Bonn erwartet Jena: Bojan Subotic glaubt an Halbfinale für die Baskets

Bonn erwartet Jena : Bojan Subotic glaubt an Halbfinale für die Baskets

Bojan Subotic gehört zu den tragenden Säulen im Spiel der Telekom Baskets. Der Montenegriner glaubt, dass Bonn es ins Halbfinale schafft. Am Sonntag kommt Jena in den Telekom Dome.

Bojan Subotic ist derzeit Strohwitwer. Ehefrau Iva ist mit den beiden Töchtern Mila und Angela nach Hause geflogen. Der Montenegriner ist sich ziemlich sicher, dass er seine Familie in Bonn wiedersieht, nicht in der Heimat. „Zum Halbfinale kommen die drei zurück“, sagt der Power Forward der Telekom Baskets Bonn und lacht, weil er weiß, dass das angesichts einiger zuletzt gezeigter Leistungen der Bonner sehr optimistisch klingt. Deshalb ergänzt er: „Ich denke, dass Braunschweig für uns ein Wendepunkt war. Wenn wir unsere Stärke so wie dort aufs Feld und zusammenbringen, ist es für jeden Gegner schwer, uns zu schlagen.“

Zum Beweis dieser These kommt der nächste Gegner gerade recht. Es ist der Tabellenletzte Science City Jena (Sonntag, 18 Uhr, Telekom Dome). Die Baskets sind klar in der Favoritenrolle. Das wiederum ist eine Hürde, an der sie in dieser Saison schon mehr als einmal ins Straucheln geraten sind. Die Hürde Frankfurt war zwar höher, das Ergebnis aber das Gleiche. „Ein grauenhaftes Spiel. Das war schwer zu ertragen“, sagt Subotic, der in dieser Partie zusehen musste. Es war das letzte Mal, dass Trainer Chris O'Shea einen seiner Spieler mit ausländischem Pass den Regeln nach aussetzen lassen musste. Nach der Partie trennte sich der Verein von James Webb III.

Den „Nebenkriegsschauplatz“ gibt es folglich jetzt nicht mehr. Niemand muss mehr aussetzen. Hilfreich für die Zielgerade. „Trotzdem auch schade“, sagt Subotic, „denn James war ein super Typ.“

Die Rolle des Zuschauers ist eine neuralgische in einem Team, das gibt Subotic zu: „Dass derjenige, den es trifft, seinen Job genauso professionell macht wie jeder Starter oder jeder Rollenspieler, ist immens wichtig fürs Team. Natürlich ist man enttäuscht, wenn der Coach dir vor dem Spiel sagt, dass es dich trifft, aber du kannst trotzdem helfen – wenn du dich professionell verhältst und dein Team unterstützt.“

Es ist nicht nur diese Einstellung, die O'Shea an ihm schätzt: „Er hat so viele Qualitäten, da müsste man ein Buch schreiben um, alles aufzuzählen“, sagt er über den 28-Jährigen. „Er investiert alles fürs Team“, sagt O'Shea. „Er geht dahin, wo es wehtut, seine eigenen Statistiken sind ihm egal. Er bringt Energie, macht die Drecksarbeit, ist sehr variabel – und opfert sein eigenes Spiel fürs Team. Egal, auf welcher Position wir ihn brauchten, er hat die Rolle angenommen.“ Reichlich Lob, auch wenn der Trainer Subotics Hinweis aufs Halbfinale gar nicht gerne hört. „Zuerst kommt Jena“, sagt er. „Die zu frühe Rechnerei ist uns schon einmal schlecht bekommen. Wir müssen uns einfach auf unsere nächste Aufgabe konzentrieren.“

Jena kommt mit viel Erfahrung

Und die heißt Jena. Die Thüringer kommen mit viel Erfahrung. Dru Joyce im Spielaufbau, Derrick Allen unter dem Korb, dazu der gefährliche Schütze Julius Jenkins und der zähe Verteidiger Immanuel McElroy sowie der ehemalige Bonner Martynas Mazeika. Kommt die spielfreudige Truppe ins Rollen, kann es schwer werden, sie zu stoppen. „Das sollten wir von Beginn an verhindern“, sagt O'Shea, der dann doch zumindest einen kleinen Blick auf das übernächste Spiel wirft. „Wir wollen schließlich mit Rückenwind nach Berlin.“

Die Partie gegen Jena am Sonntag ist der Start in den Hauptrunden-Endspurt mit vier Spielen in acht Tagen. „Das macht uns nichts aus“, sagt Subotic. „Wir stecken das mit unserem ausgeglichenen und physisch starken Kader besser weg als andere Teams – und ich denke, das wird auch ein Vorteil in den Playoffs.“ Davon, dass die Baskets die K.o.-Runde erreichen, ist der Mann aus dem wunderschön in der Bucht von Kotor an der Adria gelegenen Tivat ja ohnehin überzeugt.

Dass es für die Baskets noch an Ulm vorbei auf Platz sechs geht, ist eher unwahrscheinlich. Mit einem Erfolg gegen Jena wäre ein weiterer wichtiger Schritt getan. Nach der Papierform könnten am Wochenende zwei Konkurrenten weitere Federn lassen: Würzburg, insgesamt mit einem schweren Restprogramm etwas im Nachteil, muss nach Berlin, Ludwigsburg erwartet das Überraschungsteam aus Vechta.

Machen die Bonner ihre Hausaufgaben und halten Platz sieben, könnte der Gegner im Viertelfinale dann entweder Oldenburg oder Berlin heißen. Den Baskets – so hört man hier und da – wären die Oldenburger lieber. „Ein kleines bisschen, ja“, sagt Subotic, der sich übrigens 2009 erstmals mit den Baskets beschäftigte. „Ich habe die Finalserie gegen Oldenburg gesehen. Grauenhaftes Ende.“ Als die Anfrage aus Bonn kam, wusste er deutlich mehr über Bonn als das. Mit dem Ex-Bonner Aleksandar Capin hatte er in Podgorica gespielt, auch seine Landsmänner Filip Barovic und Nemanja Djurisic hatten ihm Gutes von ihrem alten Verein erzählt. „Das war nicht übertrieben. Es ist hier sehr professionell, aber trotzdem familiär. Ich kann mir gut vorstellen, zu bleiben.“

Er hat auch einen Wunschgegner fürs Halbfinale. „Aber den verrate ich lieber nicht. Sonst bekomme ich Ärger mit dem Coach.“