Spiel gegen Ulm: Kniffliger Job in jecker Atmosphäre für die Baskets

Spiel gegen Ulm : Kniffliger Job in jecker Atmosphäre für die Baskets

Die Telekom Baskets haben zum Karnevalsspiel am Samstag den Playoff-Konkurrenten ratiopharm Ulm zu Gast. Der Ex-Bonner Ra'Shad James ist wegen einer Schulterverletzung nicht dabei.

Es läuft immer besser bei den Telekom Baskets Bonn. Dem Verlängerungskrimi bei Rasta Vechta (117:112) ließ der Basketball-Bundesligist am Mittwoch einen furiosen 108:75-Sieg gegen die Eisbären Bremerhaven folgen. Besser konnten sich die Bonner nicht für das Karnevalsspiel am Samstag (20.30 Uhr, Telekom Dome) gegen ratiopharm Ulm warmschießen.

Spektakulär vor allem das erste Viertel, nach dem die Bonner bereits mit 41:13 vorn lagen. Sie stellten damit einen ligaweiten Saisonbestwert für Punkte in einem Viertel auf. Bislang hatte ausgerechnet der kommende Gegner aus Ulm mit 37 Zählern den Rekord gehalten.

Lohn für die Klasseleistung der Mannschaft von Bonns Trainer Chris O'Shea war der Sprung auf einen Playoff-Platz. Sportmanager Michael Wichterich nimmt es mit Zufriedenheit zur Kenntnis. „Wir spielen inzwischen deutlich stabiler und mit mehr Bereitschaft. Das ist auffällig“, sagt er, um gleich hinzuzufügen. „Aber wir sind noch nicht am Ziel, wir müssen nachlegen.“

Vor ausverkauftem Haus mit mehr als 6000 jecken und kostümierten Fans auf den Rängen haben die Baskets einen kniffligen Job zu erledigen. Denn sie müssen sich gegen ein Team, das große Playoff-Ambitionen hat, aber bisher aus diversen Gründen noch nicht so richtig in Schwung gekommen ist, durchsetzen. „Beide Mannschaften wissen, wie enorm wichtig dieses Spiel im Kampf um die Playoffs ist. Entsprechend intensiv wird es auf dem Feld zugehen“, glaubt O'Shea. Die Karnevalsatmosphäre sieht er nicht als Gefahr an. O'Shea: „Ich glaube nicht, dass sich meine Spieler davon ablenken lassen. Sie werden sich voll und ganz auf den Gegner konzentrieren.“

Krunic beweist ein gutes Händchen

Auch die Familie des Bonner Coachs ist an den Rhein gekommen. „Meine Mutter hat am Samstag Geburtstag“, erzählt O'Shea, „und ich dachte mir, es wäre ein cooles Geburtstagsgeschenk, wenn sie beim Karnevalsspiel dabei wäre und wir dann auch noch gewinnen.“

Der Nachfolger von Trainer Predrag Krunic hat offenbar ein gutes Händchen. Nicht nur gestandene Profis wie Josh Mayo drehen auf, auch die Profis aus der zweiten Reihe setzen Akzente. Gegen Bremerhaven sorgten Jarelle Reischel und Julian Jasinski für einige Highlights. „Sie arbeiten hart im Training und bieten sich dadurch an“, sagt O'Shea. „Das belohne ich, indem ich ihnen die Chance gebe, sich auch auf dem Feld zu zeigen. Und wenn sie gut spielen, bleiben sie länger auf dem Feld. Sie spüren, dass mein Co-Trainer Milo Savovic und ich ihnen vertrauen. Und so spielen sie dann auch.“ Es sei für sie aber auch einfacher, wenn die Mannschaft einen guten Tag habe.

Den wollen die Baskets auf jeden Fall am Samstag haben. Trotz einiger Verletzungsprobleme beim Gegner erwartet Sportmanager Wichterich ein Duell auf Augenhöhe: „Das macht manche Mannschaften gefährlicher. Und das, was die Ulmer immer noch aufbieten können, hat oberstes Bundesliganiveau.“

"Schade für ihn und für das Spiel"

Er bedauere aber, dass auch Ra'Shad James, der die Bonner Mitte Januar verließ und dann in Ulm anheuerte, wegen einer schweren Schulterverletzung fehlt. Wichterich: „Das wünscht man niemandem. Es ist schade für ihn und schade für das Spiel.“

Lauf O'Shea wird es darauf ankommen, das schnelle, athletische Spiel der Ulmer zu kontrollieren und ihnen in der Zone mehr entgegenzusetzen als im Hinspiel. Das verlor Bonn mit 85:96, ließ dabei 62 Punkte in der Zone zu, blieb aber selbst nur bei 32 Zählern. O'Shea: „Da haben sie uns dominiert. 30 Punkte Differenz, da wird es schwer zu gewinnen.“

Ex-Baskets-Spieler Ryan Thompson war Ende November vergangenen Jahres Topscorer. Ihn wollen die Bonner diesmal an die Leine legen. Gleiches gilt für Ulms besten Schützen, Power Forward Dwayne Evans (14,6 Punkte pro Spiel) sowie die Guards Javonte Green (14,3) und Patrick Miller (10,3). Darüber hinaus hat Ulms Trainer Thorsten Leibenath einige weitere hochkarätige Profis in seinen Reihen, wie beispielsweise den 2,13-Meter-Center Bogdan Radosavljevic und Point Guard Ismet Akpinar.

Wichterichs Rezept für den Erfolg: „Wir müssen das reinwerfen, was uns in den letzten Wochen ausgezeichnet hat: mannschaftliche Geschlossenheit mit dem Wilen, das Spiel eines Außenseiters zu spielen. Wir sind gut, wenn wir bescheiden unsere Rolle sehen und für mehr arbeiten.“

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