Telekom Baskets Bonn gegen Tübingen: Die Bank ist eine Bank

Telekom Baskets Bonn gegen Tübingen : Die Bank ist eine Bank

Mathias Fischer blickte finster drein. Der Trainer der Telekom Baskets ging - wie immer nach einem Erfolg - hinter seinen Spielern und gefolgt von Maskottchen Bonni auf die Ehrenrunde und klatschte die Fanhände am Spielfeldrand ab.

In Gedanken war er noch beim Spiel gegen die Walter Tigers Tübingen, zwischendurch besann er sich der Gegenwart und schenkte zumindest den wartenden Kindern ein Lächeln.

Dabei hatte seine Mannschaft gerade mit einem 89:80 (22:24, 22:19, 23:16, 22:21)-Sieg gegen den Tabellen-16. den vierten Tabellenplatz gefestigt. Schön war er nicht gewesen, aber wichtig. Vermutlich dachte der Trainer im Hinblick auf die nächste Partie gegen Bayern München (Freitag, 20 Uhr, Telekom Dome) schon über die Verbesserungsmöglichkeiten nach. Es gab einige.

Nur ein Akteur dürfte auch in den kritischen Augen des Coaches tadellos geblieben sein: Tadas Klimavicius. Drei Tübinger Center unterschiedlicher Bauart arbeiteten sich an dem kantigen Litauer ab - keiner von ihnen hatte einen besonders schönen Abend. Der stoische Klimavicius sammelte in knapp 26 Minuten Spielzeit 22 Punkte und sieben Rebounds. Alle am offensiven Brett. "Dass er die auch gleich zu Punkten verarbeitet hat, war extrem wichtig", lobte sogar der sonst so kritische Trainer, die Miene inzwischen weniger verkniffen.

Zwei Stunden zuvor etwa hatte er zum ersten Mal zur Auszeit gerufen. Julian Albus hatte den Ball zur Tübinger 14:13-Führung in den Bonner Korb gelegt (6.) - zu einfach, fand Fischer, und bat kopfschüttelnd zur Lagebesprechung. "Ich habe gerade zu Beginn etwas die Energie und Wachsamkeit vermisst. Das hatte sicher auch noch mit dem Spiel in Bremerhaven zu tun. Wir waren am Samstagmorgen erst nach vier Uhr zu Hause", erklärte er. "Beides ist in der zweiten Hälfte zum Glück besser geworden."

Im zweiten Viertel demonstrierte die Bonner Bank dann eindrucksvoll, dass sie in dieser Saison eine Bank ist: Nach einem 13:0-Lauf der Männer um Klimavicius und den umsichtigen Spielmacher Mickey McConnell stand es 35:24 (14.). Mit den Baskets-Startern kamen die Gäste besser zurecht - und so bis zur Halbzeit wieder bis auf einen Punkt heran (44:43).

Durchgang drei stand dann im Zeichen der nicht gerade souveränen Unparteiischen. Das Ergebnis pendelte hin und her, und ein nicht geahndeter Schlag von Tigers-Spielmacher Branislav Ratkovica gegen den Bonner Aufbauspieler Geno Lawrence brachte den Telekom Dome in Wallung. Die Partie drohte kurz Richtung Schwaben zu kippen, doch Angelo Caloiaro und Dirk Mädrich per Dunk mit Ausrufezeichen warfen Punkte in die Bonner Seite der Waagschale.

Auf der anderen Seite war auch Gäste-Trainer Igor Perovic mit Entscheidungen nicht einverstanden, doch allzu laute Beschwerden ziehen Strafen nach sich: Den Freiwurf fürs technische Foul verwertete Andrej Mangold zum 67:59.

Mit sechs Punkten Vorsprung ging das Fischer-Team ins Schlussviertel. Und da waren sie dann wieder: die Baskets der Saison 2014/15. Jeder trug seinen Teil zum Sieg bei. Sie schickten mit Ruhe, Souveränität und Geduld einen inzwischen müden Gegner mit einer Niederlage nach Hause.

0 Rechenspiele: Durch ihren Sieg gegen München ist auch Frankfurt noch ein möglicher Playoff-Gegner für die Baskets. Frankfurt hat nur noch ein Spiel in Tübingen, Ulm spielt noch in Trier, gegen Bamberg und in Bonn. Gewinnen beide noch ein Spiel, sind sie punktgleich, und Frankfurt wäre dank des gewonnenen Vergleichs mit Ulm der Bonner Gegner. Auch wenn es um Platz fünf zu einem Dreiervergleich Ulm/Frankfurt/Oldenburg käme, wäre Frankfurt der Baskets-Gegner - immer vorausgesetzt, die Baskets verteidigen Platz vier. Eines ist sicher: Der Gegner kann nicht Oldenburg heißen.

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