Kommentar zur Basketball-Bundesliga: Erfreulich, aber . . .

Kommentar zur Basketball-Bundesliga : Erfreulich, aber . . .

Live-Übertragung, Pokalreform, Mindestetats. Kurz vor den Playoffs der Saison 2017/18 hat die Basketball-Bundesliga die Weichen für die Zukunft gestellt. Gute Nachrichten mit Aber, findet unsere Autorin.

Der Pokal wird künftig unter den 16 besten Bundesligisten der Vorsaison ausgetragen. Aber: Die erste Liga bleibt unter sich. Die Telekom verlängert die Kooperation bis zum Ende der Saison 2022/23 und überträgt alle Spiele live. Aber: Die Frage muss erlaubt sein, ob sich der Basketball da nicht in einer Blase bewegt. Das Angebot des Bonner Telekommunikationsriesen ist zwar für seine Kunden umsonst, aber Laufkundschaft gewinnt der Basketball damit nur schwer.

Die Liga muss – naturgemäß – einen Spagat zwischen den Interessen der Großen und Kleinen bewältigen – und sehen, auf welche Seite der Abstimmung sich die Vereine im Mittelfeld schlagen. Die Telekom Baskets gehören sicher nicht zu den BBL-Kleinen, dennoch haben sie gegen die massive Etaterhöhung von bisher zwei auf drei Millionen Euro gestimmt – verhindern konnten sie den neuen Standard für alle, die sich um eine Bundesligalizenz bewerben, nicht.

Es gibt nicht wenige, die meinen, diese Etaterhöhung sei eine Liga-Verkleinerung durch die Hintertür, weil es einige Clubs gibt, darunter auch die meisten Zweitligisten mit Aufstiegsambitionen, die diese zusätzliche Million schwer oder gar nicht werden stemmen können. Damit würde dann der bisher immer abgelehnte Wunsch der Gutbetuchten nach weniger Vereinen und damit mehr Spielraum im Terminkalender für den europäischen Wettbewerb doch noch wahr. Denn sie wollen in Europa mithalten. Aber: Das macht die BBL langweiliger. Siehe: Fußball.

Der Basketball sucht den Weg auf Platz zwei in der Beliebtheitsskala hinter dem unerreichbaren Primus. Dafür muss er sich aufhübschen, aber auch gesehen werden. Nicht nur bei Telekom Basketball, sondern auch in den Hallen. In den Großstädten, aber auch an kleinen Standorten mit Tradition wie Göttingen, Hagen oder Trier – wo, das nur nebenbei, Basketball die Nummer eins ist. Vor Fußball, Handball oder Eishockey. Dort sind die Begeisterten, die der Basketball auf dem Weg zur Optimierung nicht verlieren darf. Irgendwann ist das Rad überdreht.