Telekom Baskets: Favorit sein ist nicht ungefährlich

Telekom Baskets : Favorit sein ist nicht ungefährlich

Heimstarke Bonner erwarten auswärts sieglose Braunschweiger. Baskets-Trainer Predrag Krunic interessieren die eindeutigen Vorzeichen nicht: „Man muss jedem Gegner mit Respekt entgegentreten, sonst hat man schon verloren.“

Es ist ein Spiel der Kategorie „gefährlich“. Denn die Vorzeichen sind derart eindeutig, dass hier nur ein Team etwas zu verlieren hat: die Telekom Baskets Bonn. Am Sonntag (18 Uhr) treten die Basketball Löwen Braunschweig im Telekom Dome an. Da messen sich die Tabellenregionen Playoffs und Abstiegskampf. Zudem trifft die Bonner Heimstärke – die Baskets sind im Telekom Dome ungeschlagen – auf die Auswärtsschwäche der in fremden Hallen noch immer sieglosen Braunschweiger.

Und auch die statistische Spieltagsvorschau (oben) sagt eindeutig, wer in dieser Partie Favorit ist: Bonn. Bei fast allen Werten hat das Team um Spielmacher Josh Mayo die Nase vorn, lediglich die Freiwurfquote der Mannschaft von Ex-Bundestrainer Frank Menz liegt ein Prozent über dem überschaubaren Bonner Wert bei Würfen von der Linie (70 Prozent).

All diese Vorzeichen sind Predrag Krunic egal: „Tabellenplatz 17? Interessiert mich nicht“, sagt der Trainer der Baskets. „Man muss jedem Gegner mit Respekt entgegentreten, sonst hat man schon verloren.“ Er war froh, dass er sein Team in dieser Woche einmal im normalen Turnus auf die Partie vorbereiten konnte. Im europäischen Wettbewerb duellierten sich die beiden anderen Teams der Europe-Cup-Gruppe C.

Nachrichten gab es trotzdem: Ojars Silins bleibt ein Bonner; der Lette, der ursprünglich nur die Verletzungspause von Ken Horton überbrücken sollte, unterschrieb Anfang der Woche einen Vertrag bis zum Saisonende. „Er passt perfekt zu uns. Zum Team und zum Club“, betonte Krunic noch einmal. Und deshalb haben die Baskets bei der möglichen Verpflichtung eines Spielers für die Aufbauposition auch keine Eile: „Auch da wollen wir jemanden haben, der zu uns passt, wir werden nichts übers Knie brechen. Das müssen wir auch nicht“, erklärt Krunic.

Auch der Spielplan macht nicht unbedingt Druck, was eine weitere Verstärkung betrifft: Braunschweig, Södertälje (15. November), Würzburg (18. November) und Mons (22. November) sind allesamt nicht vom Kaliber Bamberg, München oder Ulm. Und danach könnte langsam auch der defensivstarke Konstantin Klein nach seinem Bänderriss im Spielaufbau wieder zur Verfügung stehen.

Das Spiel gegen Ulm stellte am vergangenen Samstag einen kleinen Dämpfer für die Baskets dar. Mit einem deutlichen 70:93 mussten sich die Bonner ihre sechs Spiele andauernde Siegesserie zerreißen lassen. Insgesamt findet Krunic, „dass sicher auch andere Teams in Ulm verlieren werden. Man darf nicht unterschätzen, wie viel es wert ist, dass das Gerüst der Mannschaft schon lange zusammen und sehr eingespielt ist. Dazu haben sie sich immer wieder gezielt verstärkt.“ Dennoch kommt sein Team nicht ohne Kritik aus der Retrospektive: „Die Niederlage ist zu hoch ausgefallen, weil wir im letzten Viertel die Kontrolle verloren haben. Das darf uns nicht passieren“, findet Krunic.

Wie die Ulmer Leistung – und damit auch die Bonner – einzuordnen ist, zeigte der EuroCup unter der Woche: Da fegte Ulm das Topteam von Hapoel Jerusalem um den früheren NBA-Superstar Amar'e Stoudemire noch deutlicher als Bonn mit 103:77 aus der Halle. Wer war der Favorit gewesen? Jerusalem. Die Ulmer ignorierten das auf dem Parkett, und der Vorschusslorbeer fuhr ziemlich welk zurück nach Israel. So kann's allen Statistiken zum Trotz passieren.

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