waren die Baskets die Führung los (59:63). Päch nahm eine Auszeit und forderte bessere Kommunikation in der Defensive.

Doch den Platz, der sich aus der engeren Verteidigung gegen Smith ergab, nutzte nun Aaron Best. Der Rückstand wuchs auf neun Punkte (64:73, 29.) und das, was Bonn spielte, sah nicht nach Besserung aus. Aber: Die Baskets kämpften sich zurück und verkürzten vor dem finalen Durchgang auf 69:73. Wieder war es Frazier. Als er aus der Mitteldistanz warf und noch einen Bonusfreiwurf bekam, zeigten auch die Gesichter der Griechen Wirkung.

Stephen Zimmerman eröffnete das Viertel mit einer Ballerina-Bewegung um seinen Gegenspieler herum, Benni Lischka glich aus (73:73, 31.). Die ersten beiden Dreier der Griechen fielen – tatsächlich – nicht. Die Bonner Defense war nun wieder auf der Höhe, die Bonner Fans ebenfalls. Das ganze lief auf einen Nailbiter, wie der Amerikaner ein Finale zum Nägelkauen nennt, hinaus. Als Bojan Subotic per Dreier mit Foul wieder ausglich (78:78, 36.) hatte Paok eine Auszeit nötig.

Die Bonner Defensive verfehlte ihre Wirkung nicht, die Griechen spielten bei weitem nicht mehr so selbstverständlich und frech wie mit dem Rückenwind ihrer Dreierflut aus den Vierteln zwei und drei. Als die letzte Minute anbrach, herrschten ausgeglichene Verhältnisse (81:81), Paok-Trainer Kostas Charalampidis sortierte seine Mannschaft in einer weiteren Auszeit.

Die Baskets-Verteidigung zwang Smith zu einem Rückspiel, die Schiedsrichter pfiffen nicht, Zane Knowles brachte die Griechen in Front. Martin Breunig glich an der Freiwurflinie aus, danach waren noch 20 Sekunden zu spielen. Evangelos Margaritis schloss schnell zum 85:83 ab und ließ den Baskets noch zwölf Sekunden Spielzeit übrig. Fraziers Dreier fiel nicht, DiLeo eroberte jedoch den Ball und versuchte es noch einmal; der Ball sprang auf den Ring, der Sieg war weg, die Tabellenführung auch.

Weiter geht es für die Bonner am Samstag mit der Bundesligapartie gegen den Mitteldeutschen BC (20.30 Uhr, Telekom Dome).

Telekom Baskets: Joshiko Saibou 2 Punkte, Trey McKinney-Jones 6, Bojan Subotic 8/1 Dreier, Benjamin Lischka 7, Branden Frazier 11, TJ DiLeo 9/1, Martin Breunig 14, Yorman Polas Bartolo 10/1, Ben Simons 6/1, Stephen Zimmerman 10.

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