Basketball-Bundesliga: Bonner Baskets nutzen Spielpause für Opernbesuch

Basketball-Bundesliga : Bonner Baskets nutzen Spielpause für Opernbesuch

Im Heimspiel gegen die Eisbären Bremerhaven geht es für Basketball-Bundesligist Telekom Baskets Bonn am Mittwoch (19 Uhr) wieder um wichtige Punkte im Kampf um die Playoff-Teilnahme um die deutsche Meisterschaft. Die Pause haben die Bonner Profis für einen Besuch in der Oper genutzt.

Xerxes, zweiter Akt – barocker Klang, opulente Farben und eine Liebesgeschichte mit ein bisschen Drama: Als die unglücklich verliebte Amastre auf der Bühne droht, sich umzubringen, entfährt Meisha Mayo im Zuschauerraum ein entsetztes „Oh no!“ Die Ehefrau von Baskets-Spielmacher Josh Mayo konnte sich entspannen: Das Unglück geschah nicht, es gab ein Happy End.

Die Telekom Baskets Bonn haben sich in der Länderspielpause nicht nur mit Basketball beschäftigt. Auf Einladung des Bonner Theaters besuchte die Profi-Mannschaft mit Ehefrauen und Partnerinnen am Sonntag Leonardo Muscatos farbenfrohe Inszenierung von Georg Friedrich Händels Xerxes. Dass der Perserkönig italienisch mit deutschen Übertiteln daherkam, machte es gerade für die US-Amerikaner nicht einfach. Und so übersetzten die deutschsprachigen Spieler und Betreuer ab und an zentrale Sequenzen.

Zuvor hatte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich sein Team mit einer kurzen Einführung in das Thema Xerxes präpariert und die Kleiderordnung vorgegeben: Tabu für zerrisse Jeans. „Es ist nicht leicht, wenn man die Sprache nicht versteht“, sagte Baskets-Trainer Chris O'Shea, „aber ich denke, es war trotzdem für alle ein tolles Erlebnis.“ Anschließend trafen sich Sportler und Sänger auf der Bühne zum Austausch. „Es gibt reichlich Parallelen zwischen zwei Profiteams, in denen jeder seine Rolle hat“, fand O'Shea.

„Wir freuen uns wirklich sehr, dass es mit dem Besuch der Baskets bei uns geklappt hat“, erklärte der Generalintendant des Theaters Bonn, Bernhard Helmich. „Unser Anliegen ist es, dass sich die verschiedenen Sphären, die diese Stadt so lebenswert machen, immer weiter annähern; man sich untereinander austauscht – und eben auch besucht.“

Auch dem Baskets-Präsidenten Wolfgang Wiedlich war der Besuch ein Anliegen. „Ich finde es naheliegend, dass wir unserem Team die Genüsse unserer Stadt hier und da nahebringen. Und wenn sich so eine Gelegenheit bietet, lassen wir uns nicht lange bitten“, sagte er.

Basketball gespielt wurde auch seit dem so leidenschaftlich erkämpften Sieg nach zwei Verlängerungen beim Tabellendritten in Vechta. Nach vier Tagen Auszeit stiegen die Bonner wieder ins Training ein. „Die vier freien Tage waren wichtig. Alle haben sie genossen“, sagt O'Shea. „Danach konnten wir – mental wieder frisch – sehr intensiv arbeiten. Wir haben die Zeit gut genutzt.“

Das zeigte sich dann auch in einem Test beim Tabellenführer der ersten belgischen Liga BasicFit Brüssel. Dort gewannen die Baskets am Samstagabend mit 80:79 (20:11, 28:17, 13:26, 19:25). Im Nachhinein betrachtet ein Spiel, wie O'Shea es sich nicht besser hätte wünschen können.

„Manchmal sind solche Testspiele mental nicht so einfach, aber meine Mannschaft war von Anfang an hellwach und ist mit Intensität in die Partie gegangen“, berichtet der Baskets-Headcoach, was sich in einer 20-Punkte-Führung zur Halbzeit darstellte (48:28). Dann allerdings gingen die Belgier deutlich aggressiver zu Werke. „Damit hatten wir Probleme. Vielleicht waren wir auch überrascht, dass Brüssel in einem Test bereit war, sich nach einem deutlichen Rückstand so zurückzukämpfen“, mutmaßte O'Shea.

Sein Team musste reagieren und eine Lösung suchen – perfekt für ein Testspiel. „Das haben die Jungs dann trotz schwerer Beine von der intensiven Trainingswoche gut gemacht“, sagte der zufriedene Trainer. „Knapp gewonnen, niemand verletzt – das ist das Wichtigste. Jetzt freuen wir uns auf das Heimspiel am Mittwoch gegen Bremerhaven und viele weitere in der Rückrunde.“

Nach dem Spiel stellte sich seinem Kader dann noch eine unvorhergesehene Teambuildingmaßnahme: Nach diversen Versuchen, den Bonner Mannschaftsbus durch die engen Brüsseler Gässchen auf den Heimweg zu bekommen, stieg das komplette Team aus und hob kurzerhand einen im Weg stehenden Mittelklassewagen zur Seite. Ein Video auf dem Instagram-Kanal der Baskets dokumentiert die kollektive Begeisterung, nachdem das Hindernis erfolgreich aus dem Weg geräumt war. Für den Trainer der perfekte Abschluss einer Testspielfahrt: „Alle haben angepackt. Das hat mir gefallen“, sagt O'Shea.

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