Telekom Baskets: Bonner Baskets mit maximalem Einsatz - plus Überraschung

Telekom Baskets : Bonner Baskets mit maximalem Einsatz - plus Überraschung

Die Philosophie von Baskets Trainer Predrag Krunic lautet: Bereit sein. Das müssen die Spieler auch im nächsten Playoff-Viertelfinale sein. Sie müssen dabei auf den angeschlagenen Kapitän Josh Mayo verzichten.

Und selten traf es so sehr zu wie in der aktuellen Situation für Jamarr Sanders. Nachverpflichtet für eventuelle Probleme auf der Spielmacherposition, bisher nicht allzu oft eingesetzt, zuletzt am 17. April, muss er in einer der schwierigsten Situationen überhaupt Verantwortung übernehmen.

In Spiel drei des Playoff-Viertelfinales bei Brose Bamberg (Sonntag, 15 Uhr, live auf Sport1) muss Sanders das Ruder für den angeschlagenen Kapitän Josh Mayo übernehmen. Mayo hatte sich in Spiel zwei eine muskuläre Oberschenkelverletzung zugezogen und kann in Bamberg nur zusehen. Dort, wo er mit 25 Punkten wesentlich dazu beigetragen hatte, Spiel eins zu klauen und in der Serie vollkommen überraschend in Führung zu gehen.

Baskets haben sehr gute Teamchemie

In Bonn ließ Bamberg dann die Muskeln spielen und glich aus. Aber die Baskets haben immerhin ein zweites Heimspiel in der „Best-of-five“-Serie erstritten. Und wenn man Sanders fragt, klingt es nicht so, als seien er und seine Mannschaftskameraden damit zufrieden. „Ich bin nach Bonn gekommen, um der Mannschaft zu helfen – auch jetzt in den Playoffs“, sagt der 28-Jährige, der nach einjähriger Verletzungspause Ende Januar nach Bonn kam.

„Unsere Teamchemie ist sehr gut, das hat uns auch schon bei früheren Herausforderungen geholfen, enger zusammenzurücken. Ich bin bereit, dazu beizutragen, dass wir Bamberg erneut ärgern können.“

Zuletzt spielte Sanders bei der 84:92-Niederlage in Braunschweig. Bis dahin legte er in zehn BBL-Spielen ordentliche Statistiken auf: In durchschnittlich 18:08 Spielminuten stehen 3,6 Punkte, 2,1 Rebounds und 1,5 Assists zu Buche. Europäisch sah es nach fünf Spielen bei weniger Spielzeit (durchschnittlich etwa 17 Minuten) noch deutlich besser aus: fünf Punkte, drei Rebounds und 2,5 Assists – bei nur 0,8 Ballverlusten.

Überraschungsmoment auf der Bonner Seite

Sein bestes Spiel machte der Combo-Guard aus Chicago im Achtelfinal-Rückspiel bei Kataja Basket, als die Baskets zwischenzeitlich drohten, einen 19-Punkte-Vorsprung aus dem Hinspiel zu verspielen. Letztlich wurde es ein 88:84-Sieg, zu dem Sanders 18 Punkte, fünf Rebounds und fünf Assists beisteuerte. Das sind Zahlen, die sein Team auch in Bamberg gut gebrauchen könnte.

„Jamarr hat zwar zuletzt nicht gespielt, aber er ist ein wichtiger Teil unseres Teams. Er hat gut trainiert, und ich habe viel mit ihm gesprochen“, sagt Krunic. „Und ich denke, er kann uns helfen.“ Aufgrund der BBL-Regelung für Ausländer mussten die Baskets, seit Sanders als siebter Ausländer zum Team stieß, immer einen von ihnen aussetzen lassen. Und meist traf es aus taktischen Gründen Sanders.

„Es ist kein Geheimnis, dass Bamberg stark ist“, sagt Krunic, „aber sicher ist auch: Wir werden kämpfen.“ Das Überraschungsmoment liegt in diesem Fall eher auf Bonner Seite. Wie hat Krunic vor, Mayos Ausfall zu kompensieren? „Erst einmal das vorausgeschickt: Ich bin am glücklichsten, wenn alle gesund sind. Basketball ist ein Teamsport – wenn einer raus ist, müssen die anderen mehr geben. Das trifft auch auf die Trainer und das Team hinter dem Team zu. Und ich gebe zu: Ich tüftle auch gerne an Lösungen – und an Überraschungen.“

Auch Ryan Thompson oder TJ DiLeo sind Alternativen

Dass Sanders die 40-Minuten-Rolle von Mayo übernimmt, ist unwahrscheinlich. Aber Krunic hat gute Alternativen. Da ist zum einen Ryan Thompson, der in den Playoffs aufzublühen scheint. Auch er kann den Ball bringen und die Spielzüge einleiten. Oder TJ DiLeo.

Der Deutsch-Amerikaner hatte bereits nach Mayos Verletzung am Mittwoch den Spielaufbau übernommen und auf ganzer Linie überzeugt. „Ihm hat die Europa-Erfahrung sehr gutgetan“, sagt sein Trainer. „TJ hat viel investiert, und ich freue mich sehr über seine Entwicklung.“

In der Vorbereitung auf die Partie in Bamberg machten die Baskets alles wie immer. „Am Sonntag wollen wir dann – auch wie immer – das Maximum geben und unsere Chance suchen“, sagt Krunic. „Mehr kann ich nicht verlangen.“