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Baskets unterliegen dem Meister

Spiel gegen FC Bayern München : Telekom Baskets Bonn unterliegen dem Meister

Der Kampf der Bonner Telekom Baskets nach hohen Rückständen wird beim 85:93 in München nicht belohnt. Am Dienstag trifft das Team von Trainer Thomas Päch in der Champions League auf JDA Dijon.

Es hätte ein ganz bitterer Abend werden können für die Telekom Baskets Bonn. Beim FC Bayern München – dort, wo sie im Oktober noch sensationell das Pokal-Achtelfinale gewonnen hatten –, drohte dem Basketball-Bundesligisten nach dem ersten Viertel ein Fiasko. Doch dann kämpfte sich der fünfmalige Vizemeister nach 20 Punkten Rückstand gegen den amtierenden Meister ins Spiel zurück, gab auch im dritten Viertel bei 24 Zählern Rückstand nicht auf, um noch bis auf drei Punkte heranzukommen. Dann setzte sich die Klasse der Bayern durch, aber die Bonner konnten nach der 85:93-Niederlage (7:26, 24:25, 25:11, 29:31) erhobenen Hauptes die Heimreise antreten.

„Wenn man auf das Endergebnis schaut – mit acht Punkten verloren –, hätten wir im ersten Viertel ein bisschen besser aufgepasst, ein bisschen mehr Energie und Aktivität in der Verteidigung gehabt, dann wäre es vielleicht besser ausgegangen für uns“, sagte Center Martin Breunig.

Man muss davon ausgehen, dass Baskets-Trainer Thomas Päch seine Mannschaft nach dem katastrophalen Auftritt in der Champions League bei Neptunas Klaipeda (68:93) im Vorfeld des Bayern-Spiels ins Gebet genommen hat. Was immer er seinen Profis erzählt hat, es blieb zunächst ohne Wirkung. Die Baskets machten da weiter, wo sie in Litauen aufgehört hatten. Ob es daran lag, dass sie verspätet im Audi Dome anreisten? Es wäre zumindest eine Erklärung dafür, dass sie das erste Viertel regelrecht verschliefen.

Immerhin: Die Bonner hatten einen Plan. Päch brachte mit Stephen Zimmerman (2,13 m) und Alec Brown (2,16 m) seine Längsten mit aufs Feld, assistiert von Branden Frazier, Yorman Polas Bartolo und Ben Simons. Man wollte den Münchnern um NBA-Center Greg Monroe unter dem Korb das Leben schwer machen. Und zunächst sah es auch gar nicht so schlecht aus, weil die Bayern sich zu Beginn schwer taten. Den Gästen boten sich in der Anfangsphase mehrere Gelegenheiten, aus nicht erfolgreich abgeschlossenen Angriffen des Gegners Kapital zu schlagen. Doch bis auf zwei Mitteldistanzwürfe Browns zum 4:5 sprang einfach viel zu wenig dabei heraus.

Erschreckend, dass die Baskets in der Folge selbst einfachste Korbleger nicht nutzen konnten, auch aus der Distanz versagten und überhaupt keinen Offensivrhythmus entwickelten. Risikopässe, Fehlpässe und schlechte Würfe bestimmten die Szenerie. Von Struktur war wenig zu sehen, daran änderte auch der neue Spielmacher Eugene Law-
rence, der eine schwache erste Halbzeit spielte, nichts.18 Prozent Trefferquote, nur zwei Würfe aus dem Feld getroffen, dazu eine deprimierende Körpersprache – es sah nach dem ersten Durchgang düster für Bonn aus.

Dann aber rissen sich die Gäste, bei denen Rückkehrer Breunig nach eine Gehirnerschütterung eine lange Anlaufzeit brauchte (“Ich habe mich noch nicht richtig fit gefühlt“), zusammen und hielten dagegen. Und dann fiel auch der erste Dreier: durch Frazier zum 13:28. Als Mitte des Viertels Simons beim Dreier gefoult wurde, ihn dennoch verwandelte und auch den Freiwurf nutzte, waren die Baskets auf elf Punkte herangekommen: 22:33 (15.). Zimmerman, der ein gutes Spiel machte, verkürzte sogar auf 26:34. Angeführt von Nationalspieler Paul Zipser, der einen Dreier nach dem anderen traf, rissen die Münchner das Spiel wieder an sich und gingen bis zur 27. Minute mit 60:36 in Front.

Wieder zeigten die Bonner auf der Basis einer aggressiven Zonenpressverteidigung eine gute Reaktion. Sie stoppten die Bayern ein ums andere Mal und hatten vor allem mit Frazier einen Spieler, der geradezu heiß lief und in dieser Phase alles traf – entweder aus der Distanz oder nach schönem Zug zum Korb. Lagen die Bonner Mitte des dritten Viertels noch mit 39:62 hinten, waren sie plötzlich nach einem 19:0-Lauf wieder mitten drin im Spiel und hatten Siegchancen. Nur noch 58:62. Frazier verkürzte per Dreier sogar auf 63:66.

Doch die Aufholjagden hatten Kraft gekostet, und bei den Bayern war nun Center Monroe nicht mehr zu halten. Neun seiner 22 Punkte markierte der Topscorer des Spiels im letzten Viertel, holte elf Rebounds und gab sechs Assists. Schließlich war es Zipser, der eineinhalb Minuten vor dem Ende mit seinem Dreier zum 91:78 die Weichen für die Bayern auf Sieg stellte. Aber bis zum Schluss gaben die Baskets alles und gestalteten den Rückstand noch einstellig.

„Einem 7:26-Rückstand nach dem ersten Viertel hinterherzulaufen, ist natürlich schwierig. Ich bin zufrieden mit der zweiten Halbzeit, aber wir müssen verstehen, dass wir vier gute Viertel brauchen, um solche Top-Mannschaften zu schlagen“, war das Fazit von Bonns Coach Päch. Die nächste Aufgabe wartet am Dienstag mit dem Heimspiel in der Champions League gegen JDA Dijon (20 Uhr, Telekom Dorme). Dann wollen die Bonner den noch nötigen Sieg zum Einzug ins Achtelfinale holen.

München: Bray 6 Punkte/1 Dreier, King 3/1, Koponen 3/1, Monroe 22, Lo 6/2, Djedovic 12/1, Zipser 16/4, Flaccadori, Barthel 17/1, Lessort 6, Huestis 2.

Bonn: Saibou 6, Lawrence 5/1, Subotic 4, Lischka 1, Frazier 21/5, Breunig 8, Polas Bartolo 5, Brown 6, Simons 18/5, Zimmerman 11.