Saisonende für die Telekom Baskets: Bonns fatale Schwächephase beschert Oldenburg den Sieg

Saisonende für die Telekom Baskets : Bonns fatale Schwächephase beschert Oldenburg den Sieg

Die Telekom Baskets Bonn haben mit einem 84:97 bei den EWE Baskets Oldenburg die Saison beendet. Die Bonner hatten zwar lange gut mitgespielt, leisteten sich dann aber eine fatale Schwächephase.

Bis zum Beginn des Schlussabschnitts durften die Telekom Baskets auf eine Fortsetzung der Spielzeit hoffen, dann war es vorbei: Die Saison des Bonner Basketball-Bundesligisten hat nach einer 84:97 (21:24, 25:25, 18:22, 20:26)-Niederlage bei den EWE Baskets Oldenburg ihr Ende gefunden. Ein katastrophaler Start ins letzte Viertel, in dem die Bonner viertelübergreifend einen 0:19-Lauf kassierten, brachte die Entscheidung. Wie in den ersten beiden Partien der Serie hatten die Bonner lange gut mitgespielt, leisteten sich dann aber eine fatale Schwächephase. Nach dem 3:0 spielen die Oldenburger im Halbfinale gegen Alba Berlin, die Baskets verabschieden sich am Dienstag von ihren Fans in die Sommerpause.

„Wir wollten jedes dieser Spiele und auch die Serie gewinnen, und wir haben daran geglaubt, dass wir es schaffen können, aber die Oldenburger haben in allen drei Spielen gezeigt, warum sie die Hauptrunde als Tabellenzweiter abgeschlossen haben“, erkannte Baskets-Cheftrainer Chris O’Shea an. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben gekämpft, und ich bin stolz, dass wir uns aus schweren Phasen herausgearbeitet und die Playoffs erreicht haben.“

Während er das sagte, kletterten seine Spieler die Treppen zum kleinen Bonner Fanblock hinauf, wo die Festung-Heartberg-T-Shirts soeben ausgedient hatten. Zumindest für diese Saison. Enttäuschte Spieler bedankten sich bei ebenso enttäuschten Fans, die entgegen der Trainermeinung möglicherweise doch einen Vorwurf ans Team hatten – die ersten drei Minuten nach der Halbzeit hätten es jedenfalls gerechtfertigt. Wie schon in den ersten beiden Spielen der „Best-of-five“-Serie leisteten sich die Baskets einen Durchhänger in Defense und vor allem Offense, die Oldenburg nutzte, um reichlich Distanz zwischen sich und die Bonner zu bringen. Im Grunde war es sogar schlimmer als in Spiel eins und zwei: Die Baskets waren völlig von der Rolle. Nach drei Minuten hatten sie mehr Auszeiten als Punkte zu Buche stehen: 3:0. Ein Beleg dafür, dass O’Shea doch nicht ganz so uneingeschränkt zufrieden war.

Dabei hatte sich die erste Halbzeit eigentlich nach dem Geschmack der Bonner gestaltet. Sie wollten Spielmacher Josh Mayo besser ins Spiel bringen – und das gelang ihnen. Bis zur Halbzeit war der Baskets-Kapitän mit 17 Punkten Topscorer der Partie, Bonn lag beim Gang in die Kabine mit drei Punkten zurück (46:49), was Co-Trainer Savo Milovic nach zwei Pausenführungen für die Niedersachsen in den ersten Spielen augenzwinkernd als gutes Omen wertete.

Bis dahin war die Baskets-Welt in Ordnung. Obwohl: Da war ja noch die Frage, ob das Team es dieses Mal schaffen würde, 40 Minuten am oberen Limit, das Oldenburg von ihm forderte, zu spielen. Die Antwort folgte zu Beginn des Schlussabschnitts. Und sie fiel deutlich aus. Nach O’Sheas dritter Auszeit innerhalb kürzester Zeit beendete Bojan Subotic den Oldenburger Run an der Freiwurflinie (67:82, 33.), aber das Bonner Saisonende war da bereits eingeleitet. Weil Oldenburg sich – wie in den beiden Spielen zuvor – keine entscheidende Schwächephase mehr leistete. Weil Mayo in Halbzeit zwei kaum noch ein Faktor war. Weil der starke Bonner Topscorer Charles Jackson (28 Punkte) beim Punktesammeln zu wenig Unterstützung bekam.

Egal, was Oldenburg in dieser Serie benötigte, das Spiel gab es Oldenburg. Oder Oldenburg nahm es sich. Will Cummings dominierte Spiel eins, Rasid Mahalbasic Spiel zwei, und in Spiel drei war es dann Nathan Boothe mit 25 Punkten, der den Unterschied ausmachte, wenn man die beiden Topscorer Cummings (27) und Jackson (28) gegeneinander aufrechnet. Auf Bonner Seite lieferte die Bank insgesamt 16 Punkte. Zu wenig.

Es war die Serie des Tabellenzweiten gegen den Siebten. Und die Qualität des Zweiten hat sich durchgesetzt.

Telekom Baskets Bonn: Nate Linhart (3/1 Dreier), Jarelle Reischel (2), Olivier Hanlan (5/1), Bojan Subotic (8), Stefan Bircevic (5/1), Charles Jackson (28), TJ DiLeo (2), Martin Breunig (2), Yorman Polas Bartolo (10/1), Josh Mayo (19/4).

EWE Baskets Oldenburg: Cummings 27/2), Hujic (dnp), Tadda (4), Massenat (12), Kessen (3), Stojanovski (2), Paulding (12), Mahalbasic (6), Schwethelm (6/2), Boothe (25/3)

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