1. Sport
  2. Telekom Baskets

Telekom Baskets Bonn: Bundesligist sieht sich gut aufgestellt

Telekom Baskets Bonn : Bundesligist sieht sich gut aufgestellt

Es wird stets ein gewisse Diskrepanz deutlich, wenn sich bei den Telekom Baskets Bonn im Vorfeld einer Saison auf der einen Seite die Spieler, auf der anderen Seite die Vereinsverantwortlichen zu den Saisonzielen äußern. Denn das aktive Personal geht deutlich stärker in die Offensive.

"Sie sind also hierher gekommen, um die Meisterschaft zu gewinnen?", wurden die vier Neuverpflichtungen des Basketball-Bundesligisten am Montag beim Trainingsauftakt gefragt. US-Guard Richard "Mickey" McConnell und Center Tadas Klimavicius nickten. "Natürlich", sagte McConnell zur Bestätigung.

Es schien so, als sei sein Gegenüber Michael Wichterich, hauptverantwortlich für die Zusammenstellung der Mannschaft, dabei ein wenig zusammengezuckt. So weit wollte sich der Bonner Sportmanager jedenfalls nicht aus dem Fenster lehnen. "Was Bayern, Bamberg und Berlin für eine individuelle Qualität haben, das ist schon beachtlich. Wenn man sich dann hinstellt und sagt, wir wollen Meister werden, dann wäre das ziemlich vermessen", sagte er stattdessen.

Dennoch begrüßte er ausdrücklich den Ehrgeiz seiner Profis. Wichterich: "Es ist okay, wenn sie sich dieses Ziel nehmen, das ganze Jahr dafür trainieren und dann auch in den Play-offs dafür antreten." Und dann wird auch er offensiver: "Ich glaube, wir haben die Qualität, haben die Typen, die rausgehen und für eine Überraschung sorgen können."

Wie immer diese Überraschung aussieht, vornehmliches Ziel ist als erster Schritt die 16. Teilnahme an der Runde der besten acht Mannschaften im 18. Bundesligajahr. "Das ist Ziel Nummer eins. Und wenn wir das schaffen, ist das Halbfinale das Ziel", sagte Wichterich, der um die Play-off-Plätze einen "riesengroßen Kampf" erwartet und auch hinter den genannten Favoriten starke Konkurrenz sieht. Wichterich: "Es ist schon beeindruckend, wenn man sieht, was etwa Vereine wie Ulm oder Quakenbrück aufs Feld bringen."

Gleichwohl sieht man sich bei den Baskets für diesen Kampf gerüstet. Neben McConnell und Klimavicius sind Angelo Caloiaro und Dirk Mädrich neu dazugekommen. Die sechs weiteren Spieler im Kader waren schon in der vergangenen Saison dabei, als die Baskets mit Platz fünf die stärkste Hauptrunde seit 2009 boten und im Viertelfinale erst in Spiel fünf an Vizemeister Oldenburg scheiterten.

"Für mich ist die Aufgabe bei den Baskets ein Schritt vorwärts in meiner Karriere", sagte zuerst McConnell und dann auch Caloiaro. Eine "große Chance" will auch Klimavicius nutzen. "Ich habe in der vergangenen Saison nicht so viel Spielzeit bekommen, wie ich mir gewünscht habe. Das soll in Bonn anders werden", erklärte der Litauer.

Natürlich hat er sich vorher bei Baskets-Spieler und Landsmann Benas Veikalas erkundigt. Klimavicius: "Er hat gesagt, ich soll kommen." Mit seinen 2,04 Metern hat er zwar kein Gardemaß für einen Center, doch Wichterich ist von den Qualitäten des 31-Jährigen, der in einer so starken Mannschaft wie Zalgiris Kaunas sechs Jahre Euroleague gespielt und zwei Tage zur Probe in Bonn trainiert hat, überzeugt. Er passe vom Charakter und der Mentalität her zu den Baskets.

"Wir haben in ihm einen sehr routinierten und spielintelligenten Center, der sicherlich nicht in die Region 18 Punkte zwölf Rebounds stoßen, aber über das Gesamtpaket für die Mannschaft wertvoll sein wird", so Wichterich. So mancher Fan und Experte sei zwar skeptisch, "aber wir sind überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben. In zwei Monaten werden wir mehr wissen."

Überzeugt sind die Bonner auch von Caloiaro, der in der vergangenen Saison effektivster Spieler der Bundesliga war. "Er hat beim Mitteldeutschen BC gezeigt, was er drauf hat und wie variabel er ist", sagte Wichterich. Die Kombination aus Stärke am Brett und Gefahr aus der Distanz soll helfen, das Feld zu öffnen und damit Räume für die Mitspieler zu schaffen.

Ähnlich gestrickt ist Mädrich, der ebenfalls über einen guten Distanzwurf verfügt. Wichterich: "Wir wollen schnell spielen, für viel Bewegung sorgen und dann von den einfachen Dingen profitieren." Nutznießer soll auch ein Spieler wie McConnell sein, der als Ergänzung zu Geno Lawrence mit seinen Qualitäten sowohl im Spielaufbau als auch in der Offensive eine Verbesserung zur Vorsaison darstelle.

Dass bis zum Saisonstart viel Schweiß fließen wird, ist allen klar. "Wir sehen uns gut aufgestellt. Aber jetzt geht es darum, sechs Wochen lang viel Arbeit zu investieren", sagt der Manager. Am Montag standen erste medizinische Tests auf dem Programm, am Dienstag soll unter anderem ein Leistungstest über den aktuellen Fitnesszustand Auskunft geben.