Nachfolger für Center Julian Gamble: Mit Charles Jackson kommt ein starker Rebounder zu den Baskets

Nachfolger für Center Julian Gamble : Mit Charles Jackson kommt ein starker Rebounder zu den Baskets

Charles Jackson tritt bei den Telekom Baskets Bonn die Nachfolge von Julian Gamble an. Der Center aus der zweiten türkischen Liga gilt als starker Rebounder.

Kein Zweifel, es sind große Fußstapfen, die der nach Nanterre gewechselte Julian Gamble unter dem Korb der Telekom Baskets hinterlassen hat. Insofern gehörte die Suche nach demjenigen, der in diese Fußstapfen treten soll, für die Verantwortlichen des Basketball-Bundesligisten zu den zentralen Aufgaben der Sommerpause. Am Dienstagnachmittag haben die Bonner den neuen Mann präsentiert: Charles Jackson.

Der 2,08-Meter-Center ist 25 Jahre alt und – wie die Baskets erklären – ein klassischer Brettcenter. 65 Prozent seiner Würfe fanden in der vergangenen Saison beim türkischen Zweitligisten Bandirma Kirmizi das Ziel. In durchschnittlich 25 Minuten Spielzeit sammelte Jackson knapp 14 Punkte, sicherte sich 8,4 Rebounds und bewies mit 1,3 Steals schnelle Hände in der Defense. „Charles Jackson bringt viel Energie und Intensität mit, ist ein starker Rebounder und hat in den letzten beiden Jahren in der Türkei sehr gut gespielt. Er ist für seine Größe sehr mobil und wird gut in unser System passen“, so Baskets-Coach Predrag Krunic über seinen ersten internationalen Neuzugang.

Ein wenig verwunderlich scheint es schon, dass ein Mann aus der zweiten türkischen Liga einen der besten Center der BBL ersetzen soll. „Die zweite türkische Liga ist nicht wie hier die Pro A“, hält Michael Wichterich Skeptikern entgegen. „Da gibt es ein Gehaltsgefüge, in dem wir manche Spieler noch nicht einmal ansprechen können.“ Damit spielt der Sportmanager der Baskets auf die finanziellen Möglichkeiten der Bonner an, die sich im oberen Mittelfeld der Bundesliga bewegen, aber eben nicht in den obersten Rängen.

„Julian eins zu eins zu ersetzen funktioniert nicht. Dann hätten wir ihn ja auch gleich behalten können – aber wir konnten ihn nach zwei guten Jahren nicht mehr bezahlen. Also muss man für einen Umbruch manchmal mit etwas Risiko unterwegs sein. Aber ich denke, Charles ist ein Spieler, der darauf brennt, seine Qualitäten in einer stärkeren Liga zu beweisen“, ergänzt Wichterich. „Unser Eindruck ist, dass er dafür im Training und Spiel Vollgas geben wird.“

Gamble kam vor zwei Jahren aus der ersten belgischen Liga von Basic Fit Brüssel und hatte in Bonn einige Startschwierigkeiten. „Wenn wir uns an die ersten Monate erinnern, hätte ihn mancher am liebsten wieder zurückgeschickt. Wir haben gesehen, was daraus mit Geduld und Arbeit werden kann“, sagt Wichterich.

Jacksons Vorgänger in der Türkei, Tonye Jekiri, hatte übrigens nach einem Jahr bei Bandirma Kirmizi den Sprung zum belgischen Serienmeister und letztjährigen Champions-League-Teilnehmer BC Oostende geschafft – und Gamble in der Champions League das Leben schwer gemacht. „Aber auch den hätten wir uns nicht leisten können“, so Wichterich. Also muss der fehlende Euro durch ein gewisses Maß an Trüffelschwein-Fähigkeit ausgeglichen werden. Dass die Baskets schon so früh in der Sommerpause zugeschlagen haben, spricht dafür, dass sie vom Projekt Jackson sehr überzeugt sind. Denn es wäre noch viel Zeit gewesen weiterzusuchen.

„Charles hat viel Potenzial, vor allem im Athletischen“, sagt Wichterich. „Er ist ein Kämpfer und Arbeiter. Und er ist noch relativ jung. Von der Spielanlage ist er Julian Gamble ähnlich. Einiges macht er besser als Julian, manches aber auch schlechter. Er ist immer in Bewegung, immer anspielbar. Er hat seine Leistung bei den vorherigen Stationen immer abgerufen – gerade auch im Rebound.“

Der Sportmanager und Trainer Krunic sind überzeugt, dass Jackson nach Bonn passt, darauf haben sie Wert gelegt. „Man sammelt seine Informationen und entwickelt im Laufe der Zeit ja auch ein Gefühl dafür, ob Spieler zu uns passen“, erklärt Wichterich. „Uns ist wichtig, dass die Truppe – wie letztes Jahr – gerne in die Halle kommt und arbeitet. Wir wollen schönen Basketball spielen, und das mit Spielern, die alles geben.“

Nicht mehr zur Truppe werden dann Jordan Parks, Ron Curry und höchstwahrscheinlich auch Malcolm Hill gehören, wie Wichterich bestätigte. Bei Tomislav Zubcic und Nemanja Djurisic, derzeit beide für ihre Nationalteams aktiv, bestehe hingegen die Möglichkeit einer Rückkehr an den Rhein immer noch.

Kader Saison 2018/2019: Josh Mayo, TJ DiLeo, Martin Breunig, Yorman Polas Bartolo, Jarelle Reischel, Alex Möller, David Falkenstein, Julian Jasinski, Charles Jackson

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